Erstes Jahr in der SSP-WM: Troy Bayliss erwartet noch keine Siege von Sohn Oli

Oli Bayliss spricht im Exklusiv-Interview über den schwierigen Saisonstart in der Supersport-WM, das hohe Niveau in Europa und die Magie des Ducati-V2-Motors

Erstes Jahr in der SSP-WM: Troy Bayliss erwartet noch keine Siege von Sohn Oli
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Als Oli Bayliss am 20. September 2003 in Monaco geboren wurde, fuhr Vater Troy Bayliss seine erste Saison in der MotoGP. Etwas mehr als 18 Jahre später ist Oli Bayliss ein WM-Pilot und Vater Troy hilft in der Box und abseits der Rennen mit seiner Erfahrung.

Wir haben uns in Assen exklusiv mit Oli Bayliss getroffen, um über den Wechsel von Australien nach Europa und die Debütsaison in der Supersport-WM zu sprechen.

An Europa hatte Oli Bayliss bisher nur verschwommene Erinnerungen. "Ich war bei den Rennen meines Vaters bis ich fünf Jahre alt war. Danach kehrten wir nach Hause zurück", berichtet der 18-jährige Australier im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Troy Bayliss

Troy Bayliss freute sich in Assen zusammen mit Barni-Chef Marco Barnabo über die ersten Punkte

Foto: Barni Racing Team

In seiner Heimat arbeitete sich Oli Bayliss durch die verschiedenen Klassen und pilotierte im vergangenen Jahr eine über 240 PS starke Ducati Panigale V4R. "In Australien sammelte ich Erfahrungen mit der 300er, der Supersport-Maschine und schlussendlich auf dem Superbike. Der Aufstieg in eine höhere Klasse ist normalerweise schwieriger", bemerkt er.

Vom Superbike zurück zur Supersport-Maschine

In der Supersport-WM fährt Oli Bayliss eine Ducati Panigale V2. Den Schritt zurück zur leistungsschwächeren Maschine sieht er als Vorteil an: "Ich bin mit dem Supersport-Bike gut vertraut. Es ist einfacher, wenn man sich darauf konzentrieren kann, die Strecken zu lernen."

Oli Bayliss

Oli Bayliss fährt in der Supersport-WM eine Ducati Panigale V2

Foto: Barni Racing Team

Der Wechsel in die WM brachte viele Veränderungen mit sich. "Wir sind nach Europa gezogen. Dadurch hat sich der komplette Lebensstil verändert", berichtet Oli Bayliss. "Es ist toll, in Europa zu leben. Ich hoffe, dass sich für mich eine richtige Karriere entwickelt."

Oli Bayliss

In der Australischen Meisterschaft fuhr Oli Bayliss eine Ducati Panigale V4R

Foto: DesmoSport Ducati

"Ich weiß noch nicht, wie lange ich in der Supersport-WM fahre. Vermutlich werde ich so lange in dieser Klasse fahren, bis sich regelmäßig gute Ergebnisse einstellen", so der Sohn von WSBK-Legende Troy Bayliss.

Enge Verbindung zum V2-Motor von Ducati

Mit seinen drei Superbike-WM-Titeln machte sich Troy Bayliss bei den Ducatisti unsterblich, denn er gewann mit drei unterschiedlichen Ducati-Modellen die Meisterschaft. Diese drei Superbikes wurden alle von V2-Motoren angetrieben. Jetzt sitzt Sohn Oli Bayliss ebenfalls auf einer V2-Ducati.

Ducati Panigale V2 Bayliss

Die Ducati Panigale V2 in der Sonderedition zu Ehren von Troy Bayliss

Foto: Motorsport Images

"Ich habe mich mit meinem Vater darüber unterhalten. Ich fahre das Motorrad, von dem Ducati eine Replika zu Ehren meines Vaters aufgelegt hat. Seine Karriere ging auf einem V2-Bike zu Ende. Meine Karriere beginnt jetzt auf einem V2-Bike. Es hat sich irgendwie so ergeben", kommentiert Oli Bayliss und fügt hinzu: "Ich finde das natürlich cool."

Klarer Aufwärtstrend beim zweiten WSSP-Event in Assen

Beim WM-Debüt in Aragon wurde Oli Bayliss mit der harten Realität konfrontiert. Der WM-Rookie scheiterte in beiden Rennen deutlich an den Punkterängen. Doch bereits in Assen zeigte sich, dass der Trend klar nach oben geht. Bayliss beendete beide Rennen in den Top 15 und kratzte als Elfter in Lauf zwei sogar an den Top 10.

Troy Bayliss; Oli Bayliss

Die WSSP-Saison 2022 wird für Oli Bayliss ein Lernjahr

Foto: Barni Racing Team

"Wir werden in diesem Jahr keine Rennen gewinnen", bremst der WM-Neuling die Erwartungen. "Ich rechne nicht damit und auch das Team und mein Vater erwarten es nicht. Wir möchten an jedem Wochenende etwas dazulernen."

"Die bisher größte Erkenntnis ist, realisiert zu haben, wie hoch das Niveau ist. Es gibt hier 30 richtig starke Fahrer", bemerkt Oli Bayliss. "In Aragon fuhr ich zum ersten Mal außerhalb der Punkteränge ins Ziel, ohne ein Problem gehabt zu haben. Mir ist klar, dass die kommenden Jahre richtig hart werden. Ich weiß aber, dass ich kein schlechter Fahrer bin und es eines Tages schaffe."

"Der Wettbewerb ist so hart um kämpft und alle Strecken sind neu. Die Gegner verfügen über mehr Erfahrung auf diesen Kursen", erklärt Oli Bayliss und fügt hinzu: "Mein Vorteil ist mein Alter. Ich bin 18 Jahre alt und habe noch viel Zeit."

Mit Bildmaterial von Barni Racing Team.

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