12-Stunden-Rennen in der NLS: Weshalb es in zwei Abschnitten gefahren wird

Attraktives Gesamtevent für Sponsoren und Fans: VLN-Generalbevollmächtiger Ralph-Gerald Schlüter erklärt die Idee hinter dem 12-Stunden-Rennen der NLS

12-Stunden-Rennen in der NLS: Weshalb es in zwei Abschnitten gefahren wird

2020 aus der Corona-Not geboren, traf der Double-Header der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN) mit je einem 4-Stunden-Rennen am Samstag und am Sonntag auf Anhieb den Nerv von Teilnehmern und Fans und erfreute sich großer Beliebtheit.

In der Saison 2022 wird diese Veranstaltung nun weiterentwickelt. Erstmals in der Geschichte der NLS beziehungsweise VLN wird es am 11. und 12. September 2022 ein 12-Stunden-Rennen geben. Dieses wird allerdings nicht an einem Stück, sondern in zwei Abschnitten von jeweils sechs Stunden am Samstag und am Sonntag ausgetragen - auch wenn sich viele Fahrer ein anderes Format gewünscht hätten.

"Natürlich war es der Wunsch der Fahrer zu sagen, wir fahren zwölf Stunden in einem durch", sagt Ralph-Gerald Schlüter, Generalbevollmächtigter der VLN e.V. & Co. oHG, im Interview mit 'Motorsport.com'. "Also beispielsweise Freitag Training und Samstag Rennen von morgens 9 Uhr bis abends 9 Uhr."

Samstagabend Zeit für Gäste und Sponsoren

Doch die Serienorganisatoren hatten da von Anfang an andere Pläne. "Unsere Intention war, ein attraktives Wochenendprogramm mit Beiprogramm für die Zuschauer zu machen", sagt Schlüter. "Das bedingt eben, dass ich in zwei Sektionen fahre. Einmal sechs Stunden am Samstag und einmal sechs Stunden am Sonntag."

Denn der Hintergedanke hinter dem 12-Stunden-Rennen war von Beginn an ein Gesamtevent zu schaffen, welches für Team, Sponsoren und Zuschauer gleichermaßen attraktiv ist. Da nach der Zielankunft des ersten Rennteils am Samstag um 21:30 Uhr Parc-ferme-Bedingungen herrschen, sei der Abend aus Sicht der Serienorganisatoren ideal für ein Programm für Gäste und Sponsoren geeignet. Auch für die "normalen" Zuschauer soll ein Rahmenprogramm für Unterhaltung abseits der Rennaction sorgen.

Mit dem 12-Stunden-Rennen will die VLN das Marketing der Rennserie auf eine noch professioneller Stufe stellen. Allerdings ist die zunehmende Kommerzialisierung der NLS vielen eingefleischten Fans ein Dorn im Auge. Doch der "Eventcharakter" sei im Jahr 2022 ein Bestandteil der NLS-DNA, meint Schlüter.

Nur Rennen alleine nicht mehr finanzierbar

"Ich kann heute keine Rennserie mehr machen wenn ich sage: Ich mache die Rennstrecke auf, da fahren dann ein paar Leute rum und alles andere interessiert mich nicht", sagt er. "Sowas lässt sich nicht mehr finanzieren, auch für die Teams nicht."

"Die Teams bekommen ja auch nur Sponsoren, wenn das richtig bekannt ist, wenn viele Zuschauer kommen, wenn die Reichweite groß ist. Wenn sich kein Mensch dafür interessiert, dann kommen auch keine Sponsoren", so Schlüter weiter. "Deshalb ist das auch im Sinne der Teams, hier möglichst ein Umfeld zu schaffen, das diese Aspekte auch berücksichtigt."

Es sei Aufgabe der VLN als Serienorganisation, eine Plattform zu schaffen, die für Sponsoren wie für Fans gleichermaßen attraktiv ist. "Und das hat nicht immer was mit Rennen zu tun, sondern dazu gehört auch alles drumherum an Veranstaltungen, an Begleitevent", erklärt Schlüter. "Das betrifft auch alle Aktivitäten, die mit Nürburgring-TV zu tun haben, die mit dem Hubschrauber zu tun haben."

Auf diesem Weg sei das 12-Stunden-Rennen in der Saison 2022 ein erster Schritt, der aber möglicherweise noch nicht in allen Belangen reibungslos laufen werde. "Es ist das erste 12-Stunden-Rennen, das wird in 2022 noch nicht perfekt sein. Darüber müssen wir uns klar sein", meint Schlüter. "Das muss auch wachsen so etwas, natürlich wachsen. Beim 24-Stunden-Rennen vor 20 Jahren gab es auch kein Riesenrad."

Mit Bildmaterial von VLN.

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