Opel Manta: War das der letzte Auftritt in der VLN/NLS?

Die Zukunft des Opel Matas ist weiterhin unklar - Olaf Beckmann möchte weiter mit dem Fuchsschwanz fahren - Teilnahme bei 3h-RCN-Rennen angestrebt

Opel Manta: War das der letzte Auftritt in der VLN/NLS?

Die Freude war groß bei den Fans des Opel Manta, als der Fuchsschwanzbolide beim 45. DMV Münsterlandpokal noch einmal in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, Ex-VLN) startete. Doch ob er auch 2022 in der NLS am Start stehen wird, ist völlig offen.

Schon im Februar hatte Fahrzeugbesitzer Olaf Beckmann mit einem Leserbrief für Aufsehen gesorgt, als er ankündigte, 2022 in einer anderen Serie an den Start zu gehen oder gegebenenfalls das Auto sogar einzumotten. Und das hat sich noch immer nicht geändert.

"Es ist noch nicht entschieden. Die Situation in der NLS ist für uns nach wie vor etwas unbefriedigend", sagt Beckmann im Gespräch mit 'Motorsport.com Deutschland'. "Ich fühle mich von der VLN-Führung nicht wie ein guter Kunde behandelt, sondern einfach als zahlendes Volk."

Die Lust aufs Fahren sei "natürlich" noch vorhanden, so der neuerdings 75-Jährige. Aber Alternativen zur NLS werden derzeit eruiert. So möchte Beckmann beim 3-Stunden-Rennen der Rundstrecken-Challenge-Nürburgring (RCN) am 30. Oktober noch einmal auf der Nordschleife fahren. Die RCN veranstaltet eigentlich Leistungsprüfungen, fährt aber einmal ein Jahr ein Rennen.

Doppeltes Problem beim Finalrennen

Der NLS-Finallauf lief wenig befriedigend. Der Manta von Beckmann, Peter Hass und Volker Strycek blieb schon in der Einführungsrunde stehen. Später ging er wieder auf die Strecke, schied aber nach neun Runden endgültig aus.

"Unser erstes Problem war mein eigener Fehler. Ich habe den Pluspol der Batterie nicht richtig festgezogen. Dadurch hat sie sich entladen", ärgert sich Beckmann, der Fahrer, Teamchef und Mechaniker in einem ist. Regelmäßig fährt er nach Feierabend in seiner Firma für Alarm- und Sicherheitstechnik in die Werkstatt zu seinem Auto und schraubt dann bis 22 Uhr. Dabei unterlief ihm dieser Flüchtigkeitsfehler.

"Unser zweites Problem war ein gebrochenes Flexrohr am Auspuff. Das ist das Verbindungsrohr zwischen dem Krümmer und dem fest an der Karosserie montiertem Auspuff, das die Schwingungen des Motors auffängt. Ich habe einen neuen LKW und darin haben ein paar Sachen gefehlt. Das war natürlich sehr ärgerlich."

Ärgerlich war der Ausfall auch deshalb, weil der Manta nach monatelanger Pause endlich wieder fuhr. Zunächst gab es bei NLS6 einen Motorschaden, weil der Kolben im zweiten Zylinder den Geist aufgab. Der Ersatzmotor hatte ein Problem an der Zylinderkopfdichtung. Diese besteht aus drei Schichten, die über Hohlnieten zusammengehalten werden. Davon war eine nicht mehr okay.

Passt der Manta noch in die NLS?

Seinen alten Anhänger mit einem Mercedes Sprinter als Zugfahrzeug wird Backmann in Kürze verkaufen. Ursprünglich wollte er nur einen Atego als Zugmaschine besorgen, allerdings ließ sich der Hänger nicht vernünftig mit diesem verbinden. So bestellte er gleich einen kompletten Trailer passend zur neuen Zugmaschine. Doch einige Teile liegen noch im alten Sprinter, so auch das Flexrohr.

Es wäre also alles bereit für noch einige Jahre, doch die Zukunft ist aktuell unklar. Beckmann hat eine große Baustelle, weil er möglicherweise seinen Reifenpartner Yokohama verliert. Gespräche laufen noch. Mit den japanischen Pneus in der Größe 230/610-R17 hat es in 14 Jahren der Zusammenarbeit mit Beckmann nicht einen Reifenschaden gegeben.

Und dann bleibt die Frage, wo der Bolide antreten soll. Beckmann fühlt sich nicht nur als Kunde am Nürburgring schlecht behandelt. Auch die organische Entwicklung der Nürburgring-Langstrecken-Serie geht in eine Richtung, die sein Engagement jedoch in Frage stellt. Ohne dass er diese Entwicklung schlechtfinden oder gar verteufeln würde.

Man könnte es das "Gerd-Ruch-Schicksal" nennen, dessen legendärer Ford Mustang in der DTM spätestens ab 1994 der rapiden Professionalisierung zum Opfer fiel (Ruch fuhr sein letztes Jahr 1995 mit einer Mercedes-C-Klasse). Konkret sieht Beckmann eine Tendenz in der NLS hin zu einer professionellen, internationalen Serie, betrachtet sich und sein Projekt aber als nationalen Motorsport.

Und noch etwas kommt hinzu: "Ich würde ganz gerne mal wieder auf anderen Strecken fahren, zum Beispiel in Spa." Ob das zusätzlich zu einem wie auch immer gearteten Nordschleifen-Engagement geht, wird ganz von seiner persönlichen Zeit abhängen.

Ein Jubiläum würde noch locken: Einen Start bei der 50. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring dürften sich Beckmann und seine regulären Teamkollegen Peter Hass, Volker Strycek und der mehrfache RCN-Meister Jürgen Schulten kaum nehmen lassen.

Mit Bildmaterial von VLN/Jan Brucke.

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