VLN-Auftakt: Teufel steckt im Detail - was alles gemacht werden muss

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VLN-Auftakt: Teufel steckt im Detail - was alles gemacht werden muss
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22.05.2020, 14:58

Kampf an zwei Fronten für die VLN: Während das Hygienekonzept bei der Politik vorgestellt wird, muss ein sportliches Ablaufkonzept her - ILN hilft mit

Die VLN, Dachorganisation der Nürburgring Langstrecken-Serie, kämpft momentan nicht nur auf politischer Ebene um die Durchführung des Saisonauftakts am 27. Juni 2020. Auch auf sportlicher Ebene gilt es viele Dinge zu klären.

Gemeinsam mit der Teamvereinigung Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring (ILN) wird zeitgleich an einem sportlichen Konzept gearbeitet. Ein erstes Treffen mit dem kompletten ILN-Vorstand fand am Dienstag statt. Beide Seiten betonen, dass sie in dieser Situation gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Aufgaben innerhalb eines Monats zu lösen, erscheint sportlich aber machbar.

Es geht in erster Linie um Detailfragen zu den sportlichen Rahmenbedingungen. Unter anderem steht die exakte Boxengassenführung innerhalb des Fahrerlagers noch zur Debatte. Weitere Fragen sind die Anzahl des Personals, wie viel Fahrerlagerfläche pro Team gebraucht wird und wie Informationen übertragen werden. Unterm Strich lösbare Aufgaben, die aber Zuwendung benötigen.

Noch offen ist, welche Schleife die Teams durch das Fahrerlager hindurch fahren sollen, wo beim Boxenstopp Fahrer- und Reifenwechsel vorgenommen werden. Auch Fragen wie das Tempolimit in der "Open-Air-Boxengasse" und die Anzahl der Mechaniker sind zu klären. 'Motorsport-Total.com' wird die einzelnen Punkte in den nächsten Tagen genau unter die Lupe nehmen.

Die ILN kann die Erfahrungen einiger ihrer Teams aus den USA als Anregung nehmen. Dort wird auch auf Boxengaragen verzichtet und größere Arbeiten an den Fahrzeugen werden im Fahrerlager durchgeführt. "Going behind the wall" ist die gängige US-amerikanische Bezeichnung für größere Probleme an den Fahrzeugen. Von diesen Erfahrungen kann auch die VLN profitieren.

Christian Stephani, Ralph-Gerald Schlüter, VLN, Nürburgring Langstrecken-Serie

Christian Stephani und Ralph-Gerald Schlüter sind an zwei Fronten beschäftigt

Foto: Nürburgring Langstrecken-Serie

Christian Stephani: "Sitzen alle im gleichen Boot"

"Es war uns sehr wichtig, die VLN-Teams über die ILN möglichst früh in unseren Planungen für den Saisonstart mit einzubeziehen", sagt Christian Stephani, Geschäftsführer VLN VV GmbH & Co. KG.

"Unser Konzept ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Skizzierung, wie aus der Sicht der VLN der Saisonauftakt unter Berücksichtigung der Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen über die Bühne gehen kann. Dies gilt es nun im Detail auszuarbeiten."

"Dabei werden wir auch weiterhin bei bestimmten Punkten den Dialog mit der ILN suchen. Wir sitzen alle im gleichen Boot und hoffen, dass wir am Nürburgring bald wieder Rennen fahren können."

Martin Rosorius: "Bringen unsere Expertise gern ein"

"Angesichts der schwierigen Lage, vor der die Teams und Fahrer, aber auch der Streckenbetreiber und die Organisatoren der Nürburgring Langstrecken-Serie aufgrund der aktuellen Corona-Problematik stehen, ist es für die ILN selbstverständlich, das Know-how unserer Mitglieder zielführend einzubringen", betont ILN-Vorsitzender Martin Rosorius.

"Die VLN hat ein ebenso umfassendes wie strenges Hygienekonzept vorgelegt, das gut gemacht ist und alle notwendigen Vorkehrungen trifft. Auch auf der sportlichen Seite sehen wir vielversprechende Ansätze."

Martin Rosorius

Martin Rosorius begrüßt die Arbeit, die die VLN proaktiv investiert hat

Foto: ILN

"Aber die Tücke liegt hier, wie so oft, im Detail - sei es die Abfolge des Service-Stopps im Fahrerlager und des Tankvorgangs in der Boxengasse über die Frage, ob und durch welche Boxen die Rennwagen ins Fahrerlager fahren können, bis hin zur Anzahl der zugelassenen Mitarbeiter pro Team."

"Die ILN-Teams bringen ihre Expertise gerne ein", führt Rosorius fort. "Viele von ihnen sind international unterwegs und kennen zum Beispiel die Abläufe und Strukturen aus nordamerikanischen Rennserien - dies könnte wichtige Ansätze für eine praktikable Umsetzung liefern."

"Wir sind keinesfalls zum Abnicken vorformulierter Lösungen da, sondern stellen unsere gesammelte Erfahrung kooperativ und konstruktiv zur Verfügung. Wie der VLN liegen uns im Sinne des Sports, seiner Akteure und der Fans die bestmöglichen Lösungen am Herzen, denn die Wiederaufnahme des Rennbetriebs auf dem Nürburgring ist insbesondere für die Teams und die Region auch wirtschaftlich von existenzieller Bedeutung."

Mit Bildmaterial von VLN.

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Rennserie VLN
Urheber Heiko Stritzke