Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Ferrari 499P: Evo-Joker-Update 2027 geht nach Le Mans in Testphase

Ferrari will dem 499P für die WEC-Saison 2027 Evo-Joker verpassen - Was Ferrari plant und wie man die Updates der Gegner bewertet

Ferrari 499P: Evo-Joker-Update 2027 geht nach Le Mans in Testphase

Dem dreimaligen Siegerauto aus Le Mans steht ein weiteres Update bevor

Foto: Speedpictures Speedpictures

Der Ferrari 499P soll zur Saison 2027 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ein weiteres Joker-Update erhalten. Theoretisch stünden Ferrari noch bis zu vier Evo-Joker offen, nachdem der Bolide Mitte 2024 im Heckbereich mit einem Joker überarbeitet worden war.

"Für 2026 wird der 499P in seiner aktuellen Konfiguration bleiben", betont Ferdinando Cannizzo, Ferrari Head of Endurance Race Cars, gegenüber Motorsport.com Italien, einer Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network. Dennoch steht die Entwicklungsabteilung nicht still, denn ab Juli wird das Team bereits auf der Rennstrecke aktiv: "Wir werden ab Juli damit beginnen, etwas Neues zu testen."

Die Updates für die Saison 2026 waren ohne Joker-Einsatz möglich, nachdem der 2025er-Ferrari beim Wechsel des Windkanals von Sauber zu Windshear aus dem vorgegebenen Fenster gefallen war.

Die geplanten Updates sind eine Antwort auf Updates an diversen Hypercars für dieses Jahr. "Das Niveau des Wettbewerbs ist erheblich gestiegen und es wird immer schwieriger, um die obersten Stufen des Podiums zu kämpfen", so Cannizzo.

"Die kleinen aerodynamischen Änderungen am Auto haben wir gut verstanden und die entsprechenden Set-ups gewählt. Wir lernen zwar noch, wie die Reifen genau funktionieren, da wir nur wenige Gelegenheiten zum Testen hatten, aber im Vergleich zum Vorjahr bietet das breitere Temperaturfenster mehr Flexibilität bei der Rennstrategie."

Evolution des 499P geplant

Während die Konkurrenz von Alpine, Cadillac, BMW und Toyota mit teils tiefgreifenden Updates aufwartet, reagiert Ferrari gelassen. "Keines der Autos hat mich überrascht, aber alle waren interessant", sagt der Italiener.

"Alle haben interessante Lösungen gewählt, die wir im Auge behalten. Wir haben die Entscheidung von Cadillac erwartet, die verstellbare aerodynamische Vorrichtung von der Front nach hinten zu verlegen. Das ist eine Lösung, die auch von anderen Herstellern, einschließlich Ferrari, genutzt wird und sie in Le Mans konkurrenzfähiger machen wird. Auch Toyota hat mit der Überarbeitung des Hecks einen glänzenden Job gemacht."

Bei den jetzt geplanten Veränderungen geht es um Evolutionen des aktuellen Rennmodells, kein neues Auto. "Wir sind zuversichtlich, dass der 499P noch Raum für Verbesserungen hat, um mit den Entwicklungen der anderen Autos mitzuhalten", sagt Cannizzo.

Ferdinando Cannizzo ist Mastermind hinter dem erfolgreichen Ferrari 499P

Ferdinando Cannizzo ist Mastermind hinter dem erfolgreichen Ferrari 499P

Foto: Ferrari

Den großen Gradmesser sieht er dabei weiterhin bei Toyota: "Ich habe Toyota immer als Maßstab genannt, weil sie Kompetenz, Gelassenheit, Ruhe und die Fähigkeit bewiesen haben, Strategien sehr gut zu interpretieren - und das alles gepaart mit einem ausgesprochen konkurrenzfähigen Auto."

Toyota schnappte Ferrari den Heimsieg in Imola weg, blieb dann aber - offenbar aus BoP-Gründen - in Spa hinter den Möglichkeiten zurück. Ferrari war ebenfalls nicht aus eigener Kraft siegfähig, rettete aber einen starken dritten Platz. "Faszinierend und motivierend! Es macht jedes Rennen noch spannender. Wir pushen uns ständig gegenseitig mit Toyota", freut sich Cannizzo.

"Dass wir in Spa vor ihnen bleiben konnten und mit der Startnummer 50 auf das Podium gefahren sind, zeigt, dass wir uns gegenseitig anspornen: An einem Tag gewinnt der eine, am nächsten Tag der andere."

Le Mans: Weicher Reifen wird entscheidend

In Spa-Francorchamps zeigte sich Ferrari strategisch mutig und spulte erfolgreich lange Stints auf den Medium-Reifen ab. Mit Blick auf das anstehende Highlight an der Sarthe erwartet der Technikchef jedoch ein völlig anderes Bild.

"In Le Mans wird die Situation anders sein", erklärt Cannizzo. "Es gibt weniger Reifenverschleiß und eine niedrigere Belastung, zudem fahren wir in der Nacht bei ganz anderen Temperaturen. Wir müssen herausfinden, wie lange wir die weichen Reifen in der Nacht fahren können und wann wir tagsüber auf die Mediums wechseln, aber eine klare Vorstellung von der Strategie werden wir erst vor Ort haben."

Genügend Zeit bleibt, um die richtigen Einstellungen zu finden: Der Testtag am Sonntag wird vor allem vormittags bei kühlen Temperaturen über die Bühne gehen. In der Rennwoche stehen dann zwei Trainings am Mittwoch und Donnerstag auf dem Programm, die bis Mitternacht gehen.

Vorheriger Artikel Max Verstappen im WEC-Hypercar? "Könnte ein starker Schub sein"
Nächster Artikel 24h Le Mans Testtag 2026: Was die Aston-Martin-Bestzeit wert ist

Aktuelle News