Peugeot 9X8 2026: Endlich erster Sieg oder weiteres Übergangsjahr?
Alain Favey fordert den ersten Sieg von Peugeot in der WEC, doch was können die Löwen mit nur einem Test wirklich ausrichten? - Letztes Jahr vor dem großen Update
Am Peugeot 9X8 ist außer der Lackierung nur die Software neu
Foto: FIA FIA
Die Sehnsucht auf das Jahr 2027 ist bei Peugeot riesig. Dann endlich sollen mit weiteren Evo-Jokern dem 9X8 die letzten Überbleibsel ausgetrieben werden, die noch aus einer zeitlich unglücklichen Abfolge von Ereignissen aus der Anfangsphase des Projekts im Jahr 2020 herrühren - unter anderem die LMH-LMDh-Konvergenz.
Doch vorher steht noch eine komplette Saison auf dem Programm. Peugeot-CEO Alain Favey forderte beim Launch bereits vollmundig den ersten Sieg. Die Umsetzung wird jedoch alles andere als einfach, denn das Le-Mans-Hypercar ist auf demselben Stand wie 2025, während die Konkurrenz teils deutlich aufgerüstet hat.
Auch die Vorbereitung auf der Strecke fiel relativ dürftig aus: Peugeot absolvierte lediglich einen 24-Stunden-Test in Portimao seit dem Saisonfinale in Bahrain 2025. Dabei bekam vor allem Neuzugang Nick Cassidy das volle Eingewöhnungsprogramm. Die Stellantis-Marke legt den Fokus bei Testfahrten später aufs Jahr, womöglich dann schon mit Updates für 2027.
Simulator-Stunden statt Test-Kilometer
Untätig war man über den Winter dennoch nicht. Malthe Jakobsen erklärt gegenüber Motorsport-Total.com, dass das Team die fehlende Streckenzeit durch intensive Arbeit in der Werkstatt in Satory kompensiert hat: "Die Ingenieure und Mechaniker haben viele, viele Stunden investiert, um das Auto vorzubereiten und unzählige Set-up-Optionen durchzuspielen."
Also was ist möglich mit dem aktuellen Paket? "Vielleicht sollten wir einen Regentanz aufführen", scherzt Theo Pourchaire aus dem Peugeot #94 (Duval/Jakobsen/Pourchaire) im Gespräch mit Motorsport-Total.com. Der Peugeot 9X8 gilt als gutes Regenauto. Und für das Ende des Rennens am Sonntag besteht die Chance auf Regenschauer.
Gleichzeitig warnt Pourchaire vor zu hohen Erwartungen an eine konstante Formkurve: "Es wird Rennen geben, in denen wir zu kämpfen haben, und andere, in denen wir ein gutes Auto haben werden. Das liegt einfach in der Natur unseres Autos." In Imola fürchtet er vor allem die hohen Randsteine, die der Aufhängung des 9X8 traditionell nicht liegen.
Software und neue Köpfe als Hoffnung
Ganz ohne Änderungen geht es aber nicht in die neue Saison. "Hauptsächlich ging es bei dem Test darum, die 2026er-Reifenmischungen zu verstehen - also wie man sie vorbereitet und anwärmt, um das Maximum an Grip herauszuholen. Aber es gibt auch immer neue Dinge bei der Software", erklärt Teamchef Emmanuel Esnault.
Die Arbeit an der Software ist ein entscheidender Bereich, da dieser einer der wenigen ist, die nicht unter die Balance of Performance fallen. Neben der Technik setzt Peugeot auch auf frisches Blut in der Führung: Mit Mathieu Neuville als neuem Chefingenieur und Esnault als Teamchef wurde die Organisation umgestellt.
Ob das alles für Imola ausreicht? Paul di Resta aus dem Peugeot #93 (di Resta/Vandoorne/Cassidy) bleibt gegenüber Motorsport-Total.com realistisch: "Wir liegen noch einen Schritt zurück. Ferrari, Toyota und ein paar LMDh-Hersteller sind in einer besseren Position. Wir werden sicherlich nicht hingehen und sagen, dass wir das stärkste Paket haben."
Den Kopf hängen lassen die Löwen aber nicht. "Wenn man zu einem Rennwochenende anreist und gleich hinwirft, dann hat man die falschen Leute im Team", so Malthe Jakobsen kämpferisch. Man wolle auf dem starken Saisonende 2025 aufbauen.
Esnault sieht das ähnlich: "Wir haben ein gewisses Level an Reife erreicht. Wir sind alle Racer und wollen um Siege kämpfen. Wir haben ein Momentum und versuchen nun, es endlich hinkriegen."
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