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Verstappen-Disqualifikation am Nürburgring: Das lief genau schief

Endlich kommt Licht in die Disqualifikation von Max Verstappen, Dani Juncadella und Jules Gounon bei NLS2 2026 - Verschiedene Mischungen führten zum Ausschluss

Verstappen-Disqualifikation am Nürburgring: Das lief genau schief

Winward Racing machte den entscheidenden Fehler im Qualifying

Foto: Speedpictures Speedpictures

Endlich besteht Klarheit, wie sich das Team Winward Racing beim 58. ADAC Barbarossapreis bei der Anzahl der Reifensätze verzählen konnte, was zur Disqualifikation von Max Verstappen, Dani Juncadella und Jules Gounon führte. Wie Motorsport-Total.com erfahren hat, experimentierte das Team im Zeittraining mit unterschiedlichen Reifenmischungen, wodurch der Fehler entstand.

Hintergrund sind die niedrigen Temperaturen am Samstagmorgen von lediglich fünf Grad Celsius, weshalb das Team den weichen Reifen ausprobierte. Dabei wurden zum Datenabgleich gleich zwei Sätze verbraucht. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass der weiche Reifen selbst für diese Wetterlage zu weich war, weil die Sonne bereits begann, den Asphalt aufzuheizen.

Kurz und knapp: Diese Reifen hat der AMG #3 verwendet:

1. Stint Quali (Juncadella): Soft I

2. Stint Quali (Gounon): Soft II*

3. Stint Quali (Verstappen): Medium I

4. Stint Rennen (Verstappen): Medium II

5. Stint Rennen (Juncadella): Medium III

6. Stint Rennen (Gounon): Medium IV

7. Stint Rennen (Verstappen): Medium V

*dieser Satz war ursprünglich nicht vorgesehen

Winward hatte einen Plan für den Renntag: Vier Sätze Medium legte das Team für das Rennen zurück, weil vier Stints auf dem Programm standen. Ein weiterer Satz Mediums war für Verstappen am Ende des Zeittrainings bestimmt. So blieb noch ein Satz für die Anfangsphase des Zeittrainings.

Zusätzlicher Soft-Satz als Knackpunkt

Aufgrund der niedrigen Temperaturen bekam Juncadella Softs und fuhr zwei Runden, wobei er zwischenzeitlich auch die schnellste Zeit fuhr. Natürlich informierte er das Team darüber, dass der weiche Reifen nicht ideal ist. Winward hatte aber noch einen zweiten Satz weiche Reifen herumliegen, und der wurde letztlich der Knackpunkt.

Gounon wurde auf diesem zusätzlichen Satz weicher Reifen rausgeschickt. So konnten einerseits die Daten abgeglichen und sichergestellt werden, dass Juncadellas Reifensatz nicht schlicht aus dem Arbeitsfenster gefallen war. Andererseits wurde so die Gefahr reduziert, dass Gounon die bereits ziemlich verschlissenen Reifen an einer ungünstigen Stelle um die Ohren fliegen würden.

Dazwischen fuhr Max Verstappen noch eine "kurze" Runde auf dem Grand-Prix-Kurs. Er übernahm von Juncadella und übergab direkt wieder an Gounon. Dieses Zwischenspiel hatte aber keine Auswirkung auf die Anzahl der verwendeten Reifen. Hier ging es um das Üben von Fahrerwechseln, die für Verstappen ja Neuland sind, und das Abwarten der Code 60 im Bereich Hohenrain, die wegen Leitplanken-Reparaturen aber noch länger anhielt.

Gounon spulte anschließend seine zwei Runden auf dem frischen Satz Softs ab. Dabei bestätigte sich, dass der weiche Reifen in der Tat für die Bedingungen bereits zu weich war. Nun blieb nur noch Verstappen, der den vorgesehenen frischen Satz Mediums bekam.

Disqualifikation hätte im Rennen verhindert werden können

Somit wurden drei Reifensätze im Zeittraining verwendet. Das Team hätte die Situation noch reparieren können, indem es Verstappens Satz aus dem Qualifying wiederverwendet hätte, etwa in seinem letzten Rennstint, der mit sechs Runden etwas kürzer ausfiel.

Das tat Winward Racing aber nicht, stattdessen wurden die ursprünglich für das Rennen zurückgelegten vier Sätze Mediums verwendet. Verstappen nutzte den letzten Satz auch konsequent aus und fuhr in vier seiner fünf fliegenden Runden (plus eine Outlap) Zeiten von unter acht Minuten. (Zeitenanalyse: So stark war Max Verstappen) Somit hatte das Team sein Reifenkontingent überschritten.

Einen Performance-Vorteil gab es also nicht, denn normalerweise verwenden alle SP9-Pro-Teams vier Reifensätze in einem Rennen. Der einzige Vorteil ist ein Datengewinn, beziehungsweise die Sicherheit für das 24-Stunden-Rennen, dass der weiche Michelin-Reifen in der Tat schon bei geringer Sonneneinstrahlung dem Medium unterlegen ist, und Juncadella nicht mit einem schlechten Satz unterwegs war oder Parameter nicht gestimmt haben.

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Es bleibt also ein Fehler, der sich garantiert nicht wiederholen wird. Es ist auch eine Folge des abgesagten NLS1-Rennens. Wäre der Fehler dort gemacht worden, hätte es wohl weit weniger Wellen geschlagen als mit dem viermaligen Weltmeister an Bord.

Wegen einer Terminkollision mit der GT-World-Challenge (GTWC) Europe wird Winward Racing den dritten NLS-Lauf am 11. April auslassen (zum NLS-Kalender 2026), aber bei den 24h-Qualifiers eine Woche später wieder mit zwei Fahrzeugen antreten. Ob Max Verstappen dann wieder dabei ist, gilt es noch zu klären. Zeit hätte er nach der Absage der Formel-1-Rennen im Nahen Osten jedenfalls.

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