Vorsaison-Tests abgeschlossen: Wo steht BMW in der WSBK-Saison 2021?

In Aragon bereitet sich BMW für die neue Saison in der Superbike-WM vor: Neben dem Werksduo und Jonas Folger kann endlich auch Eugene Laverty testen

Vorsaison-Tests abgeschlossen: Wo steht BMW in der WSBK-Saison 2021?

BMW nutzte die Gelegenheit, um diese Woche in Aragon zu testen. Neben BMW waren auch noch die Werksteams von Kawasaki und Yamaha vor Ort (zum Testbericht). Die BMW-Werkspiloten beschäftigten sich weiter mit der neuen M1000RR. Jonas Folger war für das Bonovo-Action-Team vor Ort (zu Folgers Reaktion) und RC Squadra Corse ermöglichte Eugene Laverty den ersten Test der Vorsaison.

Tom Sykes war schnellster BMW-Pilot. Auf die Bestzeit von Jonathan Rea (Kawasaki) verlor Sykes aber über 1,3 Sekunden. Dennoch zieht der BMW-Pilot ein positives Fazit: "Es war ein sehr produktiver Test. Wir haben unheimlich viel an der Elektronik gefeilt, in allen Bereichen, an der Traktionskontrolle, der Motorbremse, an den Power-Level-Maps."

"Wir haben auch mit verschiedenen Chassis-Konfigurationen und Abstimmungen gearbeitet und zudem ein paar Dinge mit dem Motor probiert. Abgesehen davon haben wir noch eine Menge andere grundlegende Dinge getestet. Es waren also arbeitsreiche Tage", berichtet Sykes.

"Nun müssen wir nur nach Hause reisen und all diese Informationen nutzen. Davon haben wir sicherlich eine Menge gesammelt, und ich bin überzeugt, dass wir das gesamte Paket der neuen BMW M1000RR weiter verbessern können. Von daher freue ich mich jetzt schon sehr auf die ersten Rennen", schaut Sykes auf den Saisonauftakt in Aragon in zwei Wochen.

Michael van der Mark noch nicht schnell genug?

Teamkollege Michael van der Mark war auch beim Test in Aragon deutlich langsamer. Der BMW-Neuzugang hatte knapp eine Sekunde Rückstand. Auf Grund der verschiedenen Reifen sind die Rundenzeiten aber mit Vorsicht zu genießen.

Michael van der Mark

Michael van der Mark war bisher bei allen Tests langsamer als Tom Sykes

Foto: BMW

"Es waren fantastische Tage", bemerkt Van der Mark. "Das Wetter war durchgängig gut. Am Montag war es noch etwas kalt, aber dann wurde es immer wärmer. Somit hatten wir viele verschiedene Wetter- und Streckenbedingungen, und das war wirklich super. Es war perfekt, hier so kurz vor dem ersten Rennen zu testen, eine Menge Dinge zu probieren, eine Menge Dinge zu verbessern, aber ich bin wirklich zufrieden mit den Fortschritten, die wir machen."

"Natürlich ist es bei einem Test immer schwierig zu sehen, wo du stehst, aber das werden wir an den Rennwochenenden herausfinden. Ich freue mich schon auf tolle Duelle, und darauf, wieder mit den anderen Jungs auf der Strecke zu kämpfen", kommentiert der Holländer.

Eugene Laverty kommt schnell in Schwung

BMW-Kundenpilot Eugene Laverty landete in der Wertung vor Michael van der Mark, der im Werksteam den Platz des Nordiren übernahm. Obwohl Laverty bei den zurückliegenden Wintertests nur Zuschauer war, kam er von Beginn an gut zurecht.

Eugene Laverty

Eugene Laverty hatte nach über sechs Monaten Pause keine Schwierigkeiten

Foto: BMW Motorrad

"Zuallererst bin ich einfach überglücklich, nach sechseinhalb Monaten endlich wieder auf dem Bike zu sitzen. Die große Überraschung für mich war, dass ich nach dieser Pause in der Lage war, aufs Bike zu steigen und innerhalb der ersten zwei Outings gleich eine gute Pace zu haben", kommentiert Laverty.

"Wir hatten drei wirklich gute Tage, gutes Wetter und überraschend schnelle Rundenzeiten. Mein Hauptaugenmerk lag darauf, die Bremsperformance zu verbessern, und das ist uns gelungen. Also: Wir haben einen guten Job gemacht, und ich bin mit meinen RC-Squadra-Corse-Team sehr happy. Nach unserem erfolgreichen Test freue ich mich nun auf die ersten Rennen hier in Aragon", so Laverty.

Wie aussagekräftig sind die Rundenzeiten?

Teamchef Shaun Muir warnt davor, die Rundenzeiten des finalen Aragon-Tests zu ernst zu nehmen: "Die Rundenzeiten zu beurteilen ist schwierig. Denn von zehn Uhr morgens über mittags bis abends kann man schwer sagen, wer mit welchem Reifen unterwegs ist."

"Aber es ist klar, dass die Rennpace der Konkurrenz vom vergangenen Jahr auf dieses Jahr noch einmal stärker geworden ist und dass wir in Aragon im Rennen bestens vorbereitet sein müssen, wenn wir um das Podium kämpfen wollen. Dennoch: Wir sind zufrieden damit, wo wir stehen, und freuen uns auf das erste Rennwochenende", so der BMW-Teamchef.

Marc Bongers freut sich über die zusätzlichen Informationen

BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers zieht nach dem Test ein positives Fazit: "Es war der letzte Test bevor es richtig ernst wird - hier auf dieser selben Strecke. Erneut hatten wir bei perfekten Wetterbedingungen produktive Tage ohne größere technische Schwierigkeiten. Daher konnten wir unser Testprogramm optimal abarbeiten."

Marc Bongers

BMW-Motorradsport-Direktor Marc Bongers mit Teamchef Shaun Muir

Foto: Motorsport Images

Im Gegensatz zu 2019 und 2020 stehen vier statt zwei BMWs in der Startaufstellung. Das ist für Marc Bongers ein Vorteil: "Die Satellitenteams haben bereits gezeigt, dass sie für uns ein echter Zugewinn sind, denn wir bekommen mehr Bestätigungen und können uns die Testpunkte aufteilen und so mehr Arbeit erledigen. Das ist sehr positiv."

"Wir haben vor dem ersten Rennen noch ein paar Hausaufgaben vor uns, aber ich bin zuversichtlich, dass wir gut aufgestellt sein werden. Und in einigen Bereichen sehen wir bereits deutliche Verbesserungen, zum Beispiel in Sachen Topspeed und Bremsen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und freue mich nun sehr darauf, endlich Rennen zu fahren", so der BMW-Motorradsport-Direktor.

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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