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Rennbericht

NLS6 2026: Dunlop-Porsche siegt im Fotofinish in Bullenhitze

Premierensieg für den Schnabl-Porsche im Dunlop-Design - Nico Menzel und Sven Müller triumphieren in einer absoluten Hitzeschlacht mit 0,319 Sekunden Vorsprung

NLS6 2026: Dunlop-Porsche siegt im Fotofinish in Bullenhitze

Schnabl Engineering feiert den ersten NLS-Sieg im Dunlop-Design

Foto: Speedpictures Speedpictures

Eines der heißesten Rennen in der Geschichte der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) ging mit einem hochdramatischen Finale und einem Sieg für Nico Menzel und Sven Müller im Dunlop-Porsche #17 zu Ende. Es ist der erste Sieg für das Fahrzeug im neuen Design, das früher einmal der zweite Falken-Porsche war. (Ergebnis)

Mensch und Maschine gerieten bei bis zu 31 Grad Celsius Luft- und weit über 50 Grad Asphalttemperatur an ihre Grenzen. Bei der Hitze kam es zu einer Menge Code-60-Zonen. Es gab eigentlich keine Phase im Rennen, in der die Strecke komplett frei war. Entsprechend hoch war die Ausfallquote. Es wurden nur 27 Runden gefahren, die letzte Runde wurde mit fünf Sekunden Restzeit in Angriff genommen.

Sven Schnabl, Teamchef von Schnabl Engineering, Einsatzteam des siegreichen Fahrzeugs und des Falken-Porsches #44 (Bachler/Heinemann; DNF), sparte während des Rennens nicht mit Kritik: "Das Fahrverhalten heute ist eine Katastrophe. Wir alle machen Fehler, aber bei fünf bis sechs Code-60-Zonen gleichzeitig muss sich jeder an die eigene Nase fassen."

Von Anfang an ging es mit hoher Aggression im Rennen zur Sache. Die Startphase war vor allem in der absoluten Spitzengruppe von harten Kämpfen geprägt, bei denen viel ausgeteilt wurde.

Höhepunkt war dabei ein 3-Wide im Bereich Antoniusbuche am Ende der ersten Runde zwischen dem späteren Siegerfahrzeug von Nico Menzel, dem Gamota-BMW #23 (Zsigo/Kranz/Jahn; 7.) von David Jahn und dem Black-Falcon-Porsche #48 (Assenheimer/T. Müller/Pereira; 3.) von Dylan Pereira, bei dem Letzterer mit 270 km/h durchs Gras musste.

Zunächst setzten sich fünf Fahrzeuge an der Spitze ab: Polesetter Christian Krognes im Walkenhorst-Aston-Martin #35 (Krognes/Villagomez; 5.), der das Feld bis zum ersten Boxenstopp anführte, Adam Christodoulou im Prosport-Mercedes #26 (Christodoulou/Hill/Tilley; 4.), Klaus Bachler im Falken-Porsche, Robin Frijns im Schubert-BMW #77 (Klingmann/Frijns; 2.) und David Jahn im Gamota-BMW.

Führungswechsel nach zwölf Runden

Nico Menzel, der in der Startrunde nach einem Bodycheck durch das Kiesbett auf der Grand-Prix-Strecke musste, kam nach sechs Runden zum ersten Boxenstopp, während die meisten anderen Fahrzeuge sieben Runden fuhren. Damit gewann der Dunlop-Porsche "Track Position".

Als nach dem ersten Boxenstopp bei vielen Paarungen der schwächere Fahrer aufs Auto stieg, kristallisierte sich ein Zweikampf zwischen dem Dunlop-Porsche und dem Schubert-BMW heraus. Der Falken-Porsche konnte in der Hitze nicht ganz folgen.

In der zwölften Runde ging Menzel an Frijns vorbei. Anschließend konnte sich Sven Müller, der nach 14 Runden übernahm, weit genug absetzen, um den noch anstehenden Zeitverlust beim letzten Boxenstopp zu kompensieren. In der Schlussphase schloss Jens Klingmann nochmal deutlich auf, war in der letzten Runde dran, verpasste den Sieg aber um 0,319 Sekunden.

Eigentlich hätte Sven Müller auch verlangsamen und nach 26 Runden das Rennen beenden können. Aber das Risiko war ihm zu groß. "Aber dass wir dann in der letzten Runde eine Code 60 erwischen, in der der Jens so viel aufholen kann, haben wir uns so natürlich nicht vorgestellt", sagt Müller.

Menzel ergänzt: "Nichts mehr da in Sachen Fingernägel, aber ich hatte natürlich Vertrauen, dass der Sven das heimbringt. Aber trotzdem rutschte so ein bisschen das Herz in die Hose, wenn du dann siehst, dass eben genau dann in der letzten Runde noch eine Code 60 dazukommt, wo es nochmal richtig, richtig knapp wird."

Müller und Klingmann nahmen bis ins Ziel den anderen Fahrzeugen mehr als zwei Minuten ab. Platz drei ging an den Sieger der SP9 Pro-Am, den Black-Falcon-Porsche #48, gefolgt vom PROsport-Mercedes #26 und dem Walkenhorst-Aston-Martin #35, der sich Platz zwei in der SP9 Pro-Am sicherte.

Drama in der SP9 Am

Der Gamota-BMW holte sich Platz drei in der Subwertung, war aber in der vorletzten Runde Teil eines Zweikampfes mit dem Black-Falcon-Porsche #5 (Kaya/Piana/Stursberg; 12.). Dieser war eigentlich auf Kurs zum Sieg in der SP9 Am, dann verbremste sich Mustafa Kaya beim Angriff auf Antal Zsigo in der Goodyear-Kehre.

Den Sieg in der SP9 Am sicherte sich damit der Renazzo-Lamborghini #786 (Nana/Breuer/"Schmidtmann"; 10.). Weitere Plätze in den Top 10 sicherten sich der Hankook-Porsche #30 (Kim/"Ricardo"/Christensen; 6.) und der Ring-Racing-Mercedes #32 (Nakayama/Gülden/Sandtler; 8.).

Gar nicht nach Maß lief das Rennen für den KCMG-Mercedes #47 (Kobayashi/Fukuzumi/Gamou; 9.). Le-Mans-Sieger Kamui Kobayashi war vom zweiten Platz ins Rennen gegangen, hatte aber nicht das Tempo der absoluten Spitze im ersten Stint. Dadurch fiel er zurück.

In der fünften Runde wurde er dann von Frank Stippler im Juta-Audi #8 (Veremenko/"SELV"/Stippler; DNF) am Heck getroffen und umgedreht. Kobayashi schleppte sich langsam zurück an die Box und übergab das Fahrzeug an Nirei Fukuzumi. Der KCMG-Mercedes brachte das Rennen zu Ende, der Audi #8 flog Ende der dritten Stunde im Bereich Hatzenbach ab.

Der Falken-Porsche #44 schied kurz vor Schluss aus, als Tim Heinemann von einem BMW in einer Code-60-Zone am linken Hinterrad erwischt wurde.

Zum Schluss sei angemerkt, dass Ex-Formel-1-Pilot Scott Speed und der amtierende NLS-Meister Ranko Mijatovic das gesamte Hitzerennen über vier Stunden als Solisten absolviert haben.

Der siebte Lauf zur Nürburgring-Langstrecken-Serie ist das 6-Stunden-Rennen am 1. August 2026.

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