Jenson Button gewinnt sein erstes Rennen in der Super GT

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Jenson Button gewinnt sein erstes Rennen in der Super GT
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Tomohiro Yoshita
17.09.2018, 12:59

Jenson Button holt gemeinsam mit Naoki Yamamoto seinen ersten Sieg in der japanischen Super-GT-Meisterschaft - Dabei wäre er beinahe abgeflogen

Großer Triumph für Jenson Button: Der ehemalige Formel-1-Pilot hat im Sportsland Sugo seinen ersten Sieg in der japanischen Super-GT-Meisterschaft erzielt. Gemeinsam mit Naoki Yamamaoto fuhr Button im Honda NSX des Teams Kunimitsu seinen ersten Sieg in einem offiziellen Rennen seit dem Großen Preis von Brasilien 2012 ein. Der Weg dorthin war alles andere als einfach, denn zunächst musste sich Yamamoto einem hartnäckigen Nissan erwehren, anschließend segelte Button beim Überrunden von der Strecke. Zum Schluss gab es einen 6-Runden-Sprint am Ende einer Safety-Car-Phase.

Yamamoto nahm das Rennen von der Pole-Position aus auf, konnte im dichten Verkehr auf der mit nur 3,737 Kilometern kürzesten Strecke des Jahres aber seinen Verfolger Jann Mardenborough (Team Impul) nicht abschütteln. Vor den Boxenstopps ging dieser in Führung. Beim Fahrerwechsel allerdings verlor die Nissan-Mannschaft Zeit, sodass nun Button die Führung übernahm.

Was dann geschah, erzählt er aus seiner eigenen Perspektive nach: "Das war ein extrem haariger Moment. Normalerweise sollte man in der letzten Kurve nicht außen überholen, weil man einfach von der Strecke rutscht. Naoki hatte mich bereits gewarnt, dass dort gewaltige Marbles liegen. Aber da waren zwei extrem langsame GT300-Fahrzeuge vor mir. Ich bin nicht einmal zu sehr von der Linie gefahren. Doch plötzlich hatte ich keinen Grip mehr auf der Vorderachse."

 

Die GT300 ist die kleinere Kategorie in der Super GT, die überwiegend aus GT3-Fahrzeugen besteht. Button aus der schnelleren GT500-Kategorie rutschte in der extrem schnellen, langgezogenen Zieleingangskurve, der sich ein gewaltiges Bergaufstück anschließt, von der Strecke. Die Reifenstapel stehen in Murata-Sugo vergleichsweise nahe an der Strecke, doch Button konnte einen Einschlag verhindern. "Das einzige Problem war, dass ich von da an Gras im Kühler hatte, aber sonst war alles okay."

Noch ein Aha-Erlebnis im Schlussspurt

Nach einem Unfall in der GT300 musste das Safety-Car ausrücken, was für einen packenden Showdown über sechs Runden führte. "Das waren echt harte Runden, aber Siege in der Super GT sind generell nie leicht", gibt Button zu. Er behielt die Nerven und konnte die Angriffe von Tomoki Nojiri im ARTA-Honda abwehren. Honda fuhr damit einen Doppelerfolg ein, obschon die Mittelmotor-Fahrzeuge vor dem Rennen zehn Kilogramm Zusatzgewicht einladen mussten.

Trotzdem musste Button eine weitere Schrecksekunde über sich ergehen lassen. In der letzten Runde stand plötzlich ein Medical Car an einer der engsten Stellen des Kurses mitten auf der Strecke. Das ärgert den 38-Jährigen gewaltig: "Es gab keinen Grund, dass es sich mitten in die Schikane gestellt hat. Der Unfall war schon eine Kurve vorher. Gefährlicher geht es kaum. Die Super GT ist ein Vorbild in Sachen Sicherheit, aber ein paar Dinge gibt es noch zu verbessern." Eine Untersuchung ergab, dass es sich um kein Medical Car der Rennserie handelte, sondern um ein Fahrzeug des Streckenbetreibers, auf den nun Ärger zukommen könnte.

Dennoch überwiegt die Freude bei Jenson Button: "Das ist ein emotionaler Sieg für das gesamte Team. Ich musste ja jetzt sechs Jahre lang auf einen Sieg warten. Das Rennen selbst hat Spaß gemacht und ich habe eine Menge gelernt. Ich habe so viele Dinge über das 300-Kilometer-Rennen von Sugo im Vorfeld gehört und sie stimmen alle. 44 Autos auf dieser Strecke sind echt irre. Was für eine tolle Erfahrung!" Button und Yamamoto sind damit jetzt neuer Tabellenführer. Zwei Rennen stehen noch auf dem Programm.

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