Zukunft: BMW erwartet "Koexistenz von Verbrennern und Elektro" im Rennsport

BMW-CEO Markus Schramm erwartet, dass es neben den E-Motorrädern auch weiterhin Verbrenner geben wird - An der MotoE zeigt BMW weiterhin kein Interesse

Zukunft: BMW erwartet "Koexistenz von Verbrennern und Elektro" im Rennsport

Der Umschwung zur E-Mobilität hat im Automobilbereich zuletzt kräftig an Fahrt aufgenommen. Audi überraschte Mitte Juni mit der Meldung, ab 2026 keine Verbrenner mehr zu entwickeln. Auch die Hybridmodelle sollen früher oder später verschwinden. Audi setzt in Zukunft voll und ganz auf E-Fahrzeuge. Die Zulassungszahlen elektrisch angetriebener PKW stiegen zuletzt deutlich. Der Motorradbereich hinkt diesbezüglich hinterher. Aber auch die Tage der Verbrenner-Motorräder und damit auch die Tage des Verbrenner-Rennsports sind gezählt. Oder doch nicht?

Wir haben uns exklusiv mit BMW-Motorrad-Geschäftsführer Markus Schramm unterhalten und hinterfragt, welche Planungen es bei den Münchnern gibt. Aktuell besteht die Produktpalette von BMW beinahe ausschließlich aus Verbrenner-Bikes. Im Bereich urbane Mobilität bietet BMW aber auch E-Fahrzeuge an. Zudem gibt es Prototypen, die das Thema Elektroantrieb in Zukunft auch in andere Bereiche bringen sollen.

An einem Engagement in der MotoE, die seit der Saison 2019 im Rahmen der MotoGP stattfindet, zeigt BMW weiterhin kein Interesse. "Darüber denken wir nicht nach", stellt Markus Schramm im Gespräch mit 'Motorsport.com' klar und begründet: "Eine Serie mit Einheitsfahrzeugen ist für uns ein No-Go. Für uns ist es entscheidend, die technische Kompetenz voranzutreiben. Deshalb würden wir nie in solche eine Serie einsteigen. Das ist kein Thema."

Andere Voraussetzungen als beim Automobilbereich

"Unsere Geschäftsstrategie hat sich nicht verändert", bemerkt Markus Schramm und vergleicht die Situation im Automobilbereich mit der bei den Motorrädern: "Im Gegensatz zur PKW-Sparte gibt es keinen regulatorischen Zwang durch eine Flottenzielsetzung. Für uns ist die Herausforderung größer, denn wir müssen mit den Emotionen überzeugen."

Markus Schramm

Markus Schramm ist seit 2018 für BMW Motorrad verantwortlich

Foto: BMW Motorrad

"Dadurch wird aber auch die Chance größer, denn wenn man mit den Emotionen überzeugt, dann rückt die rationale Debatte in den Hintergrund", erkennt der Verantwortliche der Motorradsparte im Hause BMW. In den vergangenen Monaten konnte sich Markus Schramm bereits überzeugen, dass E-Antriebe im Motorradbereich alles andere als emotionslos sind.

"Wenn man so einen Prototyp fährt, dann wird man auch als Petrolhead in eine kleine Schamecke manövriert. Man grübelt, ob man zugeben kann, dass man das Fahrerlebnis klasse fand", bemerkt der BMW-Motorrad-CEO.

Können Verbrenner und E-Bikes parallel existieren?

"Ich glaube, dass auch im Motorradbereich die E-Mobilität kommen wird", so Markus Schramm. "Die Glaskugel ist groß. Man erkennt nicht, wann es passieren wird. Ich glaube aber sehr stark an die Koexistenz."

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Foto: Ducati

"Wir pushen auch sehr stark für die E-Fuels, weil wir denken, dass es eine große Chance ist für den Motorradbereich, um klimaneutral zu sein. Diese Chance sollte man aus ideologischer Verbohrtheit nicht auslassen", stellt der BMW-Motorrad-CEO klar.

"Deshalb glaube ich an eine Koexistenz von Verbrennern und Elektro-Fahrzeugen. Ich bin skeptisch, dass wir eine Formel E im Motorradsport sehen werden. Aber ich weiß es nicht", erklärt Markus Schramm, der seit 2018 die Leitung von BMW Motorrad inne hat.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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