Toprak Razgatlioglu gesteht: Zweiter Platz hing am seidenen Faden

Kein Sieg in Barcelona, aber nach Lauf zwei wieder WM-Führender: Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu erlebt in Katalonien ein Wochenende mit Höhen und Tiefen

Toprak Razgatlioglu gesteht: Zweiter Platz hing am seidenen Faden

Ein Ausfall durch einen technischen Defekt in Lauf eins, Platz zwei im Sprintrennen und Platz zwei im zweiten Hauptrennen: Toprak Razgatlioglus Bilanz beim WSBK-Wochenende in Barcelona ist durchwachsen. Theoretisch war der Yamaha-Pilot schnell genug, um alle drei Rennen zu gewinnen. Doch am Samstag streikte die Technik (zur Story) und am Sonntag hatte Razgatlioglu Pech durch Abbrüche und die falsche Reifenwahl.

Dabei hätte es durchaus noch schlimmer kommen können, denn im zweiten Hauptrennen (zum Rennbericht) wurde Razgatlioglu in der Schlussphase immer langsamer. Der weiche Hinterreifen (Pirelli SCX) baute extrem ab und die Verfolgergruppe kam in großen Schritten näher.

Schlussendlich lagen nur 0,2 Sekunden zwischen Razgatlioglu und Ducati-Pilot Scott Redding. "Ich hatte großes Glück", ist sich Razgatlioglu bewusst. "In den letzten drei Runden hatte ich zu kämpfen. Mit einer Runde mehr wäre ich vielleicht nur Fünfter oder Sechster geworden."

Abbruch im Sprintrennen kostet Razgatlioglu einen möglichen Sieg

Der Sonntag begann vielversprechend. Beim Start des Superpole-Rennens übernahm der Yamaha-Pilot die Führung und konnte sich an der Spitze absetzen. Ein Sturz sorgte für einen Abbruch. Beim Neustart wurde Razgatlioglu in ein Duell mit Jonathan Rea verwickelt und verlor dadurch Zeit. Am Ende des nur fünf langen Rennens ging ihm die Zeit aus, um einen Angriff zu starten.

Toprak Razgatlioglu

Die Retro-Speziallackierung kam am Sonntag nicht mehr zum Einsatz

Foto: Motorsport Images

"Im Superpole-Rennen hatte ich erneut etwas Pech, weil ich in Führung lag, als das Rennen abgebrochen wurde. Nach dem Neustart war das Rennen dann nur fünf Runden lang und ich hätte nur noch eine Runde gebraucht, um Johnny zu überholen", ärgert sich der Türke.

Probleme mit dem Vorderreifen und später auch mit dem Hinterreifen

Im zweiten Hauptrennen führte Razgatlioglu, musste sich aber am Ende Ducati-Pilot Michael Ruben Rinaldi geschlagen geben. "Das zweite Rennen war wegen der heißen Bedingungen und der geringen Haftung sehr schwierig. In der dritten oder vierten Runde begann mein Vorderreifen auf der rechten Seite zu rutschen. Es war nicht möglich, die Kurven wie gewohnt anzufahren."

Michael Ruben Rinaldi, Toprak Razgatlioglu

Michael Ruben Rinaldi zog Toprak Razgatlioglu am Ende klar davon

Foto: Motorsport Images

"Nachdem ich Michael überholt hatte, baute auch der Grip am Heck stark ab. Danach kämpfte ich um den zweiten Platz, denn ich sah auf meiner Boxentafel, dass alle näher kamen. Aber ich bin wirklich glücklich. Es war ein seltsames Wochenende, denn am Samstag hatten wir ein elektrisches Problem, was uns alle sehr enttäuscht hat. Aber wir sind auch sehr glücklich, weil wir uns mit meinem Team in jedem Rennen und jedem Freien Training verbessern. Das ist sehr gut", lobt Razgatlioglu die Arbeit seiner Crew.

Yamaha kann den SC0-Reifen bei Hitze nicht nutzen

Wäre das Rennen anders gelaufen, wenn Razgatlioglu auch den härteren Hinterreifen verwendet hätte wie Rinaldi und Redding? "Der SC0-Reifen funktioniert mit der Yamaha nicht so gut", erklärt er. "Vielleicht ist es bei Ducati und Kawasaki anders. Wir können ihn bei hohen Temperaturen nicht so gut nutzen. Die Ducati funktioniert bei Hitze immer sehr gut, was auch an der Elektronik liegt, die sehr gut arbeitet."

In der Meisterschaft holte sich Razgatlioglu die Führung zurück und liegt einen Punkt vor Rea. "Mit jedem Rennen ändert sich die Situation in der Meisterschaft. Ich muss ein bisschen lachen, weil mein Team sagt: 'Du bist einen Punkt vorne.' Aber das sehe ich noch nicht so. Ich lache, weil sich mit jedem Rennen alles ändert. Ich bin immer nur auf den Rennsieg fokussiert und das wird auch in Jerez so sein", kommentiert der Türke.

Yamaha-Teammanager Paul Denning lobt Ducati für den Erfolg im zweiten Rennen und freut sich auch über das Top-5-Ergebnis von Andrea Locatelli: "Ducati hat im zweiten Rennen bei der Reifenstrategie großartig gearbeitet. Wir hatten nicht genug, um um den Sieg zu kämpfen. Aber 20 Punkte durch den zweiten Platz für Toprak und ein sehr starker fünfter Platz, nur vier Sekunden vom Sieg entfernt für 'Loka' erlauben es uns, hier mit erhobenem Haupt abzureisen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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