Max Verstappen auf der Nordschleife: Noch immer Luft nach oben
Beim Sieg in der NLS fuhr Max Verstappen nur mit einem Grund-Set-up - Für Emil Frey Racing ist klar: Das Potenzial auf der Nordschleife ist noch lange nicht ausgeschöpft
Beim Set-up ist für Max Verstappen und Christopher Lulham durchaus noch Luft nach oben
Foto: VLN
Max Verstappen hat bei seinem vielbeachteten Gaststart in der Nürburgring-Langstrecken-Serie mit einem Set-up seines Ferrari 296 GT3 gewonnen, das noch lange nicht das Potenzial ausgeschöpft hat. Denn von den Erfahrungen von Frikadelli Racing, WTM Racing oder Kondo Racing, die mit Ferrari 296 auf der Nordschleife bereits angetreten sind, profitierte Emil Frey Racing nicht.
Wie Technikchef Jürg Flach im Gespräch mit Motorsport-Total.com verrät, trat das Team mit einem Basis-Set-up an. "Wir haben zu Beginn mal [bei Ferrari] angefragt, ob es ein Basis-Set-up für die Nordschleife gibt. Das haben wir bekommen, aber im Grunde haben wir dann alles selbst gemacht", erklärt Flach.
Verstappen, Lulham und das Team Emil Frey Racing hatten nur den Testtag im Mai als reale Vorbereitung zur Verfügung. "Mag sein, dass wir ein Stück weit Glück hatten [und gleich beim Set-up ins Schwarze getroffen haben]", räumt Flach ein.
"Aber je öfter man hier fährt, desto mehr Möglichkeiten tun sich auf. Mit jeder Runde lernt man neue Kniffe, wie man die Performance optimieren kann. Deshalb glaube ich auch, dass da noch einiges an Potenzial vorhanden ist."
Natürlich heißt das nicht, dass es keine Vorbereitung gegeben hat. Neben dem Testeinsatz im Mai war es vor allem Simulator-Arbeit, die Verstappen und Lulham in ihrer Freizeit absolviert haben: "Max und Chris haben unzählige Stunden im Simulator verbracht und mit dem GT4-Porsche ihr Permit absolviert. Das war die Basis."
Tatsächlich waren die Rundenzeiten Verstappens bereits beim Debüt sehr beeindruckend. Er fuhr gleich einmal die schnellste Runde des Jahres auf dem 24,358 Kilometer langen NLS-Layout der Nürburgring-Nordschleife.
"Ich habe mich riesig gefreut, dass wir das so ins Ziel bringen konnten", so Flach weiter. "Nach dem Qualifying gab es ja durchaus kritische Stimmen, warum er nicht ganz vorne stand. Aber dann hat er in den ersten zwei Stunden eindrucksvoll gezeigt, wie schnell man hier fahren kann."
Für Emil Frey Racing war es nach einer langen Pause eine Rückkehr auf die Nordschleife: "2016 sind wir zuletzt mit dem Lexus hier gefahren. Seitdem war Pause. Für uns war es also fast wie ein Neustart. Die Jungs haben sich extrem reingehängt, wir haben zusätzlich erfahrene Leute ins Boot geholt, die hier regelmäßig dabei sind. Zusammen mit zwei schnellen Fahrern hat das gepasst."
Damit stellt sich natürlich automatisch die Frage: Wenn Verstappen und auch Teamkollege Chris Lulham mit einem noch vergleichsweise simplen Ausgangspaket bereits siegfähig ist, wo liegt dann erst das finale Potenzial des Pakets? Falls der Niederländer 2026 tatsächlich beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife antritt, versteht sich natürlich.
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