Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

NLS-Titelkampf: So wird Adrenalin Motorsport nach sieben Jahren abgelöst

Nick Wüstenhagen und Ranko Mijatovic sind punktetechnisch bereits uneinholbar - Nur ein Passus im Reglement könnte ihnen beim Finale noch den Titel kosten

NLS-Titelkampf: So wird Adrenalin Motorsport nach sieben Jahren abgelöst

Mit Ablauf der Protestfrist nach NLS10 sollten Ranko Mijatovic, Nick Wüstenhagen und FK Performance feiern dürfen

Foto: VLN

Traditionell werden beim Saisonfinale der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) die Titel vergeben. Nicht selten fällt eine punktetechnische Entscheidung schon vor dem Finale, als Meister dürfen sich die dann erfolgreichen Fahrer aber noch nicht feiern lassen. (Übersicht aller Meisterschaftsstände der NLS 2025)

So ist es auch in dieser Saison: Ranko Mijatovic und Nick Wüstenhagen, mit einem BMW M4 GT4 von FK Performance Motorsport in der SP8T unterwegs, haben ihre Idealpunktzahl von 109 Punkten längst beisammen.

Sie könnten zwar noch von Arne Hoffmeister und Tim Scheerbarth (Mühlner Motorsport, Porsche 911 GT3 Cup, Cup2) eingeholt werden, würden im Stechen aber trotzdem vorne bleiben (siehe unten).

Dennoch darf der Deckel noch nicht draufgemacht werden, denn theoretisch könnten Mijatovic/Wüstenhagen beim letzten Lauf noch disqualifiziert werden. Eine Disqualifikation kann nach Absatz 25.2 des Sportlichen Reglements der Nürburgring-Langstrecken-Serie nicht als "Streicher" herangezogen werden.

Insofern dürfen Mijatovic und Wüstenhagen erst jubeln, wenn die Protestfrist nach dem Finale abgelaufen ist. Dennoch haben sie ihr Soll bereits erfüllt und ihre Teilnahme am Finale zeigt bereits, dass sie zuversichtlich genug sind, mit einem regelkonformen Auto zu fahren.

So wird gewertet

Bei zehn gefahrenen Rennen zählen die besten sieben Ergebnisse, es gibt also drei Streichresultate. Mijatovic/Wüstenhagen haben bereits acht der bisherigen neun Rennen in der SP8T für sich entschieden und auch immer mindestens sieben Teilnehmer in der Klasse gehabt, die ihnen die 15 (beim 6h-Rennen 19) Punkte für den Klassensieg garantiert haben.

Arne Hoffmeister und Tim Scheerbarth könnten mit einem Sieg zwar noch auf 109 Punkte ausgleichen, würden aber im Stechen den Kürzeren ziehen.

Zunächst zählt die Anzahl der Siege, zweiten und dritten Plätze, aber erst nach Berücksichtigung des Streichresultats. Sollten Hoffmeister/Scheerbarth die Cup2 beim Finale gewinnen, hätten sie wie Mijatovic/Wüstenhagen sieben Siege auf dem Konto, also Gleichstand.

Nach sieben Meisterschaften in Folge wird Adrenalin Motorsport die Krone abgeben müssen

Nach sieben Meisterschaften in Folge wird Adrenalin Motorsport die Krone abgeben müssen

Foto: VLN

Als nächstes das bessere Resultat im letzten Rennen, aber auch hier nach Berücksichtigung der Streichresultate. Da beide Titelkontrahenten nach Berücksichtigung des "Streichers" ihr jeweils letztes Rennen gewonnen hätten, fällt also auch hier keine Entscheidung.

Im dritten Schritt werden die Streichresultate verglichen. Und hier streichen Mijatovic/Wüstenhagen bereits 26 Punkte weg (einen Sieg und einen zweiten Platz vom Saisonauftakt). Selbst mit einem Sieg beim Finalrennen würden Hoffmeister/Scheerbarth lediglich 25 Punkte streichen. Damit ginge der Titel an FK Performance.

Gesetzt ist in diesen Szenarien, dass die Renndistanz mindestens 160 Minuten beträgt. Zwischen 80 und 160 Minuten gibt es halbe Punkte. Bei einer Distanz von unter 80 Minuten erfolgt keine Wertung. Da für den Samstagmorgen Nebel vorhergesagt ist, kann es zu Verzögerungen kommen.

Ära Adrenalin Motorsport (höchstwahrscheinlich) zu Ende

Nach sieben Meistertiteln in Folge, was einsamer Rekord in der VLN-/NLS-Geschichte ist, wird Adrenalin Motorsport erstmals seit 2017 nicht den Meister stellen. Ein achter Titel in Folge wäre nur möglich, wenn Philipp Leisen, Philipp Stahlschmidt und Daniel Zils ihre Klasse VT2-RWD gewinnen und gleichzeitig Mijatovic/Wüstenhagen disqualifiziert werden sowie Hoffmeister/Scheerbarth maximal Dritte in der Cup2 werden würden.

Adrenalin Motorsport stellte seit 2018 unentwegt den Meister, darunter viermal mit Philipp Leisen. Zwei Entscheidungen, 2021 und 2024, waren jeweils dramatisch. Pikant: Im Vorjahr war Ranko Mijatovic einer der Meister, also jener, der nun Adrenalin Motorsport die Trophäe aller Wahrscheinlichkeit nach entreißen wird.

Dennoch wird die Mannschaft von Matthias Unger nicht mit leeren Händen nach Hause gehen, denn sie wird mehrere Klassenmeisterschaften feiern können.

Speed-Trophäe: Welcher Falke macht es?

Beim Finale geht es auch noch um die Speed-Trophäe, also die Gesamtsiegerwertung. Hier steht bereits fest, dass Falken Motorsport seinen Titel verteidigen wird, was angesichts der doch sehr dürftigen Konkurrenz über die gesamte Saison hinweg in der SP9 Pro keine Überraschung darstellt.

Allerdings ist noch offen, welcher der türkis-blauen Neunelfer den Titel holen wird. Derzeit führt der Porsche #3 (türkise Außenspiegel) mit 16 Punkten Vorsprung auf den Titelverteidiger, den Porsche #4 (rote Außenspiegel). Punkteschema: 3-2-1 im Qualifying und 35 - 28 - 25 - 22 - 20 - 18 - 16 - 14 - 12 - 11 - 10... bis hin zu einem Punkt für Platz 20.

Topanwärter auf den Titel in der Speed-Trophäe: Der Falken-Porsche #3

Topanwärter auf den Titel in der Speed-Trophäe: Der Falken-Porsche #3

Foto: VLN

Die #3 kann also nur entthront werden, sollte sie im Gesamtklassement schlechter als Fünfter werden, wobei das Zeittraining die Situation noch leicht verschieben kann. Realistisch betrachtet kann nur ein Unfall oder größeres Problem bei der #3 den Gewinn der Speed-Trophäe noch verhindern.

Eine Besonderheit beim Finale: Nico Menzel wird nach vorläufiger Starterliste auf beiden Falken-Porsche starten. Gemeinsam mit Joel Sturm wird er versuchen, den Titelgewinn für die #3 unter Dach und Fach zu bringen, während er zusammen mit Dorian Boccolacci das Kunststück noch bewerkstelligen möchte, den Titel mit der #4 zu verteidigen.

Vorheriger Artikel 8. Oktober 2005 auf der Nordschleife: "Alter, ich bin abgeflogen"
Nächster Artikel Qualifying NLS10 2025: Neuer Streckenrekord durch Fabio Scherer!

Aktuelle News