Kawasaki wünscht sich Legalisierung von Hybrid-Bikes

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Kawasaki wünscht sich Legalisierung von Hybrid-Bikes
Autor: Sebastian Fränzschky
04.04.2018, 10:53

Blick in die Zukunft: Laut Kawasaki kann die Superbike-WM nur bestehen, wenn das Reglement aufgeladene Motoren und E-Unterstützung gestattet.

Seit der Gründung der Superbike-Weltmeisterschaft in der Saison 1988 wird mit Viertakt-Saugmotoren gefahren. Zu Beginn durften die Vierzylinder-Maschinen 750 Kubikzentimeter Hubraum haben, später wurde das Limit auf 1.000 Kubikzentimeter angehoben. In den vergangenen Jahren erlaubte das Regelwerk Jahr für Jahr weniger Freiheiten. Im Vergleich zu den exotischen Superbikes der späten 1990er wirken die aktuellen Maschinen wie Superstock-Bikes.

Kawasaki ist mit der Entwicklung in der WSBK unzufrieden. Die Japaner schicken ein reines Werksteam an den Start und würden gern intensiver forschen. Doch das Superbike-Reglement setzt strikte Grenzen. Diese sind den Kawasaki-Verantwortlichen ein Dorn im Auge. "Ich sorge mich aus Sicht eines Ingenieurs und als Manager der Sportabteilung eines Unternehmens wie Kawasaki um die Zukunft der Superbike-WM", kommentiert Kawasaki-Motorsportchef Yoshimoto Matsuda.

"Wir müssen uns Freiheiten schaffen, um Technologien für die Zukunft zu entwickeln", fordert Matsuda, der sich ein freizügigeres Reglement in Sachen Hubraum und Aufladung wünscht. Kawasaki hat mit der H2R ein futuristisches Sportmotorrad im Programm, das mit Hilfe eines Kompressors mehr als 300 PS mobilisiert.

Damit würde Kawasaki gern in der Superbike-WM antreten. "Einige Leute würden behaupten: 'Oh, Kawasaki hat ein Kompressor-Motorrad'. Doch dieses Motorrad wäre nicht in allen Bereichen dominant. Sicher wäre es auf den Geraden gut, doch in den Kurven wäre es schwieriger", prophezeit Matsuda.
Herausforderungen sind laut dem Kawasaki-Mitarbeiter wichtig, um die Hersteller für die Superbike-WM zu begeistern. "Wenn die Dorna ein gesundes Konzept für die Zukunft sucht, dann bitte ich sie, über dieses Konzept und die entsprechenden Möglichkeiten nachzudenken. Wenn die Superbike-WM eine seriennahe Kategorie sein soll, dann muss alles offen sein. Alles müsste erlaubt sein: Motoren mit 1.200 ccm, aber auch Kompressoren", fordert der Japaner.

Doch nicht nur Kompressoren oder Turbolader sind laut Matsuda denkbar. Der Kawasaki-Motorsportchef liebäugelt auch mit einer Hybrid-Maschine. "Wir müssen über Elektro-Antriebe nachdenken. Alle denken über E-Fahrzeuge nach. Im Motorradbereich sehe ich den E-Antrieb nicht als sinnvoll an, weil zu viele Batterien nötig sind. Wir sollten aber E-Unterstützung nicht ausschließen", erklärt er.

"Wir sollten zusätzliche Modifikationen erlauben bei den Motoren und Batterien. Das sollte erlaubt sein", betont Matsuda. "Wenn man es freistellt, dann hätte ein Unternehmen einen gewichtigen Grund, viel Geld zu investieren und anzutreten. Doch es hat nicht nur Vorteile, eine Batterie und einen Motor zu installieren. Das ist zusätzliches Gewicht."

Eine Rückkehr in die MotoGP kommt für Kawasaki nach wie vor nicht in Frage, obwohl die Verantwortlichen des japanischen Motorradherstellers behaupten, großes Interesse daran zu haben, im Rennsport zu forschen und zu entwickeln. Von 2002 bis 2008 nahm Kawasaki mit einem Werksteam an der MotoGP teil. 2009 ging Marco Melandri unter dem Label Hayate mit einer ehemaligen Kawasaki an den Start.

 

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