Rennbericht

NLS NLS9

NLS9 2026: Erster Saisonsieg für Falken bei schwierigsten Bedingungen

Morris Schuring und Tim Heinemann bescheren Falken Motorsport den ersten NLS-Sieg der Saison und den zweiten für Schnabl Engineering - Titelkampf geht ins Finale

Heiko Stritzke

Heiko Stritzke

Bearbeitet: 13.09.2026, 18:31

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

NLS9 2026: Erster Saisonsieg für Falken bei schwierigsten Bedingungen

Falken holte den ersten Saisonsieg und den zweiten für für Schnabl Engineering

Foto: VLN

Wilde Wetterkapriolen, hochkarätige Ausfälle und ein Meisterschaftsdrama: Der 66. ADAC-ACAS-Cup warf als vorletzter Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2026 noch einmal alles in die Waagschale, was die Eifel aufzubieten hatte. (Ergebnis)

Schon die erste Rennhälfte hatte nach einem trockenen Start einiges aufzubieten. Bereits in der sechsten Runde setzte der erste Regen ein, in Runde acht wurde er dann so stark, dass einige Fahrzeuge die Box aufsuchten, um Regenreifen aufzuziehen.

Es folgte nochmal ein kurzer Abschnitt, in dem die Strecke abtrocknete. Ab Rennhalbzeit wurde der Regen dann stärker und Regenreifen wurden zur Pflicht. In der letzten Stunde wurde es dann richtig schwierig. Für einige Minuten herrschten grenzwertige Bedingungen, bei denen selbst die Starkregenreifen an ihre Grenzen kamen und auf Geraden wegen Aquaplaning-Gefahr gelupft werden musste.

Doppelsieg für Schnabl und Familie Schuring

Egal welches Wetter, am stärksten war in diesem Rennen eindeutig der Falken-Porsche #44 (Heinemann/M. Schuring; 1.), der entsprechend den Sieg ungefährdet einfuhr. Schon im Trockenen fuhr Morris Schuring von der Poleposition weg einen kleinen Vorsprung raus. Später war der Falken-Regenreifen in seinem Element, denn es gab keinen direkten Gegner auf Michelin.

"Aufregend wäre noch sehr untertrieben. Ich habe noch nie so schlechte Bedingungen erlebt wie heute. Das war ja wirklich Aquaplaning in jeder Kurve, auf jeder Geraden. Ich bin heilfroh, dass wir es überlebt haben", sagt Heinemann.

"Es ging nur noch darum, das Auto ins Ziel zu tragen, aber selbst da hatte ich noch Aquaplaning. Selbst als ich versuchte, Tempo rauszunehmen, waren es noch extrem schwierige Bedingungen heute." Morris Schuring gibt selbst zu: "Ich war schon froh, in der Boxengasse zu stehen."

Um den zweiten Platz ging es hoch her zwischen dem Dunlop-Porsche #17 (Menzel/F. Schuring), dem Black-Falcon-Porsche #48 (Assenheimer/T. Müller/Pereira) auf Goodyear-Reifen und dem Walkenhorst-Aston-Martin #35 (Krognes/Fetzer/Villagomez) auf Pirelli-Reifen.

Den Kampf entschied schließlich der Dunlop-Porsche für sich und bescherte damit Schnabl Engineering den Doppelsieg. Außerdem gab es damit den familieninternen Doppelsieg für die Familie Schuring - und das beim allerersten GT3-Einsatz des jüngeren Bruders Flynt.

"Das war unglaublich! Mein erstes Wochenende im GT3 und auch das erste Mal mit dem GT3 auf der Nordschleife. In so einem Rennen mit Slicks im Regen - ich bin fünf Runden damit gefahren, danach auch auf Regenreifen. Das war superschwierig, aber ich bin extrem froh, hier auf dem Podium zu stehen", sprudelt Flynt Schuring, der nach dieser Feuertaufe zu Recht stolz sein kann.

Teamkollege Menzel zollt Respekt: "Das hat er super gemacht, das war ja der Wahnsinn. Das erste Mal gleich bei solchen Bedingungen - viel schlimmer wird es auf der Nordschleife eigentlich nicht. Am Ende war es echt Motorbootfahren, so viel Aquaplaning. Irgendwann fing das Auto nur noch an zu schwimmen. Sicherlich war auch ein bisschen Glück dabei, aber wir haben es alle ganz gut gemanagt. Die eine oder andere Schrecksekunde war aber definitiv dabei."

Bruder Morris gibt zu, dass es Zeit brauchen wird, um den familieninternen Triumph sacken zu lassen: "Irgendwie fühlt sich gerade alles ganz normal an, aber wahrscheinlich blicken wir in zwei oder drei Wochen zurück und denken: Das war schon geil."

Tobias Müller sorgt für Wirbel

Der Black-Falcon-Porsche hatte ein wildes Rennen. Tobias Müller erlebte einen Eineinhalbfachstint, der Bücher füllen könnte. Zunächst fuhr er im Trockenen an der Spitze mit und lieferte sich ein packendes Duell mit Nico Menzel um Platz zwei. Dann übersah er eine Code-60-Flagge und knallte dem VW Golf #494 (Schönfeld/Neuber/Pellegrino Fernandes) ins Heck.

Mit beschädigter Frontpartie musste er zurück an die Box kommen, außerdem gab es für das Auffahren eine Durchfahrtsstrafe. In der zehnten Runde legte er im ersten Regenschauer einen Riesenabflug in der Mutkurve zwischen Kesselchen und Klostertal hin, ohne dabei einzuschlagen.

"Ich hatte Megaglück, dass wir uns um 180 Grad gedreht haben. Eigentlich habe ich den Einschlag schon kommen sehen. Dann musste ich aus der Situation erstmal wieder herauskommen. Die Beweglichkeit im Auto ist ja stark eingeschränkt. Irgendwie habe ich es hinbekommen, nach rechts zu schauen. Ich konnte das Auto dann wieder auf die Strecke bringen", sagt Müller.

Ohne die Strafe und den Dreher wäre der Black-Falcon-Porsche sogar Gesamtsiegkandidat gewesen. Selbst mit dem doppelten Zeitverlust kämpfte Dylan Pereira am Ende zunächst Christian Krognes und dann Nico Menzel nieder. Beim letzten Stopp verlor er dann aber wieder, obwohl er eine Runde später stoppte, einiges an Boden auf den Dunlop-Porsche und begnügte sich mit Rang drei und dem Sieg in der SP9 Pro-Am.

Krognes wehrte in der Schlussphase noch eine Attacke von Moritz Kranz ab, der auf dem Gamota-BMW #23 (Zsigo/Kranz/Jahn; 5.) auf Michelin-Reifen zur Gefahr wurde, aber von allen Fahrzeugen als Erster zum letzten Boxenstopp kommen musste und damit die längste Standzeit hatte. Somit holte Walkenhorst Platz zwei und Gamota den dritten Platz in der Pro-Am.

Verpasste Chancen für Schubert und KCMG

Ein etwas enttäuschendes Rennen erlebte der HRT-Ford #64 (Stippler/Kolb; 6.), der bereits in der Startphase zurückfiel und sich anschließend nie wirklich in Szene setzen konnte. Umso mehr dürfte sich die Besatzung aus dem Car-Collection-Audi #22 (Spengler/Hantke/Jöns; 7.) freuen. Car Collection Motorsport war beim Double-Header erstmals mit dem R8 LMS GT3 Evo II am Start.

Hinter dem Dinamic-Porsche #54 (Hartog/Christensen/Cabirou; 8.) auf Pirelli-Reifen rund um Shanghai-Held Loek Hartog holte der Black-Falcon-Porsche #5 (Arrow/Kaya/Stursberg; 9.) den Sieg in der SP9 Am, gefolgt vom Sieger der Cup2, dem Sorg-Porsche #901 (Grütter/Grosse; 10.), der die Top 10 komplettierte.

Update: Der Dinamic-Porsche erhielt nachträglich für ein Code-60-Vergehen von Hartog eine 138-Sekunden-Strafe, die ihn hinter die #5 zurückwirft. Hartog verliert außerdem sein DMSB Permit Nordschleife (DPN) und wird als Fahrer von der Veranstaltung disqualifiziert.

Diese übersehene Code-60-Tefel kostete Black Falcon Gesamtrang zwei

Diese übersehene Code-60-Tefel kostete Black Falcon Gesamtrang zwei

Foto: NLS/YouTube

Nach dem starken Auftritt am Samstag blieb der Max-Kruse-Audi #75 (M. Fugel/D. Fugel/Leuchter; 11.) am Sonntag unscheinbar, sicherte sich aber den Sieg in der AT1.

Der Sieger des Vortages, der Schubert-BMW #77 (Klingmann/de Wilde/Pepper; DNF) kam am Sonntag nicht weit: Schon im ersten Regenschauer am Ende der ersten Stunde rutschte Ugo de Wilde im Brünnchen von der Strecke und das Rennen war beendet. Damit entgingen der Schubert-Mannschaft, die am Samstag zwei Rennen an einem Tag gewonnen hatte, wichtige Entwicklungschancen bei Regen mit Partner Yokohama.

Ein großer Siegkandidat wäre bei diesen Bedingungen dank seiner Michelin-Reifen der KCMG-Mercedes #47 (Fukuzumi/Tsuboi; DNS) gewesen. Der Mercedes-AMG GT3 war aber schon im Zeittraining in einen größeren Unfall auf der Breidscheid-Brücke verwickelt und konnte nicht ins Rennen starten. Das Team aus Hongkong verpasste hier eine große Gelegenheit.

Ausfall für Tabellenführer, aber Tabellenzweite verpassen Klassensieg

In der Meisterschaft kam es zu einer dramatischen Entwicklung. Erstmals in diesem Jahr schied der Adrenalin-M240i #650 (Bugane/Fübrich/Markert) aus. In der NLS-Saison 2026 gibt es aufgrund eines abgesagten und eines nicht gewerteten Rennens keine Streichresultate.

"Es ist auf jeden Fall kein Unfall. Momentan wissen wir nicht, woran es liegt", sagte Teamchef Matthias Unger kurz nach der Meldung über den Ausfall. Damit war die Tür für den Meisterschaftskampf weit aufgestoßen.

Doch Oskar Sandberg und Alexander Fielenbach im Smyrlis-Cayman #953 verpassten ihrerseits den Klassensieg in der Cup3 um 39 Sekunden gegen den W&S-Cayman #962 (Stegmann/Oberheim) und konnten damit in der Tabelle nicht gleichziehen. Andererseits verpasste Adrenalin Motorsport einen möglichen vorzeitigen Titelgewinn.

Das Finale, die 2. NLS Sportwarte-Trophy, findet am 10. Oktober statt.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel NLS9 2026: Falken führt Porsche-Trio im Zeittraining an

Nächster Artikel Loek Hartog ruft Motorsport-Community zum Brainstorming auf

Mehr von

Heiko Stritzke



Max Verstappen: FAQ zu seinem Start in der GTWC Europe

Formel 1

Formel 1 5 h

Max Verstappen: FAQ zu seinem Start in der GTWC Europe



GTWC Europe Portimao: Alle Infos zum Finalrennen mit Max Verstappen

GTWC Endurance

GTWC Endurance 20 h

GTWC Europe Portimao: Alle Infos zum Finalrennen mit Max Verstappen



United Autosports holt ELMS-Titel 2026: Dramatisches Finale in Portimao

ELMS

ELMS

4h Portimao

1 T.

United Autosports holt ELMS-Titel 2026: Dramatisches Finale in Portimao

Aktuelle News



"Wäre beschissen": Marco Wittmann droht wegen Rennkalender das DTM-Aus

DTM

DTM DTM 29 Min.

"Wäre beschissen": Marco Wittmann droht wegen Rennkalender das DTM-Aus



Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits

Formel 1

F1 Formel 1 31 Min.

Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits



Tardozzi über mögliche Aprilia-Stallorder: "Ich würde es genauso machen"

MotoGP

MGP MotoGP 1 h

Tardozzi über mögliche Aprilia-Stallorder: "Ich würde es genauso machen"



Erklärt: Der psychologische Vorteil, der Max Verstappen so gefährlich macht

Formel 1

F1 Formel 1

Singapur

1 h

Erklärt: Der psychologische Vorteil, der Max Verstappen so gefährlich macht

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren