BMW i8 von Sorg Rennsport: Kommt jetzt Hybrid in die VLN/NLS?

Bei den Einstellfahrten zum 45. DMV Münsterlandpokal bahnt sich Spektakuläres an: Ein BMW i8 fährt mit der Startnummer 2022 - Was plant die VLN?

BMW i8 von Sorg Rennsport: Kommt jetzt Hybrid in die VLN/NLS?

Spektakulärer Neuzugang bei den Probe- und Einstellfahrten im Vorfeld des Finals der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN): Bei den Einstellfahrten zum 45. DMV Münsterlandpokal, dem Saisonfinale 2021, wurde ein BMW i8 mit der Startnummer 2022 gesichtet.

Informationen von 'Motorsport.com Deutschland' zufolge handelt es sich hier um einen Vorreiter für Großes am Nürburgring für die kommende Saison. Der i8 wird von Sorg Rennsport eingesetzt und trägt die vielsagende Startnummer 2022. Volker Strycek ist als einer der Fahrer auf dem Boliden an diesem Freitag aktiv.

Auch das ist etwas Besonderes, denn Strycek, der am kommenden Mittwoch 64 Jahre jung wird, ist nicht gerade als BMW-Pilot bekannt. Allerdings ist er Leiter im Bereich Technik bei der VLN. Dass er sich ans Steuer setzt, deutet darauf hin, dass die VLN dem Boliden eine dauerhafte Heimat geben möchte.

Der i8 ist zwar nicht das erste Hybridfahrzeug, das auf dem Nürburgring antritt. Mit dem Porsche 911 GT3 R Hybrid, dem Gumpert Apollo von Heinz-Harald Frentzen und dem Ferrari P4/5 Competizione der Scuderia Cameron Glickenhaus sind bereits mehrere Fahrzeuge mit einer kinetischen Energierückgewinnung (KERS) angetreten. Es handelte sich jedoch jeweils um Prototypen und die Einsätze waren sporadisch.

 

Der i8 wäre das erste Serienhybridfahrzeug, das sich in der NLS auf die Strecke traut. Und ein Team wie Sorg Rennsport, das vom Nürburgring lebt, wird den Boliden nicht aufgebaut haben, um nur eine Handvoll Rennen damit zu absolvieren.

Das wirft jedoch Fragen bezüglich der Klassenstruktur auf. Denn bislang fehlt eine Klassenstruktur am Nürburgring für Hybridfahrzeuge - sie können bislang lediglich in der SPX auf speziellen Antrag antreten. Das Design mit großem Flügel und Diffusor würde dazu auch passen.

Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass Sorg Rennsport - ein Team, das auf teilnehmerstarke Serienwagenklassen setzt - sich in eine Klasse stürzen wird, die oft nicht einmal eine Handvoll Teilnehmer hat. Ganz zu schweigen davon, dass ein i8 mit serienmäßig 374 PS und mehr als 1.600 Kilogramm Leergewicht einem Porsche 911 GT3 Cup MR oder Glickenhaus 004C kaum gewachsen wäre.

Elektro-Offensive am Nürburgring

Somit bleibt als zweite Option, dass die VLN den Hybridboliden ein komplett neues Zuhause schafft. Das ließe sich entweder über einen Hybrid-Koeffizienten wie einst bei Turbofahrzeugen für die regulären Klassen oder gleich eine eigene Klasse bewerkstelligen.

Heinz-Harald Frentzen

Der Gumpert Apollo von Heinz-Harald Frentzen war 2008 erster Hybrid auf der Nordschleife

Foto: Foto-Urner.de

Im Fahrerlager des Nürburgrings heißt es, dass es noch an diesem Wochenende Neuigkeiten zu diesem Thema geben soll. Man darf gespannt sein.

Am Nürburgring läuft in diesem Jahr eine Elektrooffensive: Bereits im Juli hat die Rundstrecken-Challenge-Nürburgring (RCN) für ihre Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) eine reine Elektroklasse im Jahr 2022 ausgeschrieben. Der Wettbewerb hört auf den Namen "Green Challenge".

Beim Bergischen Schmied Ende August nahmen fünf Elektroautos an der Generalprobe für die Saison 2022 teil. Sie traten über eine verkürzte Distanz von sechs Runden an. Auch die RCN plant mit Hybridklassen, die dann aber die volle Distanz fahren sollen. Genaues ist noch nicht bekannt.

Mit Bildmaterial von VLN.

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