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Nürburgring nimmt auf der Nordschleife die digitale Streckensicherung in Betrieb

Mehr Sicherheit, vor allem bei den Touristenfahrten: Der Nürburgring hat in dieser Woche die digitale Streckensicherung auf der Nordschleife in Betrieb genommen

Nürburgring nimmt auf der Nordschleife die digitale Streckensicherung in Betrieb

Ein weiterer Meilenstein bei der Digitalisierung der Grünen Hölle ist erreicht: In dieser Woche hat der Nürburgring die digitale Streckensicherung der Nordschleife in Betrieb genommen! Die Mitarbeiter der Streckensicherung haben das Geschehen auf der knapp 21 Kilometer langen Rennstrecke ab sofort dank 100 Kameras im Blick.

Die flächendeckende Streckenüberwachung soll dafür sorgen, dass künftig nur noch wenige Sekunden vom Zwischenfall bis zur Warnung und der Aktivierung einer Rettungskette vergehen. Wertvolle Zeit, die Leben retten kann.

Das frühzeitige Erkennen von Gefahren, die Rettung und Versorgung von Personen und die Warnung des nachfolgenden Verkehrs wird ab sofort zentral aus einer neuen Sicherheitszentrale an der Nordschleifen-Zufahrt gesteuert. Bis zu drei Mitarbeiter beobachten hier die Bildschirme.

 

Dabei werden sie bereits von einer künstlichen Intelligenz unterstützt, die gemeinsam mit dem IT-Partner Fujitsu weiterentwickelt wird. Diese soll in Zukunft erste Warnsignale in Sekundenbruchteilen automatisch aktivieren und das System somit noch schneller und effektiver machen. Allerdings behalten die Mitarbeiter der Streckensicherheit trotz künstlicher Intelligenz immer die Entscheidungshoheit und die absolute Kontrolle.

Große LED-Panels warnen vor Gefahren

Sollte es zu einem Unfall kommen, können die Fahrer mithilfe der 46 LED-Panels entlang der Strecke rechtzeitig gewarnt werden. Damit sollen insbesondere Folgeunfälle, wie zum Beispiel das Auffahren auf ein stehendes Fahrzeug, vermieden werden. Die gut sichtbaren 100 x 80 Zentimeter großen Panels kommen zunächst bei Touristenfahrten sowie Trackdays und Industrie-Testfahrten zum Einsatz.

Die Steuerung erfolgt aus der Sicherheitszentrale an der Touri-Zufahrt

Die Steuerung erfolgt aus der Sicherheitszentrale an der Touri-Zufahrt

Foto: Rebekka Winter

Später ist auch ein Einsatz bei Rennveranstaltungen, wie der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) oder dem 24h-Rennen denkbar. "Ab heute hat unsere Streckensicherung einen direkten Blick auf jede der 73 Kurven der Nordschleife und kann digital ins Geschehen eingreifen", sagt Nürburgring-Geschäftsführer Ingo Böder.

"Das ist ein Quantensprung, den man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Bislang wurden Gefahrenstellen über Funk oder Notfalltelefon gemeldet und die Streckensicherung konnte anschließend erst vor Ort warnen. Das gehört der Vergangenheit an."

Digitalisierung kostete bisher elf Millionen Euro

Der Nürburgring arbeitet bereits seit drei Jahren an der Digitalisierung der Nordschleife, die bisher rund elf Millionen Euro gekostet hat. Nach ersten Tests auf einem Teilabschnitt der Strecke fiel schnell die Entscheidung, das System flächendeckend umzusetzen.

Die LED-Panels warnen künftig rechtzeitig vor Gefahren

Die LED-Panels warnen künftig rechtzeitig vor Gefahren

Foto: Rebekka Winter

Seither wurde der Ausbau einer digitalen Infrastruktur mit Glasfaserkabeln und Stromversorgung sowie Kameratechnik und LED-Panels vorangetrieben. Im letzten Winter wurde weitere Fundamente für die Kameras gesetzt, Schächte für etliche Kilometer Glasfaser gegraben und die notwendigen Kabel verlegt, sodass die digitale Streckensicherung nun in Betrieb genommen werden konnte.

"Diese Digitalisierung ist eine der umfassendsten Baumaßnahmen in der bald 100-jährigen Historie unserer Rennstrecke", erinnert Nürburgring-Geschäftsführer Ingo Böder. "Es ist ein gutes Gefühl, sie mit dieser Maßnahme in die Zukunft zu führen."

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