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Historischer Doppelsieg: Einsatz von Flynt Schuring war gar nicht geplant

Morris und Flynt Schuring schreiben Geschichte auf der Nürburgring-Nordschleife - So denken die beiden Brüder ein paar Tage nach dem Triumph

Historischer Doppelsieg: Einsatz von Flynt Schuring war gar nicht geplant

Morris und Flynt Schuring schrieben bei NLS9 Geschichte

Foto: VLN

Die stolzeste Person im Fahrerlager der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) dürfte am vergangenen Wochenende Gerwin Schuring gewesen sein. Der ehemalige Nordschleifen-Pilot durfte zusehen, wie seine beiden Söhne Morris und Flynt die ersten beiden Plätze im Sonntagsrennen für Schnabl Engineering holten. Dabei war es so eigentlich gar nicht geplant.

Eigentlich sollte Sven Müller den Dunlop-Porsche #17 steuern, doch er wurde kurz vor dem Rennen krank. Flynt Schuring, Porsche-Junior und seit Jahren Protagonist in der Porsche-Cup-Szene, kam somit unverhofft zu seinem ersten SP9-Einsatz auf der Nordschleife und überzeugte alle auf Anhieb - inklusive seines erfahrenen Teamkollegen Nico Menzel.

Morris und Flynt Schuring sind das erste Brüderpaar aus den Niederlanden, das gemeinsam bei der NLS aufs Podium klettert. Am Renntag selbst hielten sich beide mit Emotionen noch zurück. Die Strapazen nach dem Double-Header mit zwei 4-Stunden-Rennen ließen beide die Tragweite noch nicht ganz begreifen. Inzwischen sind ein paar Tage ins Land gezogen - und damit setzte auch die Realisierung ein.

"Es fühlt sich ganz besonders an. Während des Rennwochenendes ist man natürlich fokussiert und denkt nicht so viel darüber nach, aber zurückblickend ist es natürlich sehr speziell, dass wir nun zu zweit auf dem Podium stehen", sagt Ex-DTM-Pilot Morris, der ältere der beiden Brüder, gegenüber Motorsport-Total.com.

"Wir beide auf dem Podium mit Pro-Autos - das ist etwas, das wir noch vor fünf Jahren nicht einmal zu träumen gewagt hätten! Es geht alles sehr rasant; somit ist es auch wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, um zu verstehen, dass es ein besonderer Abschnitt ist. Und dass wir das als Brüder zusammen erleben können."

Flynt ergänzt, ebenfalls gegenüber Motorsport-Total.com: "Ein Doppelsieg zusammen mit Morris ist natürlich etwas ganz Besonderes! Ich hatte das überhaupt nicht erwartet. Mehr noch: Ich hatte gar nicht erwartet, an jenem Wochenende überhaupt auf der Nordschleife zu fahren, das war zunächst nicht geplant und kam alles recht kurzfristig."

"Und dann auch noch mit dem 911 GT3 R - mein erster Renneinsatz mit einem GT3-Auto auf der Nordschleife. Dass wir es dann so abschließen konnten, nach einem wirklich irren Rennen mit so vielen Wetterkapriolen, war einfach wunderschön!"

Zwei Brüder, eine WG

Die 20 und 21 Jahre alten Brüder stehen sich sehr nahe. Sie leben zusammen in einer WG in Amsterdam, trainieren gemeinsam und arbeiten gemeinsam an ihrer Karriere. "Wir verstehen uns einfach sehr gut. Wir stärken uns gegenseitig, wo es angebracht ist. Ich denke, dass wir uns auch gegenseitig besser machen, da wir uns in einem professionellen Umfeld gegenseitig unterstützen", sagt Morris.

"Wir müssen beide natürlich viel trainieren, verbringen sehr viel Zeit im Simulator und was sonst noch so dazugehört. Daher ist es toll, wenn man das zusammen mit jemandem machen kann, der auch in dieser Situation ist. Das motiviert zusätzlich, macht stärker, und das sehe ich auch wirklich als eine Stärke, auf gar keinen Fall etwas Negatives."

Flynt bestätigt: "Unser Verhältnis ist super. Wir fahren zusammen für Porsche, dazu als Brüderpaar, das ist eine ungewöhnliche Konstellation. Dass das gleich beim ersten Einsatz mit dem GT3 auf Anhieb so erfolgreich war, ist natürlich toll! Wir machen die gleichen Erfahrungen, werden mit den gleichen Problemen konfrontiert und können uns dadurch auch immer sehr gut austauschen, einander stärken."

Natürlich aber steht über kurz oder lang die Frage im Raum, was mit dem Verhältnis passiert, sollten beide Brüder einmal um die Krone kämpfen. "Hoffentlich dauert es nicht allzu lange, bis wir um Siege und Titel kämpfen, das ist ja schließlich unser Ziel!", lacht Flynt.

"Einander herausfordern, das ist sicherlich nicht schlecht, das macht uns letztendlich beide besser und stärker. Wie das dann im Einzelnen aussieht, wird sich zeigen, darüber mache ich mir momentan noch keine Gedanken. Und vielleicht fahren wir ja auch zusammen."

Das ist auch die Hoffnung, auf die sich Morris stützt: "Man kann das ja auch umdrehen: Wir sind beide Endurance-Fahrer und könnten uns damit auch ein Auto teilen und gemeinsam um den Sieg kämpfen."

"Mit der Frage, wie es wäre, wenn wir gegeneinander um Siege und Titel fahren würden, beschäftige ich mich eigentlich nicht so viel. Und falls es dazu kommt, dann denke ich, dass wir beide erwachsen und reif genug sind, um gut damit umzugehen. Wir haben wohl auch Beispiele gesehen, wie sowas weniger optimal funktioniert, und ich denke, dass wir auch aus den Lektionen lernen, die andere erteilt bekommen haben."

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