Lamborghini verrät Details zu GT3- und LMDh-Plänen

Lamborghini könnte mittelfristig sein Sportwagen-Engagement erweitern: Sportchef Giorgio Sanna äußert sich zu den mittelfristigen Plänen für GT3 und LMDh

Lamborghini verrät Details zu GT3- und LMDh-Plänen

Der aktuelle Lamborghini Huracan GT3 kommt auch im Jahr 2022 zum Einsatz. Das hat Sportchef Giorgio Sanna im Gespräch mit 'Sportscar365' angekündigt. Ebenfalls gegenüber 'Sportscar365' hat der Italiener auch einen möglichen Einsatz in der LMDh-Klasse ab dem Jahr 2024 in Aussicht gestellt.

Was die GT3-Kategorie betrifft, tritt im kommenden Jahr ein neues Reglement in Kraft. Dieses erlaubt jedoch auch den Einsatz schon vorhandener GT3-Modelle im Jahr 2022. Von dieser Regel nimmt man bei Lamborghini Gebrauch, um die Evo2-Stufe des Huracans in Ruhe entwickeln zu können. Aber auch wirtschaftliche Überlegungen spielen eine Rolle, wie Sanna zugibt.

"Wir erwarten, dass wir das Auto gegen Ende des Jahres homologieren können. Aber auf jeden Fall nehmen wir uns Zeit. Wir testen weiterhin die Zuverlässigkeit des Autos, und aus wirtschaftlichen Gründen haben wir uns aufgrund der Corona-Krise entschieden, den Einsatz des neuen Fahrzeugs auf 2023 zu verschieben", so Sanna.

Woran Lamborghini am Huracan GT3 arbeitet

Die Evo2-Stufe des Lamborghini Huracan GT3 zielt dabei nicht auf maximale Performance ab. "Das hat keinen Sinn, weil es immer eine Balance of Performance gibt", argumentiert Sanna. Stattdessen arbeitet man bei den Italienern an den Bereichen Zuverlässigkeit, Fahrbarkeit und Effizienz bei den Wartungs- und Unterhaltskosten.

Rolf Ineichen, Mirko Bortolotti, Christian Engelhart, Louis Machiels, Max van Splunteren

Der Lamborghini Huracan GT3 war unter anderem in Daytona erfolgreich

Foto: LAT

"Ein Teil der neuen Regeln gibt uns nicht mehr, aber andere Möglichkeiten. Auf jeden Fall suchen wir immer nach Innovationen und Dingen, die die Qualität und vor allem die Fahrbarkeit verbessern. Und natürlich genießt auch das Design Priorität bei Lamborghini", fügt Sanna hinzu.

Die Premiere des Lamborghini Huracan GT3 Evo2 könnte somit bei den 24h von Daytona 2023 über die Bühne gehen, parallel mit dem neuen GT3-Modell von Konzernschwester Porsche. Darüber hinaus haben die Italiener auch einen Einsatz in der LMDh-Klasse angepeilt.

LMDh eine Option für Lamborghini

"Wir arbeiten weiter am LMDh-Szenario", unterstreicht Sanna. "Wir ziehen LMDh weiterhin als beste und einzige Möglichkeit in Betracht, über GT3 hinaus engagiert zu sein. Hoffentlich können wir da bald eine Entscheidung treffen."

Lamborghini ist nur eine von vielen Marken, die in der Arbeitsgruppe zu den LMDh-Regeln mitgewirkt hat. "Aus dem einfachen Grund, dass wir sehr an die Qualität und den Erfolg dieser Kategorie glauben", erklärt Sanna. Mit einem Lamborghini-Engagement im Premierenjahr des neuen Prototypen-Reglements ist allerdings nicht zu rechnen

"Falls wir antreten, dann nehmen wir uns alle Zeit der Welt, um uns und unsere Teams vorzubereiten, damit wir gut dabei sind. So machen wir das für gewöhnlich", verrät Sanna mit Blick auf die Saison 2023 in der US-amerikanischen IMSA-SportsCar-Championship.

LMDh: Unterschiede zwischen Lambo, Audi und Porsche

Bekommt Lamborghini grünes Licht vom Vorstand, wäre das Debüt des LMDh-Prototypen der Italiener für die 24h von Daytona 2024 terminiert. In der neuen Prototypen-Klasse träfe man dann auf die Konzernschwestern Audi und Porsche.

Im Falle eines Einsatzes grenzt man sich von diesen beiden Volkswagen-Marken bewusst ab: Während es bei Porsche auf einen Werks- und bei Audi auf einen Semi-Werkseinsatz hinausläuft, plant man bei Lamborghini von Anfang an mit einem reinen Kundenprogramm in der LMDh-Klasse.

"Lamborghini fokussiert sich auf Kundensport. Wir haben ein exklusives Portfolio an Kunden und Fahrern, die interessiert auf ein Engagement in einer Top-Klasse blicken. Wir müssen auf neue und möglicherweise zukünftige Kunden achten. Wir ziehen die LMDh-Klasse aufgrund ihres Prinzips in Betracht, als richtige Herangehensweise an die Top-Klasse im Sinne des Kundensports", so Sanna.

Für Lamborghini wäre ein LMDh-Engagement das Debüt im Prototypen-Sport. Mit dem Huracan startet man hingegen in verschiedenen Evo-Stufen bereits seit 2015 im GT3-Sport. Unter anderem konnte man mit diesem Fahrzeug bereits Klassensiege bei den 24h von Daytona und den 12h von Sebring, sowie Titelgewinne in der GT-World-Challenge Europe feiern.

Mit Bildmaterial von Lamborghini.

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