Zakspeed-Viper bei Debüt im Ziel: "Bitte gebt uns Zeit"

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Zakspeed-Viper bei Debüt im Ziel: "Bitte gebt uns Zeit"
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27.03.2019, 10:53

Die GT3-Viper hat ihre VLN-Premiere erfolgreich gemeistert: Die Schlange sah die Zielflagge, doch bei den Rundenzeiten fehlte einiges - Zakspeed bittet um Geduld

Es war ein Last-Minute-Akt: Erst am Samstagmorgen, also dem Renntag, erfuhr das Fahrerlager über den offiziellen Dokumentenaushang von der finalen Einstufung der Zakspeed-Viper. Das Team selbst kannte seine finale BoP am Freitagabend. Keine 24 Stunden später brachten Florian Strauß, Chris Mamerow und Jeroen Bleekemolen die Chrysler Viper GT3 R (mehr zum Thema Chrysler/Dodge/SRT Viper in den nächsten Tagen) auf Gesamtrang 21 bei der 65. Westfalenfahrt ins Ziel.

Nachdem der V10-Bolide bei den Test- und Einstellfahrten am vorletzten Samstag durch einen Unfall beschädigt wurde, war die Zielankunft genau die richtige Motivation für die Mannschaft aus Niederzissen. Andererseits stehen auch 8:13.368 Minuten Rückstand nach drei Stunden Rennzeit zu Buche. In einem normalen 4-Stunden-Rennen wäre die Viper also überrundet worden. Bei der schnellsten Runde (8:23.682 Minuten) fehlen mehr als 20 Sekunden auf den schnellsten Umlauf des Rennens, gefahren vom Rowe-BMW #98 in 8:03.373 Minuten.

Alles zweitrangig, beruhigt Peter Zakowski im Gespräch mit 'Motorsport.com': "Wir sind heute das erste Mal wirklich gefahren. Man muss etwas Geduld haben. Wir haben ja gestern erst unsere finale Einstufung bekommen. Jetzt müssen wir darauf das ganze Set-up und das ganze Umfeld auf diese Gegebenheiten abstimmen. Da ist noch großes Potenzial vorhanden."

Basis-Abstimmung stimmt

Zakspeed hofft darauf, bei der Balance of Performance eventuell noch das eine oder andere Zugeständnis zu erhalten, nachdem die Einstufung der Viper im Eilgang vorgenommen werden mussteund es keine Erfahrungsdaten gab. Aber natürlich sind auch bei den konventionellen Abstimmungsmöglichkeiten noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Nach nur einem vorzeitig abgebrochenen Test und einem Renneinsatz ist noch reichlich Luft nach oben.

Zakspeed-Viper

Von dem Unfall bei den Test- und Einstellfahrten war nichts mehr zu sehen

"Vom Grund-Set-up her stehen wir gar nicht so schlecht dar", betont Zakowski. "Dennoch müssen wir dieses Auto natürlich erst für die Nordschleife richtig adaptieren." Und das fällt schwer, wenn die endgültigen Vorschriften zu Heckflügelstellung (9 Grad im Falle der Viper) und Fahrzeug-Anstellwinkel ("Rake"; 0,5 Grad mit 0,12 Grad Toleranzbereich) erst am Abend vor dem Rennen feststehen.

"Aber grundsätzlich sind wir auf einem guten Weg", versichert Zakowski. "Was man nicht vergessen darf: Wir kämpfen hier gegen Werke." Und die sind heutzutage weit mächtiger als noch zu Beginn der 2000er-Jahre, als Zakspeed sie zum Teil mit der privat eingesetzten Viper GTS-R vorführte.

Bürokratischer Prozess noch nicht abgeschlossen

Kämpfen muss Zakowskis Team derzeit nicht nur auf der Strecke: "Der ganze Homologationsprozess, den ihr so schön mit dem Wort 'Bürokratie' beschrieben habt, ist für uns zwar nicht neu, aber stellt trotzdem enorm viel Arbeit dar." Dieser ist nämlich bei weitem noch nicht beendet. Bei den großen Herstellern wie Audi oder Mercedes-AMG müssen die Teams in dieser Hinsicht gar nichts mehr machen, denn den Papierkram erledigen die Kundensportabteilungen der Werke.

Bilder: VLN-Saisonauftakt

Zakspeed muss all das selber erledigen, weil der Entwicklungspartner Riley Technologies aus den USA heraus nur begrenzte Möglichkeiten hat. "Das Thema arbeiten wir gerade ab", so der 52-Jährige. "Aber genau das liegt Zakspeed in den Genen: Wir können so ein Auto homologieren, im Rahmen des ADAC-Reglements adaptieren und weiterentwickeln. Das wollen wir unter Beweis stellen."

Für die Fans ist der Einsatz der Chrysler Viper GT3 R beim 20-jährigen Jubiläum des ersten Einsatzes der Viper GTS-R im Jahre 1999 natürlich ein wahres Geschenk. Entsprechend positiv kam das Fahrzeug an. Bei einem von Zakspeed ausgerufenen Fotowettbewerb am vergangenen Wochenende wurden Dutzende Fan-Bilder der Giftschlange hochgeladen. Am Ende gab es sogar zwei Sieger.

Mit Bildmaterial von VLN.

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Artikel-Info

Rennserie VLN
Event VLN 1
Subevent Rennen
Fahrer Christian Mamerow , Jeroen Bleekemolen , Florian Strauss
Teams Team Zakspeed
Urheber Heiko Stritzke
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