Marco Sörensens Prolog-Crash: Neues Chassis für Aston Martin in Imola
Marco Sörensen bescherte dem Aston Martin Thor Team zwei Nachtschichten durch einen Unfall beim Prolog - Drei Faktoren trugen zum Crash bei
Marco Sörensen zerlegte den Aston Martin Valkyrie bei Prolog
Foto: Jacopo Rava
Aston Martin hat bereits sein erstes Rennen beim Saisonauftakt der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2026 in Imola hinter sich. Nach einem erheblichen Unfall beim Prolog musste das Team Heart of Racing den Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen) komplett neu aufbauen.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagvormittag in der Tamburello-Schikane. Marco Sörensen befand sich auf seiner Outlap, als er die Kontrolle über das Le-Mans-Hypercar verlor und heftig in die Streckenbegrenzung einschlug.
Der Däne kam unverletzt davon, der Schaden am Chassis war aber so immens, dass ein Wechsel unumgänglich wurde. Die Mechaniker beendeten den Neuaufbau am Donnerstagmorgen, also zwei Tage nach dem Crash am Dienstag.
Mit einer Prise Galgenhumor kommentiert Sörensen den Unfall gegenüber Motorsport.com Niederlande, einer Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network: "Mir ist schlicht das Talent ausgegangen."
Das ist jedoch nicht der alleinige Auslöser. Sörensen zufolge geschah der Unfall beim Aufwärmen der Reifen: "Einer der Bereiche, an denen wir als Team arbeiten müssen, ist die Geschwindigkeit auf den Outlaps. Wir müssen Wege finden, die Reifen schneller auf Temperatur zu bringen. Ich habe es schlicht übertrieben."
Die Kombination aus hoher Motorleistung und kalten Reifen mache den Valkyrie in der ersten Runde extrem unberechenbar, so Sörensen weiter. Alle Teams seien mit den neuen Michelin-Reifen für 2026 am kämpfen, die zu 50 Prozent aus nachhaltigen Materialien bestehen.
In Imola herrschten am Dienstag zudem kühle, teils regnerische Bedingungen, wodurch die Medium-Mischung nur schwer in das optimale Arbeitsfenster zu bekommen war.
Keine Ausreden trotz neuer Kerbs
Es gibt noch eine weiteren Faktor, den Sörensen aber nicht als Ausrede heranziehen möchte: "Sie haben die Randsteine neu gestrichen und dabei die Farbe seltsam weit nach oben gezogen. Aber es liegt letztlich immer am Fahrer. Ich wäre wohl nicht gecrasht, wenn ich langsamer gefahren wäre - nur sagt sich das hinterher immer leicht", gibt Sörensen zu Protokoll.
Nach einer starken zweiten Saisonhälfte 2025, in der Aston Martin in Fuji und Bahrain bereits an den Top 3 schnupperte, sind die Erwartungen für das zweite Jahr des Valkyrie-Programms hoch. Tom Gamble, der Teamkollege von Harry Tincknell im Schwesterauto #007 (Tincknell/Gamble), sieht keinen Grund, warum man nicht um Siege mitfahren sollte.
"Vergangenes Jahr ging es darum, die großen Baustellen zu schließen. In dieser Saison sind es die kleinen Details, die den Unterschied machen werden", erklärt der Brite. Wenn die Mechaniker beim Boxenstopp noch Zeit finden und die Fahrer das Maximum aus dem Paket herausholen, sei das Podium das klare Ziel für die Saison 2026.
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