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VLN/NLS 2020 Lauf 5: Audi besiegt Ferrari in Sprit-Poker

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VLN/NLS 2020 Lauf 5: Audi besiegt Ferrari in Sprit-Poker
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octane126 pokert beim Sprit hoch, verliert aber den Sieg - Der werksunterstützte Land-Audi gewinnt die Generalprobe zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring

Land-Motorsport gewinnt das 6-Stunden-Ruhr-Pokal-Rennen und sichert sich damit den Sieg beim Höhepunkt der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, ehemals VLN). Erst eingangs der letzten Runde überholte Christopher Mies den octane126-Ferrari von Luca Ludwig, der lange geführt hatte, aber letztlich eine Runde zu früh beim letzten Boxenstopp gewesen ist.

Mattia Drudi, Christopher Mies und Kelvin van der Linde sicherten sich und Audi damit ersten Saisonsieg in einem heiß umkämpften Rennen, in dem unterschiedliche Strategien lange Zeit für ein diffuses Bild gesorgt hatten. Für Audi ist es gar der erste VLN/NLS-Sieg in fast drei Jahren!

Letzten Endes kämpften der Land-Audi #29, der letztlich zweitplatzierte Car-Collection-Audi #32 von Christopher Haase, Robin Frijns, Mirko Bortolotti und Markus Winkelhock und der octane126-Ferrari #26 von Björn Grossmann und Luca Ludwig um den Sieg.

 

Gerade Letzterer erwies sich, obwohl nur von Startplatz 13 gestartet, wieder als ernsthafter Siegkandidat. Doch das Team beging einen strategischen Fehler und legte den letzten Boxenstopp eine Runde zu früh ein. Letztlich wurden es 41 statt 40 Runden. So musste Luca Ludwig sich geschlagen geben und wurde Dritter.

Strategiefehler bei octane126

Kaum zu glauben, aber wahr: Land-Motorsport sorgte für den ersten Audi-Sieg in der VLN/NLS seit dem 7. Oktober 2017! Auch damals hatte Land den Sieg geholt, allerdings mit den Fahrern Dries Vanthoor und Markus Winkelhock. Natürlich hat der Phoenix-Sieg beim 24-Stunden-Rennen 2019 diese Durststrecke der Ingolstädter ein wenig überblendet.

"Eigentlich wollten wir nur unseren Testplan für das 24-Stunden-Rennen fahren und verschiedene Reifen testen. Dabei am Ende auf Platz eins zu stehen, ist natürlich hervorragend", sagt Kelvin van der Linde.

Christopher Mies konvertierte die Pole-Position beim Start in eine Führung, musste sich jedoch heftiger Attacken des Car-Collection-Audis und des Rowe-BMWs #99 (Eng/Sims/Catsburg/Yelloly; 5.) erwehren. Der BMW M6 GT3 hatte im weiteren Verlauf des Rennens aber nicht den Speed, um mitzuhalten. Vor allem an Topspeed mangelte es – trotz eines BoP-Zugeständnisses beim Ladedruck.

 

Die beiden Audis stoppten durch maximal eine Runde getrennt, blieben jedoch zu Beginn lange draußen. So dauerte es einige Zeit, bis sie wieder an der Spitze auftauchten. Strenggenommen bis zur vorletzten Runde.

Der octane126-Ferrari hatte zu Beginn schon nach vier Runden gestoppt und war daher das Fahrzeug, das lange Zeit die Führung innehielt. Doch den letzten Stopp legte man eine Runde zu früh ein. Man kam bereits nach sieben Runden, weil man mit mehr Code-60-Phasen für den letzten Stint rechnete, den man auf acht Runden ansetzte. Diese waren in der Schlussphase des Rennens aber rar gesät.

Durfte Bortolotti angreifen?

So war klar, dass die Audis gewinnen würden. Eigentlich hatte jeder damit gerechnet, dass Luca Ludwig eingangs der letzten Runde an die Box kommen würde. Zu allgemeinen Überraschung fuhr er aber noch eine neunte Runde. Es half nichts: Beide Audis zogen eingangs der letzten Runde vorbei.

Nun war die Frage, welcher der lediglich als "Audi Sport Team" gemeldeten R8 LMS gewinnen würde. Mies stand Mirko Bortolotti gegenüber und wappnete sich für alles: "Wir sind Teamkollegen, da lautet die erste Regel, sich nicht ins Auto zu fahren. Aber wir fahren hier auch Rennen. Mirko ist ein schneller Mann, da muss man immer auf der Hut sein."

 

Bortolotti hingegen sagt, dass er nie die Absicht gehabt habe, Mies auf der Döttinger Höhe zu attackieren: "Zwei Schwesterautos sind gegeneinander um den Sieg gefahren, da gab's nichts zu kämpfen. Letztlich ging es darum, das Ergebnis abzusichern." Allerdings nahm er erst im Bereich Tiergarten in der letzten Runde wirklich Tempo raus.

Als bester Porsche sah "Grello" #911 (Jaminet/Campbell/Kern) die Zielflagge auf Platz vier. Jedoch erhielt der Manthey-Porsche eine Zeitstrafe wegen Missachtens von Flaggensignalen. Eine Strafe, die zahlreiche Fahrzeuge an diesem Tag betraf.

Wegen Manthey-Zeitstrafe: Bester Porsche nur auf P9

Was allen Porsche-Teams mehr Sorgen bereiten dürfte: Auch mit einem Luftmengenbegrenzer von 34 Millimetern (bei NLS3 waren es noch 32,7) konnte keiner der Porsches die absolute Spitzenpace mitgehen. Der Manthey-Porsche war immerhin konstant schnell unterwegs und hatte im Ziel nur vier Sekunden Rückstand auf den Ferrari. Die Zeitstrafe wirft "Grello" jedoch auf P13 zurück.

Auf den Plätzen vier bis sieben hieß es somit: AMG, BMW, AMG, BMW. Der GetSpeed-Mercedes #2 (Götz/Marciello/Schiller/Buhk) erbt Platz vier, gefolgt von besagtem Rowe-BMW #99 (das Schwesterfahrzeug #98 trat nach einem Unfall im Zeittraining gar nicht erst an), dem Haupt-Mercedes #17 (Haupt/Ellis/Piana; 6.) und dem Schnitzer-BMW #42 (Tomczyk/S. van der Linde/Farfus/Klingmann; 7.).

 

Die Top 10 komplettieren der Walkenhorst-BMW #34 (Pittard/Pepper), auf dem Christian Krognes wie schon bei VLN/NLS1 wegen Reisebeschränkungen pausieren musste, und zwei Porsche von KCMG und Frikadelli.

Assenheimer sorgt für Schrecksekunde

Die Lamborghini-Fraktion konnte sich nicht in Szene setzen. Der FFF-Lamborghini #37 (Mapelli/Caldarelli/Altoe) wurde beim Probeeinsatz unspektakulärer 17. Der Konrad-Huracan #7 (Jefferies/di Martino) schied durch einen Unfall aus.

Der über Nacht wiederaufgebaute Glickenhaus-SCG #54 (Mutsch/Mailleux/Fernandez Laser) kam beim Testeinsatz wie erwartet mehrfach an die Box, sah jedoch immerhin die Zielflagge auf Gesamtrang 98 samt SPX-Klassensieg. Für den ersten Renneinsatz des Fahrzeugs ordentlich.

Die schnellste Runde lag mit 8:18.731 Minuten aber noch rund 20 Sekunden über den SP9-Zeiten. Für einen Lacher sorgte die Tatsache, dass der Bolide, der auch als GT3 homologiert werden soll, nicht um die scharfe 90-Grad-Kurve in der "Corona-Boxengasse" kam. Damit war man immerhin nicht allein, ein Ginetta hatte dasselbe Problem.

 

Für einen Schockmoment sorgte in der Anfangsphase des Rennens Patrick Assenheimer im Haupt-Mercedes #6 (Assenheimer/Baumann/D. Müller/Engel). Er überschlug sich in einer unübersichtlichen Überrundungssituation auf der Döttinger Höhe bei weit über 200 km/h. Er entstieg dem Wrack ohne größere Verletzungen.

Die Nürburgring-Langstrecken-Serie gibt damit die Nürburgring-Nordschleife nun frei für das 24-Stunden-Rennen, das vom 24. bis 27. September 2020 über die Bühne geht. Die NLS meldet sich am 24. Oktober aus der Herbstpause zurück. Dann geht es in den spätherbstlichen Schlussspurt – sofern es das Eifelwetter zulässt.

Mit Bildmaterial von VLN.

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Urheber Heiko Stritzke