MotoGP vs. WSBK: Das Superbike ist auf Bodenwellen deutlich unempfindlicher

Yamaha-Pilot Garrett Gerloff fuhr in Assen zuerst das MotoGP-Bike und danach das WSBK-Bike: Dabei machte er einige überraschende Erkenntnisse

MotoGP vs. WSBK: Das Superbike ist auf Bodenwellen deutlich unempfindlicher

Ende Juni kam Garrett Gerloff beim MotoGP-Event in Assen spontan zum Einsatz, weil Petronas-Yamaha-Pilot Franco Morbidelli verletzungsbedingt nicht fahren konnte. Der Kurs in Assen war für Gerloff Neuland. Erst vier Wochen später fand auf dem TT Circuit unweit von Groningen das WSBK-Event statt.

War es eine Hilfe, den Kurs vorher mit der Yamaha M1 gefahren zu sein? "Ich wünschte, ich könnte behaupten, dass es eine Hilfe war. Aber es war vermutlich schlimmer, die Strecke mit dem MotoGP-Bike kennenzulernen und dann hierhin zurückzukehren", erklärt der US-Amerikaner.

"Die Motorräder sind so unterschiedlich", berichtet Gerloff, der mit der Yamaha R1 stark umstellen musste. "In der ersten Session mit der R1 hatte ich zu kämpfen, meine Referenzpunkte zu treffen. Es fühlte sich alles so anders an. Die Charakteristiken der beiden Maschinen sind sehr unterschiedlich. Dieser Kurs ist ziemlich einmalig. Es wäre besser gewesen, nicht vorher mit der MotoGP-Maschine gefahren zu sein."

Weicheres Chassis und weichere Reifen beim WSBK-Bike

Mit der Yamaha M1 hatte Gerloff vor allem auf den Bodenwellen zu kämpfen. Mit dem WSBK-Bike gab es dieses Problem nicht. "Es ist überhaupt nicht angsteinflösend und fährt deutlich stabiler und vorhersehbarer. Es fühlte sich mit dem Superbike deutlich besser an. Wenn man das Superbike fährt, dann spürt man nicht, dass der Kurs viele Bodenwellen hat", erklärt Gerloff.

"Es ist wohl auf das Motorrad und zu einem großen Teil auch auf die Reifen zurückzuführen", grübelt der Yamaha-Pilot. Neben dem weicheren Chassis sind auch die Karkassen der Pirelli-Reifen in der Superbike-WM weicher als die Michelin-Reifen in der MotoGP.

Mit dem MotoGP-Bike kaum schneller als mit dem Superbike

Und wie groß war der Unterschied bei den Rundenzeiten? "Der Unterschied war nicht groß genug (lacht; Anm. d. Red.). Ich wünschte, der Unterschied wäre größer gewesen", scherzt Gerloff, der mit der Yamaha R1 deutlich besser vertraut war als mit der Yamaha M1 in der MotoGP.

Garrett Gerloff

Garrett Gerloff war mit seiner WSBK-R1 kaum langsamer als mit der MotoGP-M1

Foto: Motorsport Images

Im MotoGP-Qualifying umrundete Gerloff den Kurs in 1:33.739 Minuten (Lufttemperatur 26°C, Streckentemperatur 37°C). In der Superpole beim WSBK-Event kam Gerloff beim ersten Versuch zu Sturz. Seine schnellste Runde in den Freien Trainings lag bei 1:34.512 Minuten im FT2 (Lufttemperatur 19°C, Streckentemperatur 32°C).

Am Renntag betrug der Unterschied der schnellsten Rennrunden nur wenige Zehntelsekunden. Beim MotoGP-Rennen gelang Gerloff im Rennen eine 1:34.569er-Runde. Beim WSBK-Event kam Gerloff in Lauf zwei auf 1:34.917 Minuten. "Ich hätte schneller sein sollen mit der MotoGP-Maschine", ist sich der Texaner bewusst.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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