Keine Longruns: WM-Favoriten erwarten Lotterie am Samstag

Die wechselhaften Bedingungen beim Superbike-WM-Trainingsauftakt in Aragon ruinieren die Pläne der WSBK-Piloten – Viele offene Fragen bei der Reifenwahl.

Der Trainingsauftakt in Aragon fiel buchstäblich ins Wasser. Im ersten Freien Training drehten die Piloten auf abtrocknender Strecke ihre Runden und waren weit von den Bestzeiten der vergangenen Jahre entfernt. Im trockenen FP2 steigerten sich alle 21 Teilnehmer. Im dritten Freien Training sollte die finale Attacke für die Superpole-2-Qualifikation erfolgen, doch nach 15 Minuten regnete es erneut. Keiner der Topfahrer konnte eine Rennsimulation fahren. Die Reifenwahl ist bei den meisten Fahrern offen.

Marco Melandri (Ducati) setzte sich im FP2 an die Spitze und konnte im FP3 nicht verdrängt werden. Doch trotz der Bestzeit ist der Italiener alles andere als zuversichtlich. "Morgen wird es ein Glücksspiel", prophezeit Melandri. "Ich habe überhaupt keine Ahnung, welchen Reifen ich im Rennen verwenden soll. Der Unterschied zwischen dem Medium-Reifen und der weichen Mischung ist ziemlich groß. Es wird ein kniffliges Rennen."

Etwas erleichtert ist Melandri aber dennoch. Die Probleme von Buriram scheinen gelöst zu sein. "Ich fühle mich großartig. Wir haben nach Thailand hart gearbeitet. Dort hatten wir viele Probleme. Das Motorrad lief heute viel besser. Ich kann mir nicht sicher sein, dass das Motorrad morgen gut funktioniert, doch das Gefühl war heute viel besser. Ich denke, es wird ein gutes Rennen", so Melandri.

Weltmeister Jonathan Rea verlor am Freitag nur wenige Tausendstelsekunden auf Melandri. Aber auch Rea erlebte einen Tag mit Höhen und Tiefen. "Es war für alle schwierig", kommentiert der Brite, der mit der Abstimmung seiner Kawasaki nicht zufrieden war. Vor allem die Getriebeabstufung bescherte der Crew viel Arbeit.

"Ich war ständig zwischen den Gängen. Die richtige Getriebeübersetzung ist hier sehr wichtig, weil es viele Kurven gibt, die man im zweiten Gang fährt. Im zweiten Training nahmen wir uns Zeit, um das richtig zu analysieren. Die Rundenzeit mit dem weichen Rennreifen war ziemlich gut, doch die Konstanz war nicht gut", berichtet Rea ernüchtert. "Ich konnte keine Rennsimulation fahren. Wir wissen nicht, wie schnell wir wirklich sind", so der Kawasaki-Pilot.

Teamkollege Tom Sykes scheint weniger skeptisch in den ersten Renntag zu gehen. "Ich denke, wir sind gut vorbereitet. Ich war im zweiten Freien Training zufrieden", kommentiert der Weltmeister von 2013. "Das Motorrad scheint konstant zu laufen. Wir müssen nur ein paar kleine Sachen für morgen verbessern."

Weniger reibungslos verlief der Freitag für Ducati-Pilot Chaz Davies. "Mischbedingungen in Aragon, daran kann ich mich gar nicht erinnern", bemerkt der sechsfache Aragon-Sieger, der den Freitag auf der vierten Position beendete.

"Im zweiten Freien Training konnten wir richtig arbeiten. Es lief okay. Wir änderten etwas am Motorrad, was ich im dritten Freien Training ausprobieren wollte. Leider gab es kurz vor dem Beginn des Trainings ein Problem mit einer der Wasserleitungen. Ich konnte deshalb nicht fahren. Durch den Regen verlor ich nicht allzu viel Trainingszeit", gibt Davies erleichtert zu Protokoll.

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Über diesen Artikel
Rennserien Superbike-WM
Veranstaltung Aragon
Unterveranstaltung Training, Freitag
Rennstrecke Motorland Aragon
Artikelsorte Reaktion
Tags 2018, aragon, superbike, training, worldsbk, wsbk