WEC
Jacky Ickx über Genesis-Hypercar: 'Im Grunde schon ein Siegerauto'
Ickx spricht über seine Rolle bei Genesis und erklärt, warum der jüngste WEC-Hersteller das Potenzial hat, bei den Hypercars Erfolg zu haben

Rachit Thukral
Veröffentlicht: 03.09.2026, 17:19
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Jacky Ickx ist Berater im Projekt von Genesis magma Racing
Foto: Speedpictures Speedpictures
Jacky Ickx erklärt, dass Genesis mit den Fortschritten in der Anfangsphase seines Hypercar-Programms in der Langstrecken-Weltmeisterschaft zufrieden ist, während man weiter auf das große Ziel hinarbeitet: den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans.
Die Luxusmarke von Hyundai ist in diesem Jahr in die Topklasse der WEC eingestiegen und setzt zwei gemeinsam mit Oreca entwickelte GMR-001 LMDh-Prototypen ein.
Für Genesis und Hyundai Motorsport stellte dies eine enorme Herausforderung dar, da beide zuvor keine Erfahrung im Sportwagensport hatten. Der koreanische Hersteller stand vor der anspruchsvollen Aufgabe, zeitgleich das Fahrzeug zu entwickeln und ein Einsatzteam aufzubauen, das ein solches Auto auf dem höchsten Niveau des Langstreckensports an den Start bringen kann.
In den ersten vier Rennen der Saison hatte Genesis mit einigen Kinderkrankheiten bei der Standfestigkeit zu kämpfen. Gleichzeitig ließ das Team jedoch immer wieder sein Potenzial aufblitzen: Es gab Punkte in Spa sowie sechste Startplätze in Le Mans und Sao Paulo.
Koreanische Tradition: Niemals aufgeben
Der sechsfache Le-Mans-Sieger Ickx, der für Genesis als sportlicher Berater tätig ist, sieht alle Voraussetzungen gegeben, um in der extrem konkurrenzfähigen Hypercar-Klasse erfolgreich zu sein.
"So etwas komplett bei null zu beginnen - völlig bei null, denn Genesis ist erst zehn Jahre alt -, ist nicht einfach", erklärt Ickx gegenüber Motorsport.com Global, der englischsprachigen Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.
"Sie machen ihre Sache bei den Serien- und Luxusfahrzeugen sehr gut. Die Fügung wollte es, dass an der Spitze jemand steht, der in den Langstreckensport einsteigen wollte. Denn global betrachtet macht man so etwas nicht, wenn der Konzernchef nicht sein grünes Licht gibt."
"Die Tradition in Korea und die konfuzianische Philosophie besagen, dass man niemals aufgibt. Wenn etwas schwierig erscheint, stellt man sich der Herausforderung und versucht zu beweisen, dass man das Unmögliche möglich machen kann."
"Wir haben eindeutig die richtigen Zutaten. Aber wir haben bei null angefangen und sind mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden. Wir haben viel gelernt und wissen, welches Potenzial in uns steckt."
"Aber das Ziel ist ohne jeden Zweifel der Sieg. Das ultimative Ziel ist der Sieg in Le Mans, genau wie bei allen anderen - das ist die Herausforderung. Die Konkurrenz ist stark, aber wir sind alle mit großem Einsatz und Stolz dabei, diese Aufgabe anzugehen."

Jacky Ickx testete den Genesis GMR-001 bereits persönlich
Foto: Genesis
Genesis sicherte sich bereits in der Frühphase des Hypercar-Projekts die Dienste von Ickx, um von seiner jahrzehntelangen Langstreckenerfahrung mit Marken wie Ford, Ferrari und Porsche zu profitieren.
Menschen als entscheidender Faktor
Der Belgier stellt klar, dass seine Aufgabe vor allem darin besteht, das Team als geschlossene Einheit zusammenzuhalten, und weniger im Fahrer-Coaching liegt.
"Wenn wir über die Leidenschaft derer sprechen, die im Hintergrund arbeiten, um ein Auto vorzubereiten: Dieses Auto ist im Grunde schon vor dem Startschuss ein Siegerauto", sagt er.
"90 Prozent der Arbeit sind vor dem Rennstart erledigt. Es liegt dann am Fahrer, die Aufgabe zu Ende zu bringen. Das gehört zum Gesamtprojekt - der Versuch, den Gipfel des Berges zu erreichen und ein Rennen zu gewinnen."
"90 Prozent der Arbeit werden von Menschen geleistet, die man nie sieht. Sie ziehen ihre Genugtuung aus dem Sieg oder einem guten Ergebnis, stehen aber nie im Rampenlicht."
"Die Menschen tun es aus Leidenschaft, und Leidenschaft kennt keine Grenzen. Das Ziel ist der Sieg. Je härter es ist, desto besser ist es - und genau das macht diese Herausforderung so reizvoll."
"Deshalb betonen wir immer den menschlichen Aspekt dieser geteilten Leidenschaft so vieler talentierter Personen, die für ein einziges Ziel zusammengebracht wurden: zu gewinnen."
"Meine Rolle besteht darin, da zu sein, Zeit zu verbringen und gegebenenfalls Erfahrung und Philosophie weiterzugeben."
"Aber der Zusammenhalt bleibt der entscheidende Punkt für den Erfolg. Das hat früher gegolten und gilt heute immer noch - nur dass der Wettbewerb heute noch einmal deutlich härter ist als in den alten Zeiten."
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