BMW M4 GT3 rollt bei NLS-Debüt auf den letzten Metern aus - mit Absicht!

Beinahe hätte der BMW M4 GT3 seine Premiere in der NLS in den Top 10 beendet - Ausfall auf den letzten Metern einkalkuliert - Lob von Pilot Philipp Eng

BMW M4 GT3 rollt bei NLS-Debüt auf den letzten Metern aus - mit Absicht!

Der BMW M4 GT3 feierte beim siebten Rennen zur NLS-Saison 2021, dem ROWE-6-Stunden-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen, sein heiß erwartetes Renndebüt. Die Premiere auf der Nürburgring-Nordschleife kann als Erfolg verbucht werden, auch wenn Augusto Farfus und Philipp Eng letztlich nicht in die Wertung kamen. Doch das war sogar beabsichtigt!

BMW teilt in einer Presseaussendung nach dem Rennen nämlich mit: "Aufgrund einer geplanten Tankleerfahrt rollte das Fahrzeug in den Schlussminuten auf Platz zehn liegend ohne Benzin am Eingang der Boxengasse aus."

Farfus, der die finalen drei Stints im neuen GT3-Fahrzeug des Münchner Autobauers absolvierte, sollte am Rennende ganz bewusst ausloten, wie weit der BMW mit einer Spritladung auf der Nordschleife kommt. Da der letzte Stopp drei Runden vor Schluss absolviert wurde, kann davon ausgegangen werden, dass man bei der Gelegenheit keinen Sprit mehr nachfasste.

In Kombination mit dem vorherigen 7-Runden-Stint hätte der in der SPX-Klasse startende BMW M4 GT3 also beinahe zehn Runden auf der 24,358 Kilometer langen VLN-Variante des Nürburgrings geschafft! Wäre man über die rettende Ziellinie gekommen, wäre sogar ein Top-10-Resultat herausgesprungen.

Speed und Zuverlässigkeit des brandneuen Rennwagens können sich in der aktuellen Phase sehen lassen, weshalb Mike Krack, Leiter BMW M Motorsport, zufrieden bilanziert: "Das Fahrzeug lief wie ein Uhrwerk, wir hatten weder am gestrigen Testtag noch heute in Qualifying und Rennen irgendwelche Probleme."

Zahlen zeigen: BMW M4 GT3 sofort gut dabei

Krack weiter: "Augusto und Philipp haben sich begeistert von der Performance des BMW M4 GT3 gezeigt und bestätigt, wie gut der BMW M4 GT3 auf der Nordschleife zu fahren ist." Dieser hervorragende Performance-Eindruck lässt sich auch mit Zahlen untermauern.

Vergleicht man die Bestzeiten in den einzelnen Stints zwischen Farfus/Eng, sowie Kevin Estre und Michael Christensen im siegreichen Manthey-Porsche #911, so fällt auf, dass dem BMW in den meisten Fällen nur zwei bis vier Sekunden fehlen. In einem Stint mit Gelbphasen auf der Strecke lag die Bestzeit von Farfus sogar unter jener von Estre (8:20.139 Minuten vs. 8:20.407 Minuten).

Auch die Abstände zwischen den beiden Fahrzeugen haben sich in den einzelnen Stints nur geringfügig verändert. Entscheidender waren hier die Boxenstopps. Da der BMW M4 GT3 in der Spezial-Klasse SPX gemeldet war, der "Grello" hingegen in der SP9-Kategorie, kommt noch ein Zeitdefizit von 30 Sekunden pro Boxenstopp hinzu.

 

Ein Start in der SPX-Klasse brachte noch einen weiteren Nachteil mit sich: Der BMW M4 GT3 musste nach Position 17 im Zeittraining vom Ende des GT3-Feldes starten. Dadurch häufte er allein schon in der Startphase eineinhalb Minuten Rückstand an, zusätzlich zu den zweieinhalb Minuten, die man wegen der fünf Boxenstopps verlor.

Doch um die reine Performance ging es bei diesem Einsatz ohnehin nicht, wie auch der einkalkulierte Ausfall auf den letzten Metern des Rennens beweist. "Es war wichtig, dass das Auto durchfährt und dass wir im Rennbetrieb Kilometer sammeln", klärt Eng im 'NLS-Rückspiegel' auf.

Philipp Eng: Von mir aus könnten wir 24h-Rennen fahren

"Das war sehr wichtig, was das ganze Offline-Fahren angeht, was das Überholen der ganzen langsameren Autos angeht. Das hat alles super funktioniert. Augusto und ich haben gepusht, wie die Tiere. Dafür werden wir bezahlt. Und wir hatten natürlich auch Mega-Spaß", lobt der Österreicher die Fähigkeiten von BMWs neuem GT3-Flaggschiff im Verkehr.

Dabei spielt auch das Vertrauen, dass ihm das Fahrzeug vermittelt, eine große Rolle: "Wenn du ein Auto hast, wo du vielleicht nicht das hundertprozentige Vertrauen in die Hinterachse hast, speziell wenn du dann mal andere Autos überholen musst, dann bist du allein schon fünf Sekunden zu langsam. Einfach, weil du das Potenzial des Autos nicht nutzen kannst."

Philipp Eng, Augusto Farfus

Der BMW M4 GT3 behauptete sich problemlos im dichten NLS-Verkehr

Foto: VLN Media

Und auch in Sachen Ergonomie und Bedienbarkeit ist BMW mit dem M4 ein Schritt nach vorn gelungen, glaubt man Eng: "Du setzt dich ins Auto rein und fühlst dich sofort wohl. Es hat alles seinen Platz. Du fühlst dich gut drin. Das ist in einem Rennauto schon die halbe Miete."

Beim Packaging und auch bei der Vermittlung von Vertrauen helfen auch die ausladenden Maße des Autos: 5,02 Meter Länge, 2,04 Meter Breite und ein Radstand von 2,917 Metern. Länge und Radstand sind im Vergleich zum M6 GT3 nochmals größer geworden.

Unterm Strich bietet der BMW M4 GT3 also viel Potenzial bei gutmütigem Fahrverhalten. Da verwundert es nicht, dass Eng meint: "Von mir aus könnten wir direkt ein 24-Stunden-Rennen fahren!" Es steht allerdings noch nicht fest, wann BMW den M4 GT3 zum nächsten Mal einsetzt.

Mit Bildmaterial von VLN Media.

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