Rea macht psychologisch Druck auf Razgatlioglu: "Auch er ist am Limit"

Mit dem gewonnenen Duell um Platz zwei im Sonntagsrennen in Argentinien spürt Jonathan Rea im WM-Kampf psychologischen Aufwind - "Ich kann Toprak besiegen"

Rea macht psychologisch Druck auf Razgatlioglu: "Auch er ist am Limit"

Auch in Argentinien hat es für Toprak Razgatlioglu nicht geklappt, alle drei Rennen an einem Wochenende der Superbike-WM zu gewinnen. Der Yamaha-Fahrer siegte in Lauf 1 und im Superpole-Rennen, aber im zweiten Rennen musste er sich Scott Redding (Ducati) und Jonathan Rea (Kawasaki) geschlagen geben.

Mit diesem Ergebnis vergrößerte Razgatlioglu seinen Punktevorsprung auf Rea von 24 auf 30. Die Ausgangslage für das Saisonfinale auf dem neuen Mandalika-Kurs in Indonesien (19.-21. November) ist damit klar.

Nach sechs WM-Titeln in Folge könnte Rea vom Thron gestoßen werden. Für den Kawasaki-Star war vor allem psychologisch wichtig, im zweiten Rennen Razgatlioglu auf der Strecke besiegt zu haben. Rea gibt den WM-Titel noch nicht auf.

"Wenn man einen langen Flug nach Hause hat, dann es das nicht schön, wenn man von seinem Gegner geschlagen wurde", merkt Rea an. "Toprak wäre fast zweimal vor mir gestürzt. Auch er fährt ständig am Limit. Er überholt immer sehr spät."

Bei Razgatlioglu baute der Hinterreifen früh ab. Er rutschte stark, hatte Chattering und "musste mit dem Motorrad kämpfen". "Ich bin nicht gestürzt und habe wichtige WM-Punkte gesammelt", sieht der Türke Platz drei positiv.

Jonathan Rea

Nach sechs Jahren könnte Jonathan Rea entthront werden

Foto: Kawasaki

Aber Rea meint: "Da ich mit ihm kämpfen konnte, habe ich gesehen, wie er es mental managt. Das war gut, weil ich das Gefühl hatte, die Situation mehr unter Kontrolle zu haben. Es ist immer schön, wenn man vor seinem Rivalen ist."

Auch im vergangenen Jahr fiel die WM-Entscheidung beim Finale. Damals hatte Rea vor Estoril 59 Punkte Vorsprung auf Redding. An einem Wochenende werden maximal 62 Zähler vergeben. "Im Vorjahr hatte Scott vor Estoril rechnerisch Chancen, realistisch aber keine", vergleicht Rea.

"30 Punkte sind besser als seine damalige Position. Ich kann in Indonesien meine Sache machen. Im Rennsport kann immer alles passieren. Wir brauchen ein reibungsloses Wochenende, um es zu schaffen."

"Natürlich ist Toprak in einer viel besseren Position als ich. Er fährt sehr stark. Er ist sehr konstant und immer schnell. Er macht keine Fehler. Aber wenn ich gut fahre, kann ich Toprak besiegen. Wir geben unser Bestes. Ich konzentriere mich auf mich."

Toprak Razgatlioglu

Toprak Razgatlioglu denkt für Indonesien nur an Rennsiege

Foto: Motorsport Images

Im Rückblick auf seine WM-Gegner in den vergangenen Jahren gibt Rea zu, dass speziell der Frühling 2019 "mental am schwierigsten" war. Damals fuhr Alvaro Bautista mit der neuen Ducati Panigale V4R souverän von Sieg zu Sieg.

Nach dem Sonntagsrennen in Argentinien hat Rea das Gefühl, dass er beim Saisonfinale aus eigener Kraft Razgatlioglu besiegen kann. Trotzdem muss er in Indonesien auch auf Probleme des Türken hoffen, um den Rückstand reduzieren zu können.

Razgatlioglu will sich aber nicht unter Druck setzen lassen und hat für das Finale eine simple Taktik: "Indonesien ist für alle neu. Ich werde natürlich probieren, dort wieder zu gewinnen. Das ist mein Stil. Wir werden es sehen. Ich denke nur an den Sieg. Das hat in diesem Jahr bisher nicht so schlecht geklappt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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