Geheimer Kniff: Wie Max Verstappen die GT3-Elite überrascht
Dani Juncadella erzählt, dass Max Verstappen eine völlig neue Tür geöffnet habe, was das Fahren in "Dirty Air" angeht - Wie der F1-Star die GT3-Szene begeistert
Verstappen erklärte Juncadella, wie er so dicht an Haase dranblieb - Der Spanier ist verblüfft
Foto: Speedpictures Speedpictures
Max Verstappens NLS2-Auftritt schlägt weiterhin hohe Wellen in der GT3-Welt. Wie es der viermalige Formel-1-Weltmeister schaffte, Audi-Pilot Christopher Haase auf der Nürburgring-Nordschleife rundenlang in dessen verwirbelter Luft dicht zu folgen, lässt selbst GT3-Profis die Kinnlade runterklappen.
Sein Teamkollege Dani Juncadella, der für Verstappens Team auch die GT-World-Challenge (GTWC) Europe 2026 bestreiten wird, enthüllt im Gespräch mit Motorsport-Total.com, dass Verstappen einen speziellen Kniff gegen den Gripverlust im Windschatten gefunden hat, auf den selbst erfahrene GT3-Profis nie gekommen wären.
"Tatsächlich hat er da etwas ziemlich Besonderes gemacht", lässt Juncadella aufhorchen. "Wir haben nach dem Rennen darüber gesprochen. Es ist etwas, worauf ich selbst nie gekommen wäre - und ich fahre schon lange GT-Autos. Ich werde aber nicht sagen, was es ist, das behalte ich lieber für mich. Ich finde, das ist ein schöner Trick, den er da entdeckt hat. Vielleicht erzähle ich es irgendwann mal."
In der Formel 1 bestimmt das Thema "Dirty Air" seit Jahrzehnten die Debatte um langweilige Rennen. Entsprechend mussten die Fahrer sich mit dem Thema weitaus mehr auseinandersetzen als im GT-Sport. Bei GT3-Fahrzeugen ist der Effekt deutlich geringer, aber durchaus spürbar.
"Max blieb ihm so dicht auf den Fersen - es war wirklich beeindruckend, wie gut er verstanden hat, wie er so nah dranbleiben kann", so Juncadella weiter. "Es war ja das erste Mal, dass er im GT3 hinter einem anderen Auto kämpfen musste."
Einen kompletten Stint über im Zweikampf mit einem anderen Piloten zu sein, war für Verstappen eine neue Erfahrung. Sein Debütsieg bei NLS9 im vergangenen Jahr war ein einsamer Triumph an der Spitze in "Clean Air". Diesmal musste er im ersten Stint gegen Haases Audi R8 LMS GT3 Evo II kämpfen.
Griplevel immer richtig antizipiert
Was den 34-Jährigen außerdem begeisterte, war, wie schnell Verstappen das Limit des Autos fand: "Es ist weniger der Fahrstil selbst als vielmehr das Selbstvertrauen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie er in ein Auto steigt, das er kaum kennt, auf einer Strecke, die extremes Vertrauen erfordert - und trotzdem vom ersten Moment an auf Pace ist. Das ist einfach Max."
Verstappen schiebt sein Gefühl für das Limit von Fahrzeugen häufig auf unzählige Stunden im Kart bei nasser Strecke, wenn sich das Gripniveau ständig ändert. Hinzu kommen unzählige Stunden im Sim-Racing, bei dem das Limit ohne "Popometer" erreicht werden muss.
"Durch all die Rennen, die er im Simracing in GT-Autos gefahren ist, versteht er sehr gut, wie man gegen andere fährt und Situationen liest", bestätigt Juncadella.
Während Verstappen für das Feuerwerk in der Anfangsphase sorgte, hatte Juncadella die Aufgabe, den Vorsprung durch einen von Code-60-Phasen zerstückelten Stint zu verwalten. Dass er die Acht-Minuten-Marke im Gegensatz zu Verstappen nicht knacken konnte, stört den Spanier wenig - die Daten sprechen für sich.
"Wir lagen alle über acht Minuten wegen dieser Code-60-Phasen. Aber ich habe mich an der Spitze wohlgefühlt", erklärt er. "Wir mussten uns auch nicht mehr wirklich mit dem Audi auseinandersetzen, weil dort Christophers Teamkollege [Nico Hantke] gefahren ist, der noch ein paar Runden auf der Nordschleife braucht." Es war Hantkes erstes Rennen im Audi auf der Nordschleife.
Als Juncadella das Steuer an Jules Gounon übergab, war der Vorsprung bereits auf 20 bis 30 Sekunden angewachsen. "Im Grunde hat das den Ausgang des Rennens schon weitgehend entschieden", bilanziert der Spanier. Es sprang ein überragender Sieg mit einer Minute Vorsprung heraus, der dem Team wegen der Verwendung zu vieler Reifensätze aber wieder aberkannt wurde.
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