Geldwäsche: Ehemaliger WEC-Pilot zu zweijähriger Gefängnisstrafe verurteilt
Der ehemalige WEC-Pilot und Rennteam-Besitzer Frits van Eerd wurde wegen Geldwäsche, Bestechung und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Haft verurteilt
Frits van Eerd (hier 2020) wurde zu einer Haftstrafe verurteilt
Foto: LAT Images
Der frühere Rennfahrer und Rennstall-Besitzer Frits van Eerd muss nun wohl doch hinter Gitter: Der Niederländer, der bereits im September 2022 wegen des Verdachts der Geldwäsche festgenommen wurde, wurde vor wenigen Tagen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.
Im vergangenen Jahr hatte es zunächst geheißen, dass sich der Geldwäsche-Verdacht nicht erhärtet habe, weshalb auch van Eerd, der sich zuletzt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, sichtlich überrascht war. Nach der Urteilsverkündung verließ er hastig und ohne Kommentar den Gerichtssaal.
Frits van Eerd, der auch als Geschäftsführer der niederländischen Supermarktkette Jumbo bekannt ist, habe sich sogar in Kreisen der Drogenkriminalität bewegt, erklärte der vorsitzende Richter. Er sprach den Ex-Rennfahrer in den Fällen der Geldwäsche, Bestechung ("außeramtliche Korruption") und Urkundenfälschung schuldig.
Ex-Rennfahrer macht sich der Geldwäsche schuldig
Das Strafmaß fiel sogar höher aus, als die Staatsanwaltschaft ursprünglich gefordert hatte. Diese hatte zwar ebenfalls zwei Jahre beantragt, davon jedoch acht Monate auf Bewährung. Der Richter verhängte hingegen die vollen zwei Jahre Haft ohne Bewährung.
Nicht ohne Grund: Der Vorwurf der Geldwäsche betraf einen Betrag von über 427.000 Euro, der im Bereich seiner Wohnung gefunden wurde, unter anderem in einem Kühlschrank sowie in mehreren Umschlägen, die in Büchern versteckt waren.

Frits van Eerd startete in der LMP2-Klasse der WEC
Foto: Motorsport Images
Auch der zweite Beschuldigte, der Autohändler Theo E., mit dem van Eerd trotz dessen kriminellen Rufs umfangreiche und dubiose Geschäfte gemacht hatte, wurde unter anderem wegen Geldwäsche verurteilt. Er muss sogar für dreieinhalb Jahre hinter Gitter.
Frits van Eerd mit Motorsport-Vergangenheit
Van Eerd startete ab der Saison 2018/19 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und feierte gemeinsam mit Giedo van der Garde und Nyck de Vries den Sieg beim 6-Stunden-Rennen von Fuji 2019. In der Saison 2021 gewann der Niederländer sogar die LMP2-Endurance-Trophäe für Pro-Am-Fahrer.
Danach wechselte van Eerd in die amerikanische IMSA-Serie. In Daytona, Sebring und Watkins Glen erreichte sein Team in der LMP2-Klasse jeweils die Top 3. Vor dem Saisonfinale in Road Atlanta wurde van Eerd verhaftet und sich seitdem aus dem Motorsport zurückgezogen.
Nun steht das Urteil zwar fest, allerdings könnte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein: Der Anwalt van Eerds hat nach der Urteilsverkündung bereits durchblicken lassen, dass man in Berufung gehen werde.
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