Wochenspiegel begründet VLN-Ausstieg: Giftiger Cocktail am Nürburgring

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Wochenspiegel begründet VLN-Ausstieg: Giftiger Cocktail am Nürburgring
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18.03.2019, 14:02

Georg Weiss geißelt die BoP-Anpassung auf der Nürburgring-Nordschleife - VLN reagiert angefressen: Da können wir doch nichts für

Das Wochenspiegel Team Monschau (WTM Racing) hat seinen Rückzug von der Nürburgring-Nordschleife in der Saison 2019 nun offiziell bekannt gegeben. Das Team wird stattdessen bei fünf Creventic-Rennen und zwei IGTC-Läufen (24 Stunden von Spa-Francorchamps und 9 Stunden von Kyalami) an den Start gehen. In einem offiziellen Statement hat WTM Racing jetzt den Ausstieg begründet.

Georg Weiss hält die neuen Regularien für ein Sicherheitsrisiko. "Hier entsteht ein ganz giftiger Cocktail", sagt der Besitzer der Weiss-Druckereien. "Mit dem Herabsenken der Leistung bei den GT3-Fahrzeugen wird die Sicherheit nicht erhöht, sondern verschlimmbessert." Weiss bezieht sich dabei auf die jüngst verkündete Maßnahme, dass die Klassen unterhalb von SP9, SPX und SP-Pro zunächst nicht eingebremst werden.

Er nennt das Szenario, das unter vielen GT3-Teamchefs derzeit stark debattiert wird: Die Top- Fahrzeuge werden auf der Geraden künftig langsamer sein als manches SP7-, SP8- oder Porsche-Cup-Fahrzeug. Diese können auf der Geraden überholen, stehen aber in der nächsten Anbremszone beziehungsweise Kurve den gerade überholten Fahrzeugen dann wieder im Weg herum. Daraus könnten gefährliche Situationen entstehen.

Dass nur zwei Wochen vor dem Saisonstart ganze Fahrzeugklassen ohne Kompensation so eingebremst werden, ist ein beispielloser Akt, der an Respektlosigkeit den Teams gegenüber nicht zu überbieten ist.

‘¿’"Man erkennt, dass die VLN nicht gewillt ist, die GT3 als Topklasse zu erhalten", sagt er weiter. "Dabei zeigt die Unfallbilanz deutlich, dass die GT3-Fahrzeuge gar nicht das Problem sind. Die meisten Unfälle gibt es in kleineren Cup-Klassen. Dass nur zwei Wochen vor dem Saisonstart ganze Fahrzeugklassen ohne Kompensation so eingebremst werden, ist ein beispielloser Akt, der an Respektlosigkeit den Teams gegenüber nicht zu überbieten ist."

VLN-Führung zu blass?

Natürlich stoßen solche Statements bei der VLN-Führung auf wenig Begeisterung. Wie von 'Motorsport.com' bereits aufgezeigt, liegt die Hoheit über das Reglement in den SP-Klassen nicht bei der VLN, sondern beim ADAC Nordrhein als Veranstalter des 24-Stunden-Rennens. Auch bezüglich der Aussagen zur Unfallstatistik heißt es seitens der VLN, dass man diese Statistik gerne sehen würde.

Weiss wiederum findet, dass die VLN-Spitze rund um Ralph-Gerald Schlüter und Michael Bork in der BoP-Diskussion zu wenig Farbe bekenne und zu wenig öffentlich Stellung beziehe: "Statt Transparenz in das Thema zu bringen, ducken sich die Verantwortlichen weg und lassen die Teams ins offene Messer laufen."

Während die Saison von WTM Racing nun mit den 12 Stunden von Mugello am 29. und 30. März startet, haben sich die VLN-Teams bei der Test- und Einstellfahrt am vergangenen Samstag auf die Saison vorbereitet. Schwierige Wetterverhältnisse erschwerten die Bedingungen für die teilnehmenden Teams. Die Zuschauer kamen daher lieber in den Ring Boulevard, wo eine offizielle Präsentation der VLN 2019 stattfand. Für den Saisonauftakt erwartet die VLN rund 170 Fahrzeuge.

Mit Bildmaterial von VLN.

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Rennserie VLN
Urheber Heiko Stritzke
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