"Trifft unkonventionelle Entscheidungen" - Yamaha staunt über Razgatlioglu

Nicht nur in Zweikämpfen sorgt Toprak Razgatlioglu für Überraschungen: Auch beim Set-up und bei der Reifenwahl geht der Champion gern einen eigenen Weg

"Trifft unkonventionelle Entscheidungen" - Yamaha staunt über Razgatlioglu

Dank Toprak Razgatlioglu weht in der Superbike-WM ein frischer Wind. Serien-Weltmeister Jonathan Rea wurde nach sechs Titeln in Folge vom WSBK-Thron gestoßen und muss 2022 erstmals seit 2015 mit der Startnummer 65 anstatt mit der 1 des Champions fahren. Das Duell Razgatlioglu vs. Rea sorgte in der abgelaufenen Saison für viele spannende Momente. Yamaha feiert seinen neuen Helden, erstmals seit Ben Spies 2009 konnte die WM gewonnen werden.

"Toprak hat den Unterschied ausgemacht, indem er sich keine Fehler geleistet hat. Es war eine sehr enge Meisterschaft", kommentiert Yamaha-Teammanager Paul Denning. "Wir hatten 36 Rennen. In jedem Rennen, das mit Trockenreifen gestartet wurde, fuhr Toprak auf das Podium. Mit Regenreifen war ein sechster Platz sein schlechtestes Ergebnis."

"Es ist ein Klischee, zu behaupten. dass es schwieriger ist, eine Meisterschaft zu verteidigen als sie zu gewinnen. Für kommendes Jahr müssen wir also konzentriert bleiben. Jonathan wird stärker zurückkehren. Er hat sich in diesem Jahr selbst gesteigert, um mit Toprak kämpfen zu können", erkennt der Yamaha-Teammanager.

Yamaha setzt auf den richtigen Fahrer

Mit Toprak Razgatlioglu bewies Yamaha Ende 2019 ein glückliches Händchen. Der Türke wurde 2020 Teamkollege von Michael van der Mark. "Wir unterhielten uns über zukünftige Fahrer", erinnert sich Paul Denning und erinnert sich, dass es Yamaha-Projektleiter Andrea Dosoli war, der Razgatlioglu ins Spiel brachte.

Paul Denning; Andrea Dosoli

Die Meistermacher bei Yamaha: Andrea Dosoli und Paul Denning

Foto: Motorsport Images

"Es war Andrea, der auf Topraks Talent hinwies. Es ist immer schwierig, ob das Talent ausreicht, um eine Meisterschaft zu gewinnen oder ob es sich nur um einen Fahrer handelt, der Siege einfahren kann. Andrea lag vollkommen richtig. Das sahen wir bereits beim ersten Rennen in der Saison 2020, als Toprak bei seinem ersten Rennen auf der R1 auf Phillip Island gewann", bemerkt Paul Denning.

Ungewöhnliche Wünsche und Set-ups auf Grund des extremen Fahrstils

Bei der Entwicklung hatte Razgatlioglu einige ungewöhnliche Wünsche. "Yamaha hat Toprak vertraut. Das Team hat ihm das geliefert, was er sich gewünscht hat, auch wenn es teilweise ungewöhnliche Anfragen waren. Manchmal ging es auch nur um die Reifenwahl. Doch er hat es immer hinbekommen. Er verwendet seltsame Abstimmungen am Motorrad, doch es funktioniert", staunt der Yamaha-Teammanager.

Toprak Razgatlioglu

Toprak Razgatlioglu hat ein extrem gutes Gefühl für die Vorderradbremse

Foto: WorldSBK.com

"Die Entscheidungen, die er auf der Strecke trifft, sind manchmal ein bisschen unkonventionell, doch unterm Strich hat er sich keine Fehler geleistet", erklärt Paul Denning und lobt die Leistungen des neuen Superbike-Weltmeisters.

Offen ist, wie lange Yamaha in der Superbike-WM noch auf das Talent aus Alanya vertrauen kann. "Toprak hat einen Zweijahresvertrag mit Toprak. 2022 wird er hier fahren, das steht fest. Für 2023 müssen wir noch abwarten. Sollte er erneut hier gewinnen und Yamaha will ihn in die MotoGP holen, dann ist alles möglich", so Paul Denning.

Mit Bildmaterial von Yamaha.

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