Heftige Kritik von Go-Eleven-Teamchef an Superbike-Regeln

Go-Eleven-Teamchef Gianni Ramello ist frustriert über das neue Drehzahllimit. Er spricht von "Fake-Rennen" und der bewussten Chancenlosigkeit von Privatteams.

Die Superbike-WM hat in diesem Jahr ein Drehzahllimit für die Hersteller eingeführt. Ist eine Marke zu dominant, kann die maximale Drehzahl im Laufe der Saison weiter reduziert werden. Mit dieser Maßnahme soll das Feld ausgeglichener sein und eine Dominanz eines Herstellers verhindert werden. Mit Erfolg, denn die ersten vier Rennen wurden zwar wieder von Ducati und Kawasaki gewonnen, aber die Kawasaki-Dominanz ist vorbei. Stattdessen gab es eine enge Spitzengruppe mit mehreren Herstellern.

Auch Yamaha schaffte schon den Sprung auf das Podest und Leon Camier konnte mit der Honda zeitweise im Spitzenfeld mitmischen. Aber nicht alle sind mit dem neuen Reglement zufrieden. Vor allem Kawasaki ärgert sich über die reduzierte Drehzahl. Und auch bei den Privatteams regt sich Widerstand, denn außer Xavi Fores sind die kleinen Rennställe wie in der Vergangenheit weit hinten. Sollte bei einem Hersteller die Drehzahl reduziert werden, dann beträfe es auch die Privatteams.

Deswegen glaubt Go-Eleven-Teamchef Gianni Ramello, dass das neue Reglement das Ziel verfehlt hat, den kleinen Teams zu helfen. Auf Facebook schreibt er: "Die Angleichung, die die Dorna wollte, ist nun gekommen. Aber wie vor vier Monaten prophezeit sind wir immer noch weit hinten." Go Eleven setzt seit 2015 eine Kawasaki für Roman Ramos ein. Ein elfter Platz ist sein bestes Ergebnis in den ersten vier Rennen. Ansonsten konnte sich der Spanier nur mit Mühe in den Top 15 halten.

"Nach zwei Rennwochenenden ist der beste Privatfahrer 51 Punkte hinter der Spitze", spricht Ramello Toprak Razgatlioglu von Puccetti-Kawasaki an. "Das ist lächerlich und peinlich, weil wir in Buriram das gleiche Ergebnis wie 2017 erreicht haben. Wir werden finanziell bestraft, um schlecht zu sein. Es ist eine Schande für die Fahrer, die ihr Leben riskieren und nie im gleichen Bild wie die Werksfahrer sind. Jedes Rennen ist eine Hölle, vorher war es bestimmt besser."

Einfachere Elektronik würden Privaten helfen

Das Kawasaki-Werksteam wurde vom Drehzahllimit am härtesten getroffen. Aber mit dem Know-how kann der Nachteil kompensiert werden, während die kleinen Ställe noch mehr unter den Einschnitten leiden. "Sie haben es schlimmer gemacht", ärgert sich Ramello. "Wir hängen von der Elektronik ab, haben aber nur teilweise Zugriff darauf. Deshalb ist es keine Hilfe für das Motorrad. Es hätte gereicht, wenn man zwei durchdachte Reglements gemacht hätte, aber Dorna und FIM hatten nicht die Courage dazu. Sie haben nicht die Vorschläge und Proteste der Privatiers berücksichtigt."

Der Go-Eleven-Teamchef geht sogar soweit, die Rennen als künstlich einzustufen: "Glaubt nicht an Märchen. Die Rennen sind in diesem Jahr ganz klar Fake. Sie sind von Regeln konstruiert, bei denen dir schlecht wird, wenn du sie liest. Die Rolle eines Privatteams ist es, die Startaufstellung aufzufüllen. Und für uns ist vorgeschrieben, dass wir die Schlechtesten sind. Wir sind die Kunden eines erfolgreichen Herstellers und deshalb an allem Schuld."

Ein Privatteam sitzt im gleichen Boot wie das Werksteam. Go Eleven muss mit der gleichen reduzierten Drehzahl wie Jonathan Rea und Tom Sykes fahren. Weltmeister Rea bezeichnete den langsamen Motor als einen "Traktor". "Welche Aussichten hat ein Privatteam, das einen frustrierten Fahrer hat und als Team komplett von der Marke, Magneti Marelli und einer für uns nicht existenten Fernsehübertragung abhängig ist", macht Ramello seinen Frust kund.

Ohne Wildcard-Starter umfasst das Superbike-Feld in diesem Jahr 19 Fahrer. Das ist deutlich weniger als in den Klassen Supersport-WM, MotoGP, Moto2 und Moto3. Ramello hat sein Facebook-Posting mit der harschen Kritik an der Dorna mittlerweile gelöscht. Bei unserer italienischen Version ist das komplette Posting zu finden.

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Fahrer Roman Ramos
Teams Team Go Eleven
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Tags drehzahllimit, kritik superbike-reglen, private chancenlos