NLS8 2026: Schubert-BMW gewinnt Krimi gegen Falken-Porsche
Schubert Motorsport gewinnt ein turbulentes NLS-Rennen vor Falken und Max Kruse Racing. Erst in den letzten Metern fällt die Entscheidung um den Sieg.
Der Schubert-BMW mit Klingmann/de Wilde/Pepper siegt in einem spannenden Rennen
Foto: VLN
Schubert Motorsport hat den achten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie nach einem turbulenten und bis zum Ende offenen Rennen gewonnen. Jens Klingmann setzte sich im BMW M4 GT3 Evo mit der Startnummer 77 in einem packenden Finale gegen den Falken-Porsche durch. Gleichzeitig feierte das Team auch den Sieg von Marco Wittmann bei der DTM auf dem Sachsenring.
Gemeinsam mit Jordan Pepper und Ugo de Wilde bescherte Klingmann Schubert Motorsport den Gesamtsieg. Rang zwei ging an Falken Motorsports mit Tim Heinemann und Morris Schuring. Max Kruse Racing sorgte mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo II auf Gesamtrang drei für die Überraschung.
"Ich glaube, heute war wirklich Motorsport vom Feinsten”, sagte Klingmann nach dem Rennen. "Man wusste nie, wer am Schluss gewinnen wird. Es gab nur kleine Gaps.” Zahlreiche Zwischenfälle und Code-60-Phasen sorgten zusätzlich dafür, dass sich über vier Stunden kein klares Bild ergab.
Zweikampf schon am Start
Schon unmittelbar nach dem Start übernahm Schubert Motorsport mit Pepper die Führung vom Gamota-BMW von David Jahn. Dahinter ging es ebenfalls zur Sache. Max Kruse Racing mischte mit Benjamin Leuchter früh in der Spitzengruppe mit, während Falken Motorsports ebenfalls schnell Boden gutmachte.
Gamota Racing schlug zunächst zurück. Jahn übernahm Ende der dritten Runde wieder die Führung, doch Pepper konterte wenig später mit einem spektakulären Manöver. Auf dem Weg durchs Schwedenkreuz nutzte der Schubert-Pilot dabei sogar die Wiese, um wieder am BMW-Markenkollegen vorbeizukommen.

Der Falken-Porsche musste sich haarscharf geschlagen geben.
Foto: NLS
Das Haupt Racing Team geriet dagegen früh in Schwierigkeiten. Der Ford Mustang GT3 mit Frank Stippler musste nach sechs Runden mit einer stark beschädigten Front an die Box geschoben werden. Damit war einer der Kandidaten auf eine Spitzenplatzierung bereits früh aus dem Rennen.
Schreckmoment für Max Kruse Racing
Auch Max Kruse Racing erlebte einen Schreckmoment. Ein überrundeter BMW war nach einer Kollision mit dem Winward-Mercedes von Fabian Schiller in die Leitplanke eingeschlagen und direkt vor dem Audi mit der Nummer 75 zurück auf die Strecke geschleudert worden. Marcel Fugel konnte gerade noch reagieren.
Der Audi verlor Zeit und Positionen, blieb aber im Rennen. Das sollte sich später auszahlen, denn Max Kruse Racing verfolgte eine andere Boxenstoppstrategie als die direkte Konkurrenz. Die zahlreichen Code-60-Phasen verschoben zusätzlich die Stintlängen und machten die taktische Lage lange schwer durchschaubar.
Auch an anderen Stellen ging es turbulent zu. Daan Arrow drehte sich in der Anfangsphase nach einer Berührung mit Stippler in der AMG-Arena. Später geriet Dieter Schmidtmann im Lamborghini beim Anbremsen der Hohenrain-Schikane auf die Wiese und kollidierte mit einem weiteren Fahrzeug.
Hartes Duell um die Spitze
In der zweiten Rennhälfte entwickelte sich an der Spitze zunehmend ein Duell zwischen Schubert Motorsport und Falken Motorsports. Beide Teams lagen in absoluter Schlagdistanz. Gleichzeitig sorgte der dichte Verkehr mit 133 gestarteten Fahrzeugen immer wieder für kritische Situationen.
Eine halbe Stunde vor Schluss kam es zu einer Schlüsselszene. Der führende Falken-Pilot Morris Schuring und Schubert-Schlussfahrer Jens Klingmann liefen auf den zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierten Walkenhorst-Aston-Martin auf. Auf der Döttinger Höhe nutzte Klingmann die Situation und zog vorbei.
Entschieden war damit noch nichts. Falken Motorsports blieb unmittelbar am Schubert-BMW und setzte Klingmann bis zum Ende unter Druck. Überrundete trennten die beiden Spitzenreiter immer wieder oder brachten sie erneut zusammen. Mehrfach lagen BMW und Porsche auf den letzten Runden unmittelbar nebeneinander.
Klingmann endlich siegreich
"Ich hatte schon eine kleine Gap und dachte, das reicht”, schilderte Klingmann die Schlussrunde. Dann tauchte vor ihm erneut ein langsameres Fahrzeug auf. "Ich habe immer geschaut, wann ich ihn treffen werde”, erklärte der BMW-Werksfahrer, der einen Angriff Schurings unbedingt verhindern wollte.
Klingmann brachte den Vorsprung schließlich ins Ziel. Dabei erinnerte er an eine ähnlich enge Niederlage bei NLS 6. "Da hatte ich mit zwei Zehnteln Rückstand verloren. Dementsprechend haben wir heute mal gewonnen. Jetzt hat sich das ausgeglichen”, sagte der Schubert-Pilot.
Für Klingmann war der Erfolg zugleich die Rückkehr auf die oberste Stufe des NLS-Podiums nach langer Pause. Seinen ersten Sieg hatte er bereits bei seinem Debüt mit dem BMW Z4 GT3 gefeiert. "Ich weiß, dass die Statistik auf meiner Seite ist, weil der Einstand schon mal positiv war”, sagte er.
Max Kruse Racing auf dem Gesamtpodium und Klassensieger

Der Porsche mit der #48 holte sich den Sieg in der Klasse Pro-AM.
Foto: Speedpictures
Hinter Schubert Motorsport und Falken Motorsports zahlte sich die Strategie von Max Kruse Racing aus. Nach dem letzten kurzen Boxenstopp kam die Nummer 75 auf Rang drei zurück. Marcel Fugel, Dominik Fugel und Benjamin Leuchter verteidigten das Podium anschließend bis ins Ziel.
Für Max Kruse Racing bedeutete Gesamtrang drei gleichzeitig den Sieg in der AT1-Klasse für Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen. Der Audi hatte damit trotz des Beinahe-Unfalls in der ersten Rennhälfte und des zwischenzeitlichen Rückfalls eine bemerkenswerte Aufholjagd hingelegt.
Winward Racing belegte mit Fabian Schiller und Jay Mo Härtling im Mercedes-AMG GT3 den vierten Gesamtrang. Dahinter komplettierte 48 LOSCH Motorsport by BLACK FALCON mit Patrick Assenheimer, Tobias Müller und Dylan Pereira die Top 5 und sicherte sich zugleich den Sieg in der SP9 Pro-Am.
In der SP9 Am setzte sich BLACK FALCON Team EAE durch. Daan Arrow, Mustafa Mehmet Kaya und Mike Stursberg gewannen mit dem Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 5 trotz des frühen Drehers vor dem Porsche von Team Joos Sportwagentechnik.
Gleich morgen folgt der 9. Lauf der NLS 2026. Für einige der Teilnehmer wartet also eine arbeitsreiche Nacht, um morgen wieder and en Start gehen zu können. Das Qualifying startet um 8:30 Uhr, das Rennen wird pünktlich um 12 Uhr auf die Reise geschickt. Den Livestream gibt es hier.
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