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Schock für kleine NLS-Teams: VLN erhöht Nenngelder um 34 Prozent

Das ist nicht nur der Hubschrauber: Kleinen Teams winkt in der Nürburgring-Langstrecken-Serie eine saftige Nenngelderhöhung entgegen

Schock für kleine NLS-Teams: VLN erhöht Nenngelder um 34 Prozent

Vor allem kleine Teams dürften ordentlich geschluckt haben, als die Ausschreibung für die Saison 2021 der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, ehemals VLN) endlich veröffentlicht wurde. Denn die Nenngelder in den kleinen Klassen steigen besonders stark an.

Teilnehmer aus den Klassen H2, OPC, SP2, SP3, SP4, V3, V4, VT1 und VT2 müssen 34 Prozent mehr Nenngeld berappen. Für alle anderen Klassen hält sich der Aufschlag mit fünf bis sechs Prozent in Grenzen.

Doch auch in absoluten Zahlen werden die kleinen Teams am stärksten zur Kasse gebeten. 270 Euro Aufschlag zahlen die Teams der kleinsten Nenngeldgruppe. Die anderen zahlen weniger (s.u.). Für die VLN ist das lukrativ, weil die beiden teilnehmerstarken Klassen V4 und VT2 in diese Nenngeldkategorie fallen. Selbst die Topklassen zahlen "nur" 250 Euro Aufschlag.

Ursprünglich war noch mehr geplant

Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge waren zwischenzeitlich sogar noch höhere Aufschläge für die kleinen Klassen geplant, in der Spitze bis zu 56 Prozent. Doch hier intervenierte die Teamvereinigung ILN.

Hintergrund ist vor allem der neue Hubschrauber, der ab der Saison 2021 bei allen Läufen zum Einsatz kommen soll. Natürlich sind die Teams der Sache positiv gegenüber aufgeschlossen - bis es darum geht, wer die Zeche zahlt.

Maximilian Hackl, BMW 325i

Die teilnehmerstarke V4 zählt zu den am stärksten betroffenen Klassen

Foto: VLN

Ursprünglich war geplant, die Kosten zu gleichen Teilen auf alle Teilnehmer umzulegen. Dass das bei den kleinen Teams nicht gut ankommt, liegt auf der Hand. "Viele Teilnehmer werden [von dem Hubschrauber] null profitieren, aber müssen dafür bezahlen. Die Veranstaltung wird aufgewertet, aber auf Kosten der Teilnehmer", klagt ein Teammitglied gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

 

VLN-Chef Ralph-Gerald-Schlüter hat zwar sein Ehrenwort gegeben, dass auch die kleinen Fahrzeuge in den Genuss von Hubschrauber-Bildern kommen. Natürlich ist aber klar, dass kein Zuschauer ein einsam vor sich hinfahrendes SP2T-Auto sehen will. Einen packenden Kampf mit mehreren Autos um die Führung in der V4 sicherlich, aber es liegt auf der Hand, dass nicht jeder in den Genuss der Aufnahmen kommen wird.

Letztlich einigten sich VLN und ILN auf einen Kompromiss. Doch warum steigen die Nenngelder dann in den kleinen Klassen immer noch so viel mehr? Die Antwort liegt darin, dass diese kleinen Klassen in der Vergangenheit subventioniert wurden.

Nenngeldprivileg fällt

Ein VLN-Sprecher erklärt gegenüber 'Motorsport-Total.com', dass man die Nenngelder der kleinsten Nenngeldgruppe "an die anderen Klassen herangezogen" habe. Kurzum: Die kleinsten Klassen hatten bislang ein Nenngeldprivileg, das jetzt weggefallen ist.

Die Kleinsten bekommen somit eine Doppelbelastung einerseits durch die klassische Nenngelderhöhung und den Hubschrauber ab. Natürlich bleibt es bei aller Diskussion dabei, dass das Nenngeld auch mit den neuen Zahlen lediglich einen Bruchteil der Gesamtkosten an einem Rennwochenende ausmacht - ein Punkt, auf den seitens der VLN gerne verwiesen wird.

‘¿’Doch Martin Rosorius, Vorsitzender der ILN, hält den Aufschlag mitten in der coronabedingten Wirtschaftskrise für ein fatales Zeichen. "Wir finden den Zeitpunkt für Erhöhungen grundsätzlich falsch. Sehr viele Teams im Motorsport kämpfen derzeit ums Überleben und machen eine schwere Zeit durch. Deswegen sind Erhöhungen aus unserer Sicht derzeit problematisch und nicht angebracht" sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Letztlich muss auch die VLN höhere Kosten durch die Coronakrise decken. Die Open-Air-Boxengasse im Fahrerlager verschlingt eine Menge Geld, vor allem durch die Lagerung der Betonelemente. Und derzeit ist kein Ende dieser Maßnahme in Sicht.

Nenngelder Nürburgring-Langstrecken-Serie 2021

Klassen: Nenngeld alt/neu in Euro - prozentuale Veränderung zu 2020

H2, OPC, SP2-4, V3-4, VT1-2: 800/1.070 - 34

Cup3 (B), Cup5, SP5, SP2T, SP4T, V5-6, VT3: 1.500/1.590 - 6

AT(-G), SP3T, TCR: 1.600/1.690 - 6

Cup3 (A), CupX (GT4), SP6, SP8T, SP10: 2.070/2.190 - 6

Cup2, SP7, SP8: 2.300/2.430 - 6

SP9, SP-Pro, SPX: 4.600/4.850 - 5

Alle Werte beziehen sich auf die 4-Stunden-Rennen; beim 6-Stunden-Rennen gelten wie gehabt 20 Prozent Aufschlag auf alle Klassen.

Mit Bildmaterial von VLN.

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Rennserie VLN
Urheber Heiko Stritzke