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Genesis: Warum dem GMR-001 in Imola die Pace fehlen wird

Das neue Hypercar von der Hyundai-Luxusmarke Genesis überzeugt bislang mit guter Zuverlässigkeit - Das Team traut dem Braten aber noch nicht ganz

Genesis GMR-001: Vorsichtiger Optimismus vor Debüt

Der Genesis GMR-001 rennt bislang ohne Probleme

Foto: FIA FIA

Zunächst einmal sei vorgewarnt: Genesis wird sowohl in Imola als auch in Spa-Francorchamps keine Bäume bei der Pace ausreißen. Auch wenn die Balance of Performance (BoP) in diesem Jahr geheim gehalten wird, ist klar, dass Genesis die schlechteste Einstufung haben muss. Jegliche Bewertung der Pace ist also fehl am Platz.

Der Grund ist, dass vom Genesis GMR-001 keine Daten aus dem Vorjahr vorliegen und daher die Performance des jeweils besten Hypercars aus den vergangenen Rennen herangezogen wird. Daher müsste er das schlechteste Leistungsgewicht aller Hypercars aufweisen. In Sachen Pace wird daher in den ersten Rennen nichts gehen.

Daran will das Team beim Renndebüt auch gar nicht gemessen werden. Eine problemlose Fahrt mit beiden Boliden bis ins Ziel wäre beim ersten Rennen bereits ein Erfolg. Und bislang deutet vieles darauf hin, dass Genesis dieses Ziel erreichen kann. Bislang läuft es nämlich sehr gut, fast ein bisschen zu gut.

"Ein Rennteam ohne Rennen ist nur ein Team"

Überraschend kommt das nicht, denn die Vorbereitung war hochprofessionell. Viel bekanntes Personal wurde hinter den Kulissen von Konkurrenten abgeworben. 25.000 Testkilometer hat der LMDh-Bolide auf dem Buckel.

Die Zuverlässigkeit scheint bislang beim GMR-001 zu stimmen, denn es gab in der gesamten Imola-Woche bisher kein einziges nennenswertes Problem. "Ich denke, wir führen die Statistik bei der Anzahl der Runden an, seit wir hier angekommen sind", so Abiteboul.

"Genau das wollten wir: Streckenkenntnis, Fahrzeit und das Durchspielen unserer Prozeduren. Wir achten momentan nicht zu sehr auf die Rundenzeiten. Es geht nur um Zuverlässigkeit und eine gute Ausführung. Wir müssen den Kopf unten halten, sehr bescheiden bleiben und weiterarbeiten."

Faktor Mensch: Was man im Test nicht simulieren kann

Nun steht also die große Stunde der Wahrheit bevor. Denn egal, wie gut man vorbereitet ist, das erste Rennen ist der Moment, in dem sich zeigt, wie viel die Vorbereitung wirklich wert ist.

Abiteboul betont auf Nachfrage von Motorsport-Total.com, dass das Mentale im Testbetrieb kaum abzubilden ist: "Den Druck kann man nicht simulieren. Den Stress, mit dem Unbekannten umgehen zu müssen, und auch die schiere Ausdauer im Langstreckensport."

In Tests könne man immer etwas nachlässig mit sich selbst sein, zurück an die Box fahren und Kleinigkeiten ändern. "Wir alle wissen, dass man das im Rennen nicht tun kann. Deshalb ist das, was wir bisher gemacht haben, immer noch der einfache Teil."

Auch Pipo Derani sieht den Zeitdruck als größte Herausforderung: "Während der Entwicklung hat man immer Zeit, Dinge zu beheben. Man kann sich auf ein Problem konzentrieren und das andere für ein paar Tage ruhen lassen. Der zusätzliche Druck eines Rennwochenendes gibt uns die Fähigkeit, uns selbst zu beweisen, dass wir Dinge innerhalb der knappen Fristen erledigen können."

Besonders der Verkehr auf der Strecke ist eine neue Variable. "Wie verhält sich unser Auto hinter den GTs? Wie arbeitet es vor oder hinter anderen Konkurrenten? Das alles ist neu für uns, aber ich denke, wir lernen schnell", erklärt der Brasilianer.

Ein "kerngesundes" Auto als Basis

Dabei ist es dem Team auch wichtig, sich sympathisch zu geben, denn als südkoreanischer Jaebeol besteht schnell die Gefahr, als unsympathischer Gigant wahrgenommen zu werden. So veranstaltete das Team am Mittwochabend ein kleines Quiz mit Journalisten und WEC-Offiziellen, an dem auch die eigenen Fahrer teilnahmen, und sorgte so für heitere Stimmung.

Diese positive Stimmung überträgt sich auf das Team. Es herrscht Aufbruchstimmung. Dani Juncadella zeigt sich von der Basis des GMR-001 angetan: "Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, was die Pace angeht. Sie ist besser, als ich es erwartet hätte. Das erste Gefühl im Auto ist wettbewerbsfähig."

Er hebt hervor, dass beide Fahrerpaarungen in die gleiche Richtung arbeiten: "Wir haben alle sehr ähnliches Feedback. Wir haben ähnliche Stärken und ähnliche Schwächen. Das ist ein wirklich großes positives Zeichen, denn es bedeutet, dass alles logisch ist und am Auto nichts grundlegend falsch läuft."

Auch Cyril Abiteboul ist überzeugt, dass die Performance kommen wird: "Das Auto ist ein gutes Rennauto, eine gute Basis. Es ist ein sehr gesundes Auto, die Fahrer fühlen sich damit super wohl. Sie bekommen, was sie wollen, und das Auto reagiert so auf Set-up-Änderungen, wie sie es erwarten."

Dennoch warnt Derani davor, dass die Strecke in Italien das Auto hart fordert: "Die Strecke ist extrem uneben und voller Randsteine. Der Großteil unserer Entwicklung fand auf glatteren Strecken statt. Imola ist ein noch größerer Test für uns als Team." Dennoch habe man bereits zwischen dem Prolog und den ersten Trainingssitzungen Fortschritte beim Set-up gemacht.

Das Fazit vor dem ersten scharfen Einsatz bleibt vorsichtig optimistisch. Oder wie Cyril Abiteboul es zusammenfasst: "Wenn das Personal gerne hier ist und gerne miteinander zusammenarbeitet, bin ich mir sehr sicher, dass die Rundenzeiten folgen werden. Nicht morgen. Aber sie werden kommen."

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