VLN/NLS 2021 Lauf 6: Walkenhorst siegt nach dramatischer Schlussphase

Die BMW-Mannschaft Walkenhorst gewinnt den zweiten Lauf des NLS-Double-Header: Phoenix nach Strafen-Hickhack auf Rang zwei vor Falken

VLN/NLS 2021 Lauf 6: Walkenhorst siegt nach dramatischer Schlussphase

Christian Krognes, David Pittard und Ben Tuck haben im BMW M6 GT3 des Teams Walkenhorst am Sonntag das 44. RCM DMV Grenzlandrennen, sechster Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, vormals VLN) 2021 gewonnen.

Das Trio setzte sich in einem sehr spannenden Rennen am Ende im direkten Duell gegen den Phoenix-Audi #5 von Frank Stippler und Vincent Kolb durch. Auf Rang drei fuhr der Porsche 911 GT3 R von Falken, der von Alessio Picariello, Dennis Olsen und Tobias Müller pilotiert wurde. Mit einer Renndistanz von 29 Runden wurde der Rekord für ein 4-Stunden-Rennen der NLS eingestellt.

Der Walkenhorst-BMW, der nach der Rekordrunde von Krognes im Qualifying von der Poleposition aus ins Rennen gegangen war, führte in der Startphase vor dem Phoenix-Audi, der ihm als einziger folgen konnte. Die Wege der beiden trennten sich nach Runde 6, als Pittard mit dem BMW eine Runde vor Stippler zum ersten Stopp an die Box kam.

Konrad wieder am Podium vorbei

Fortan lieferten sich beide Teams eine Art Fernduell um die Spitze, in dem zeitweilig auch der Konrad-Lamborghini #7 (Jeffries/di Martino/Giermaziak) mitmischte. Doch einmal mehr wurde die Mannschaft von Franz Konrad für eine starke Performance nicht mit einem Podiumsresultat belohnt.

In Runde 16 fuhr di Martino am Ausgang der Veedol-Schikane heftig auf den Phoenix-Audi auf, nachdem Stippler aufgrund doppelt geschwenkter gelber Flaggen verlangsamt hatte. Dabei wurde der Lamborghini an der Front beschädigt, di Martino verlor in den folgenden Runden jeweils mehrere Sekunden und wurde schließlich vom Falken-Porsche #3 überholt. Letztlich blieb so nur Rang vier.

Gut 40 Minuten vor dem Rennende wurde nach den letzten Boxenstopps aus dem Fernduell Walkenhorst vs. Phoenix ein direkter Zweikampf um den Sieg. Kolb kam gut vier Sekunden vor Krognes auf die Strecke zurück, doch der Norweger fuhr die Lücke aber schnell zu.

Erst Strafe für Phoenix, dann doch wieder nicht

Alles lief auf einen spannenden Zweikampf um die Sieg hinaus, doch dann griffen die Sportkommissare ein und verhängten eine Zeitstrafe von 30 Sekunden gegen den Phoenix-Audi (und auch gegen den Konrad-Lamborghini). Beide sollten in der neunten Rennrunde unter gelber Flagge überholt haben.

#5 Phoenix Racing Audi R8 LMS GT3: Vincent Kolb, Frank Stippler

#5 Phoenix Racing Audi R8 LMS GT3: Vincent Kolb, Frank Stippler

Foto: Jan Brucke/VLN

Phoenix informierte Kolb nicht über diese Strafe, Krognes war hingegen darüber im Bilde. Dennoch stellte er seine Angriffe nicht ein und ging in der vorletzten Runde auf der Grand-Prix-Strecke außen an Kolb vorbei. Für Phoenix wendete sich das Blatt nun erneut. Die Strafe wurde zurückgekommen, weil die gelbe Flagge "nur" eine weiße war.

So hatte Kolb in der Schlussrunde plötzlich doch wieder die Chance auf den Rennsieg, kam aber nicht mehr an Krognes heran. Der Norweger feierte im Ziel genau wie Teamkollege Ben Tuck seinen ersten Gesamtsieg in der NLS. Es war auch der erste Saisonsieg für Walkenhorst und Reifenpartner Yokohama, allerdings schon der dritte BMW-Sieg in Folge.

Erster NLS-Sieg für Rekordfahrer Krognes

"Ich wollte erst hinter ihm bleiben und nichts riskieren, aber dann bekam ich die Nachricht, dass wir doch um den Sieg kämpfen müssen", sagt Krognes. "Wir haben so lange auf diesen Sieg hingearbeitet, es war gut dieses Manöver zu setzen. Vincent hatte ein wirklich schnelles Auto, und man will natürlich auf der Strecke gewinnen."

#34 Walkenhorst Motorsport BMW M6 GT3: Christian Krognes

#34 Walkenhorst Motorsport BMW M6 GT3: Christian Krognes

Foto: Jan Brucke/VLN

Trotz der letztlich knappen Niederlage blickt auch Kolb zufrieden auf das Rennen zurück: "Ein mega Dankeschön an Phoenix, ein super Auto", sagt der junge Deutsche. "Es hat so viel Spaß gemacht, der letzte Stint, wo wir die ganze Zeit im Paarflug langgefahren sind. Am Schluss hatte ich ein paar Mal Pech mit dem Verkehr. Vielleicht ist beim nächsten Mal das Glück auf unserer Seite."

Früh gelaufen war das Rennen um eine Top-Position für den am Samstag zweitplatzierten Haupt-Mercedes #6, der am Sonntag von Hubert Haupt, Patrick Assenheimer und Manuel Metzger pilotiert wurde. Mit einem guten Start hatte sich Haupt in Runde 1 von Platz sieben auf drei verbessert.

Eingangs der zweiten Runde kam es aber eingangs der AMG-Arena zu einer Berührung mit dem WTM-Ferrari #22 (Weiss/Weiss/Krumbach). Dabei wurde das Endrohr des linken Auspuffs des Mercedes eingedrückt. Die notwendige Reparatur warf das Team aussichtslos zurück. Letztlich kam man auf Rang neun ins Ziel.

BMW-Junioren nach Crash im Qualifying nicht im Rennen dabei

Hinter den ersten vier kam der Lionspeed-Audi #24 (Rocco/P. Kolb/Drudi/Dontje) auf Rang fünf ins Ziel. Die Top 10 komplettierten der Huber-Porsche #25 (Thyssen/Rader/Seefried/Stengel), der Frikadelli-Porsche #30 (Abbelen/Ragginger), der WTM-Ferrari #22, der Haupt-Mercedes #6 und der Racing-one-Ferrari #39 (Kohlhaas/Jäger/Schreiner).

Das BMW-Juniorteam (Hesse/Verhagen/Harper), welches die vergangenen beiden NLS-Läufe gewonnen hatte, nahm am Sonntag nicht am Rennen teil. Daniel Harper war kurz vor dem Ende des Qualifyings mit dem RMG-BMW #44 in der Anfahrt zur Hohen Acht abgeflogen und in die Leitplanke eingeschlagen. Bis zum Rennstart konnte das Auto nicht repariert werden.

Die NLS begibt sich nun in eine zweimonatige Sommerpause. Weiter geht es am 11. September mit dem siebten Saisonlauf, dem 6-Stunden-Rennen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird die erste Kurve der Nordschleife nach der im März verstorbenen Sabine Schmitz benannt.

Mit Bildmaterial von Jan Brucke/VLN.

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