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Alpine-LMDh-Verkauf an BYD? "Haben mehr als einen Interessenten"

BYD galt lange Zeit als wahrscheinlichster Kandidat, das Hypercar-Programm von Alpine aufzukaufen - Doch Teamchef Sinault spricht von mehreren Interessenten

Alpine-LMDh-Verkauf an BYD? "Haben mehr als einen Interessenten"

Alpine wird das LMDh-Programm wahrscheinlich verkaufen, aber an wen?

Foto: Rainier Ehrhardt

"Es gibt nicht nur diesen einen Hersteller." - Signatech-Teamchef Philippe Sinault lässt durchblicken, dass ein Verkauf des Alpine-Programms an den chinesischen Automobilriesen BYD keinesfalls in Stein gemeißelt ist.

Hinter den Kulissen kämpft die Betreibermannschaft von Signatech unter der Leitung von Philippe Sinault um das Überleben des Projekts über 2026 hinaus. Alpine hat bereits vor der Saison 2026 seinen Ausstieg zum Ende des Jahres verkündet. Francois Provost, der vor knapp einem Jahr Luca de Meo als CEO des Renault-Konzerns ablöste, strich das WEC-Programm als frühe Amtshandlung.

Entgegen bisherigen Medienberichten, wonach BYD das Programm kaufen soll, gebe es deutlich mehr Bewegung auf dem Markt. "Wir haben mehrere Kontakte", stellt Philippe Sinault im Gespräch mit Motorsport.com Frankreich, einer Schwesteredition von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, klar.

Als er konkret auf den Namen BYD angesprochen wird, legt er noch einmal nach: "Es gibt nicht nur diesen einen Hersteller, sondern wir sprechen auch mit anderen."

Dass es mehrere Interessenten gibt, sorgt in der Führungsetage von Signatech für spürbare Erleichterung. "Es gibt in der Tat Interessenbekundungen. Das stellt uns sehr zufrieden, denn zwischenzeitlich waren wir schon etwas besorgt", gibt Sinault offen zu. "Aber wir haben nun die Möglichkeit, Szenarien zu präsentieren, in denen wir weitermachen könnten."

Ziel ist der Verbleib der gesamten Mannschaft

Für Sinault steht bei den Verhandlungen der Erhalt der aktuellen Struktur im Vordergrund. Das Team, das seit dem Endurance-Comeback von Alpine im Jahr 2013 eng mit der Marke verbunden ist, soll nicht zerschlagen werden.

Ziel ist eine gemeinsame Zukunft, die sowohl die Einsatzmannschaft von Signatech als auch die Motorenkompetenz von Viry-Chatillon ("Hypertech") im Bereich des Langstreckensports umfasst.

Gerade Letzteres ist ein hochpolitisches Thema, nachdem der Bürgermeister von Viry-Chatillon den Renault-Vorstand offen des Wortbruchs und Betrugs bezichtigt hatte, als eine mögliche Schließung des Standorts wahrscheinlich schien.

BYD Atto 3 evo (2026)

BYD gilt als wahrscheinlichster Käufer, soll aber nicht der einzige Interessent sein

Foto: InsideEVs Deutschland

"Unser aller Wille ist es weiterzumachen, das ist klar. Und mein ganz persönlicher Wunsch ist es, mit demselben Team weiterzuarbeiten", betont Sinault. "Daran arbeiten wir und investieren sehr viel Zeit. Für Le Mans haben wir nun den Pausenknopf gedrückt, aber direkt nach der Rennwoche werden wir alle nötigen Anstrengungen fortsetzen, um eine Lösung zu finden."

Trotz der positiven Signale bleibt der Franzose realistisch: "Ich bin von Natur aus immer eher vorsichtig. Ich bin jedenfalls nicht optimistisch genug, um zu behaupten, dass die Dinge absolut sicher und gewiss vorankommen."

Hürde der Neuhomologation

Ein potenzieller Deal hängt unweigerlich an der Partnerschaft mit einem Automobilhersteller, da ein reines Privatteam-Engagement in der Topklasse kaum realisierbar ist. "Wer auch immer in der Hypercar-Klasse antritt, benötigt die Unterstützung eines Herstellers", erklärt Sinault. Man stehe dazu auch in einem sehr guten und transparenten Austausch mit dem ACO.

Sollte ein neuer Hersteller das Projekt übernehmen, würde dieser den aktuellen Alpine A424 als Basis nutzen. Neben optischen Anpassungen - wie dem markanten Hecklicht in Form des Alpine-A - wartet auf einen neuen Partner allerdings eine große bürokratische Hürde.

"Wenn man das Reglement genau liest, müssen wir das Auto neu homologieren", bestätigt Sinault. "Das ist das eigentliche Kernproblem." Ein Bürokratie-Problem, das allerdings lösbar sein sollte.

Dennoch ist der Teamchef überzeugt, dass das Paket aus erfahrener Crew und hochentwickeltem Material für neue Werke hochattraktiv ist: "Da ist zum einen die menschliche Komponente, weil die Mannschaft stark ist. Wir haben sie aufgebaut und eine Reife erreicht, in der sie Qualitätsarbeit abliefert und alles mitbringt, um konkurrenzfähig zu sein."

"Und dann ist da das Material, das wir in den Händen halten und weiterentwickeln konnten. Deshalb wollen wir unbedingt mit den Werkzeugen, die wir heute haben, gemeinsam weitermachen."

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