Peugeot enthüllt: Das ist der Grund für Vergnes WEC-Aus
Peugeot nennt Details zum überraschenden Wechsel von Jean-Eric Vergne in die Entwicklerrolle - Der Hintergrund ist nicht das potenzielle neue Hypercar
Jean-Eric Vergne wird 2026 nicht mehr im WEC-Hypercar von Peugeot sitzen
Foto: LAT Images
Peugeot hat die Hintergründe für den Wechsel von Jean-Eric Vergne in eine Entwicklungsrolle innerhalb des WEC-Teams für die Saison 2026 enthüllt. Damit endet für den Franzosen vorerst seine kontinuierliche Zeit als Stammpilot in dem Programm.
Bereits vor dem Saisonfinale in Bahrain gab Peugeot bekannt, dass Vergne im kommenden Jahr von seinem Stammcockpit zurücktreten und Stoffel Vandoorne seinen Platz einnehmen würde. Vandoorne kehrt damit zum französischen Hersteller zurück, nachdem ein geplanter Wechsel zu Genesis gescheitert war.
Die Vereinbarung ist nach derzeitigem Stand auf ein Jahr begrenzt, wobei Vergne 2027 in seine ursprüngliche Rolle zurückkehren soll.
Der Grund: Formel E
Zwar wurde zunächst spekuliert, dass Vergnes neue Aufgabe primär die Entwicklung eines potenziellen neuen Hypercars beinhalten würde - vorbehaltlich der Genehmigung durch den Automobil-Weltverband FIA und den Automobile Club de l'Ouest (ACO).
Doch der französische Hersteller stellte klar, dass die Entscheidung größtenteils auf die Verpflichtungen des 35-Jährigen in der Formel E zurückzuführen sei. Vergne hatte sich vor der neuen Saison Citroen angeschlossen.
Peugeot kam zu dem Schluss, dass es das Beste sei, wenn Vergne sich auf die Formel E konzentriere, aber dennoch eine aktive Rolle bei der Weiterentwicklung des aktuellen 9X8 beibehalte.
Klare Aussagen von Peugeot
"Das ist Teil eines viel größeren Bildes und der Diskussion, die wir intern über alle unsere Programme geführt haben", erklärt Peugeot Sport Technikchef Olivier Jansonnie. "Wir wissen, dass die Formel E nächstes Jahr ein kompliziertes Jahr erleben wird, da die Entwicklung des Gen4-Autos jetzt beginnt."
"Wir wollen Vergne voll in diesen Prozess einbinden, was ihn sehr beschäftigen wird, zumindest bis zum Ende der Vorsaison im Juli 2026."
"Wir hatten eine Diskussion mit dem Management und mit ihm, und wir waren uns einig, dass er sich darauf konzentrieren soll, aber gleichzeitig die Entwicklung des 9X8 als Testfahrer fortführen soll, aber eben nicht als Rennfahrer für das Team in der nächsten Saison."
Vergne ging proaktiv auf Peugeot zu
Der zweimalige Formel-E-Champion Vergne enthüllt, dass die Idee, in eine andere Rolle zu wechseln, direkt von ihm selbst stammt und im gegenseitigen Einvernehmen mit Peugeot getroffen wurde. "Das geschah in Abstimmung mit Peugeot, mit Citroen, mit allen bei Stellantis. Es kam tatsächlich von mir", sagt er.
"Es ist sicherlich sehr anspruchsvoll [Formel E und WEC zu kombinieren]. Und ich habe das Gefühl, dass ich im ersten Jahr bei Citroen, wo wir viel Arbeit im Team haben, um sehr schnell auf Touren zu kommen, plus die Entwicklung des Gen4-Autos, plus die WEC, plus all die Tests, plus all die Entwicklung für die Zukunft von Peugeot, plus persönliche Gründe, dass ich das nicht alles im nächsten Jahr schaffen kann."
"Deshalb war es meine Entscheidung. Ich ziehe es vor, für ein Jahr zurückzutreten, aber wenigstens alle anderen Dinge gut zu machen. Und dann, wenn sich die Dinge beruhigt haben, auch die persönlichen Sachen, kann ich 2027 auf beiden Seiten wieder voll einsatzfähig zurückkommen."
Vandoorne zurück
Vandoorne hatte Peugeot ursprünglich nach dem Fuji-Rennen im September verlassen, da er mit einem Wechsel zum neuen LMDh-Programm von Genesis im Jahr 2026 rechnete. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass der Deal des Belgiers mit der Hyundai-Marke in letzter Minute platzte, was zu seiner Rückkehr zu Peugeot anstelle von Vergne führte.

Stoffel Vandoorne kehrt wieder zu Peugeot zurück
Foto: Getty Images
Der Wechsel wird im kommenden Jahr vollzogen. Vandoorne nimmt an den 8h von Bahrain nicht teil, da Theo Pourchaire sein WEC-Debüt vor einer vollen Saison mit Peugeot im Jahr 2026 gibt.
"Wir hatten offensichtlich den Fahrersitz frei und für Stoffel, angesichts seiner aktuellen Situation und nach Fuji, war es für uns absolut sinnvoll [ihn ins Team zurückzuholen]", erklärt Jansonnie. "Wir brauchten jemanden, der seine Leistung bei uns bereits unter Beweis gestellt hat."
Jaminet statt Vandoorne zu Genesis?
Der frisch gekürte IMSA-GTP-Champion Mathieu Jaminet wird nun für das Genesis-Cockpit in Betracht gezogen, das ursprünglich für Vandoorne vorgesehen war. Diese Überlegung folgt der Nachricht, dass der Franzose Porsche nach 2025 verlassen wird.
Porsche-Penske muss seinen LMDh-Fahrerkader im nächsten Jahr verkleinern, nachdem der Ausstieg aus der Hypercar-Klasse der WEC angekündigt wurde. In der IMSA wird das Werksprogramm mit zwei Autos bei Team Penske fortgesetzt.
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