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Nach Blamage 2023: Was wurde aus der elektrischen STCC?

Im Jahr 2023 musste die STCC ihre Rückkehr als Elektro-Tourenwagenserie absagen - Mittlerweile ist eine Saison im Kasten, doch schon geht es wieder ums Überleben

Heiko Stritzke

Heiko Stritzke

Bearbeitet: 30.12.2024, 18:37

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Nach Blamage 2023: Was wurde aus der elektrischen STCC?

Die STCC bot ein packendes Finale im Mantorp Park, doch nun wird ein neuer Promoter gesucht

Foto: STCC STCC

Elektro-Tourenwagen in Skandinavien sagt Saison 2023 ab - das war eine unserer meistgeklickten Tourenwagen-Storys des vergangenen Jahres. Der banale Grund damals: Die Autos wurden nicht rechtzeitig fertig. Wie sieht die Lage zum Jahreswechsel 2024/25 aus?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Skandinavische Tourenwagen-Meisterschaft (STCC) hat ihre erste elektrische Rennsaison wie geplant absolviert. Drei Teams - Brink Motorsport, PWR (einigen vielleicht noch aus dem WTCR 2019 bekannt) und Exion Racing - brachten zwölf Fahrzeuge mit vier verschiedenen Silhouetten (Tesla Model 3, Cupra Born, BMW i4 und Volkswagen ID.3) an den Start.

Die Rennen fanden auf selbst für skandinavische Verhältnisse extrem engen Strecken statt. Den Auftakt bildete ein Stadtkurs in Göteborg, der eher mit einer Kartbahn zu vergleichen war und ein Duellformat ähnlich dem Race of Champions bot. Das erste "Rennen" war sehr schwach besucht, was aber auch an den miserablen Bedingungen lag.

Danach ging es zu den ersten "richtigen" Rennen auf den Flugplatzkurs Ljungbyheds Motorbana, wo die 1.450 Kilogramm schweren Boliden in den engen Kurven etwas verloren wirkten. (Highlights aller Rennen auf dem STCC-Youtube-Kanal)

Dann der erste Rückschlag: Eigentlich sollte das Saisonfinale auf einem Stadtkurs in Helsingborg stattfinden. Doch im Juni wurde bekannt, dass das Event nicht stattfinden wird. Ein neuer Anlauf sollte 2025 unternommen werden, doch als beim Finale 2024 der Kalender für 2025 vorgestellt wurde, fehlte der Stadtkurs erneut.

Karlsson erster Elektro-Meister

Der Ring Knutstorp sprang ein. Auf der traditionsreichen, aber auch sehr engen Strecke in Kageröd wurden vier Rennen ausgetragen. Zuschauer, die Tickets für Helsingborg gekauft hatten und diese nicht zurückgeben wollten, wurden mit Bussen von Helsingborg zum 31 Kilometer entfernten Ring Knutstorp gefahren.

Die Rennen waren mäßig besucht, boten aber gute Rennaction, einschließlich einer umstrittenen teaminternen Kollision. Zur Action trug auch ein Push-to-Pass-System bei, das Überholmanöver auch auf den engen Strecken Schwedens ermöglicht.

Erfreulicher war der Zuschauerzuspruch beim Finale im traditionsreichen Mantorp Park. Obwohl auf dem ehemaligen Formel-2-Kurs nur eine Kurzanbindung gefahren wurde, gab es spektakuläre Rennen und einen spannenden Titelkampf. Das zeigt, dass eine bekannte Rennstrecke mit einer bekannten Rennserie durchaus auch mit Elektroboliden ein Publikumsmagnet sein kann.

So eng die Rennen auch waren, sportlich dominierte Brink Motorsport mit seinen Tesla Model 3 nach Belieben. Lediglich Routinier Robert Dahlgren konnte mit seinem PWR-Cupra einen Laufsieg stehlen - beim wenig aussagekräftigen Shootout in Göteborg.

Den Titel sicherte sich schließlich Mikael Karlsson (192 Punkte) mit nur sieben Zählern Vorsprung (FIA-Punktesystem plus 5-4-3-2-1 für das Qualifying) vor seinen Teamkollegen Jimmy Eriksson (185) und Tobias Brink (171). Dahlgren hatte als Tabellenvierter mit 145 Punkten keine Chance.

Schock kurz vor Weihnachten

Die Geschichte hätte hier mit einem Happy End enden können, doch kurz vor Weihnachten kündigte der Vermarkter SNB Events an, seine Aktivitäten zum Jahresende einzustellen. Nach nur einer Saison seit dem elektrischen Neustart ist die STCC auf der Suche nach einem neuen Vermarkter.

SNB hatte die STCC 2020 übernommen und stolperte direkt in die COVID-19-Pandemie. Danach war der Promoter die treibende Kraft hinter den Elektrifizierungsplänen der Serie, musste aber 2023 den großen Rückschlag hinnehmen, als die Serie die Saison absagen musste.

Ursprünglich sollte das Starterfeld 2025 auf zwölf Fahrzeuge aufgestockt werden. Aber jetzt hat die Serie erst einmal dringendere Probleme. Eine mögliche Lösung ist, dass der schwedische Motorsportverband selbst als Promoter auftritt.

Anna Nordkvist, Generalsekretärin des Verbandes, klingt jedenfalls nicht abgeneigt: "Natürlich ist es traurig, dass SNB Events AB seine Rolle als Vermarkter der STCC beendet. Aber es ist nichts Neues, dass Meisterschaften den Promoter wechseln, und wir sehen weiterhin großes Potenzial in der STCC. Sie hat historische Schritte nach vorne gemacht, wenn es darum geht, klimafreundliche, unterhaltsame und verlässliche Top-Rennen auf nationaler Ebene anzubieten."

"Die STCC hat eine starke Tradition im schwedischen Motorsport, ist eine Marke, die weit über die Motorsportwelt hinaus bekannt ist, und hat hochprofessionelle Teams, Fahrer und Mitarbeiter, die ihr verbunden sind. Als nächstes werde ich die Teams zu einem ersten Treffen einladen, um die nächsten gemeinsamen Schritte zu besprechen."

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