Reaktion
Superbike-WM San Juan
"Zu viel Risiko für die erste Runde" - Bautista kritisiert Razgatlioglus Manöver
WM-Vorentscheidung bei der Superbike-WM in Argentinien: Toprak Razgatlioglu stürzt beim Versuch, Alvaro Bautista zu überholen und verliert 24 Punkte
Sebastian Fränzschky
Bearbeitet: 22.10.2022, 20:33
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Beim ersten Rennen der Superbike-WM in Argentinien zum Rennbericht kam es zu einer WM-Vorentscheidung. Titelverteidiger Toprak Razgatlioglu ging als einer der Favoriten ins Rennen und hatte gute Chancen, Punkte auf WM-Leader Alvaro Bautista gutzumachen.
Doch Razgatlioglu ließ sich bereits in Runde eins zu einem seltenen Fehler verleiden. Nachdem Bautista auf der Gegengeraden in Führung ging, wollte Razgatlioglu sofort kontern und riskierte dabei zu viel.
Bautista gewann das Rennen, Razgatlioglu kam nach dem Sturz in Runde eins noch als 15. ins Ziel. Der WM-Rückstand des Türken vergrößerte sich von 56 auf 80 Punkte. Aus eigener Kraft kann Razgatlioglu die Meisterschaft nicht mehr gewinnen. WM-Leader Bautista greift somit bereits mit einer Hand nach dem Titel und wäre somit der erste Ducati-Pilot seit Carlos Checa 2011, der den Titel nach Bologna holt.
Nach dem ersten Rennen bei der WSBK in Argentinien äußerte sich Bautista aber kritisch, was Razgatlioglus Risikobereitschaft angeht. Denn es hätte nicht viel gefehlt und Bautista wäre zusammen mit Razgatlioglu in Richtung Kies gerutscht.
Kein Verständnis für Toprak Razgatlioglus Risikobereitschaft
"Ich hatte Glück, dass ich nicht gestürzt bin. Das war zu viel Risiko für die erste Runde", kommentiert der Ducati-Pilot. "Ich weiß nicht, ob er einen Fehler gemacht hat oder ob er zu aufgeregt war, wieder die Führung zu übernehmen. Er ist hier sehr stark. Ohne den Sturz wäre er der Favorit für den Sieg gewesen."
"Ich weiß nicht, ob er meinen Vorderreifen berührte oder nicht. Es fühlte sich so an. Er war sehr nah und ich hatte wirklich großes Glück, nicht mit ihm zu stürzen", bemerkt Bautista, der durch das Manöver seines WM-Rivalen einige Positionen verlor.

Alvaro Bautista fragt sich, warum Toprak Razgatlioglu bereits in der ersten Runde so aggressiv fuhr
Foto: Motorsport Images
Im Laufe des Rennens musste Bautista an Iker Lecuona (Honda), Jonathan Rea (Kawasaki) und Axel Bassani (Motocorsa-Ducati) vorbeiziehen, um erneut die Spitze zu übernehmen. Es dauerte aber einige Runden, bis er das Chaos in Runde eins verarbeitet hatte.
Alvaro Bautista schaut nicht auf den WM-Stand
Die 80 Punkte Vorsprung in der Meisterschaft versucht Bautista auszublenden. "Es ist mehr als vor dem Rennen (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt der Spanier. "Wichtig für mich ist, dass ich wieder richtig lachen konnte beim Fahren."
"Toprak verlor heute Punkte, doch am Sonntag kann es wieder ganz anders aussehen. Wir müssen konzentriert bleiben und uns auf unsere Arbeit fokussieren. Ich würde dieses Gefühl, das ich heute hatte, gern jedes Mal spüren. Wichtig ist, nicht zu viel nachzudenken und im Moment zu leben", so der WM-Führende.
Nur noch sieben Punkte zwischen Toprak Razgatlioglu und Jonathan Rea
Um Platz zwei in der Meisterschaft wird es aber noch spannend, denn Toprak Razgatlioglu und Alvaro Bautista werden nach dem ersten Rennen in San Juan durch lediglich sieben Punkte getrennt. Platz zwei war für Rea am Samstag das Maximum.

Jonathan Rea machte 19 Punkte auf Toprak Razgatlioglu gut
Foto: Motorsport Images
"Ich bin mit dem Rennen sehr zufrieden, um ehrlich zu sein. Das Team hat ohne Pause daran gearbeitet, alles zusammenzubringen. Sie haben mir ein sehr gutes Motorrad bereitgestellt", lobt der Rekord-Champion die Arbeit seiner Kawasaki-Crew.
"Alvaro hatte ein sehr gutes Renntempo. Er fuhr mühelos davon. Ich steckte hinter Bassani fest und kam nicht vorbei. Ich versuchte alles, was möglich war. An einigen Schlüsselstellen der Strecke war er ein bisschen besser. Ich nutzte den Moment und fuhr danach meinen Rhythmus. Alvaro war aber bereits entkommen. Er war heute uneinholbar", staunt Rea über das Tempo des Siegers.
Mit Bildmaterial von Ducati.
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