Peugeot verpasst Top 10 in Le Mans: "Gute Renndurchführung, aber ..."
P11 und P12 bei den 24h Le Mans sind für Peugeot ein Ergebnis ohne Glanz: Teamchef Emmanuel Esnault und Fahrer Paul di Resta erklären, woran es gefehlt hat
Der Peugeot #94 war im Ziel der besser platzierte: P11 direkt vor dem anderen
Foto: Rainier Ehrhardt
Platz 11 und 12 im Rennergebnis der 24 Stunden von Le Mans 2026, keine bedeutenden Strafen im Rennen, beide Fahrzeuge im Ziel. Emmanuel Esnault, Teamchef des Peugeot-Werksteams in der WEC, zieht nach dem Saisonhöhepunkt Bilanz. Die Renndurchführung in Le Mans stimmte bei den "Löwen", die Geschwindigkeit nicht. Am Ende steht ein Ergebnis ohne Glanz.
Peugeot ging von den Startplätzen 17 und 18 ins 24-Stunden-Rennen. "Wir hatten nicht die Mittel, um zu kämpfen", sagt Esnault. Trotzdem: Fahrer und Mannschaft lieferten eine saubere Renndurchführung: Ein Reifenwechsel am Hinterrad brachte dem 9X8 mit der Startnummer 93 einen Zeitverlust von 1 Minute und 40 Sekunden. Dazu kam eine Drive-Through-Strafe für Stoffel Vandoorne wegen Missachtung einer Gelbphase am Morgen.
Am Schwesterauto mit der Startnummer 94 wurden am Morgen die Hinterradnaben vorsorglich getauscht, nachdem Vibrationen aufgetreten waren - ohne dass das Auto dafür in die Box musste. "Das Auto war zuverlässig", betont Esnault. Das war es. "Das Niveau der Strafen war sehr gering. Alle haben die Situation mit der nötigen Demut und kühlem Verstand angegangen", sagt er.

Emmanuel Esnault
Foto: Tobias Kindermann
Ankommen war das erklärte Minimalziel. Aber Esnault betont auch, dass dies kein Erfolgsmaßstab für ein Werksteam sein kann: "Natürlich war das nicht das Ergebnis, das wir erwartet hatten." Die Pace für die Spitzenpositionen fehlte über das gesamte Rennen hinweg.
Die Hitze erschwerte das Reifendruckmanagement zusätzlich. Peugeot hat im Vergleich zur Konkurrenz proportional weniger Testkilometer mit den aktuellen Reifen absolviert. Es war eine bewusste Entscheidung, den Testkalender anders zu priorisieren. "Wie in den vergangenen Jahren: gute Renndurchführung, aber nicht die Geschwindigkeit, die man braucht", sagt Esnault.
In der Weltmeisterschaftswertung erwartet Peugeot nach den dort gewerteten Plätzen neun und zehn sechs Punkte - ein bescheidener, aber realer Ertrag. Von Startplatz 16 und 18 ein 24-Stunden-Rennen anzugehen und die Mannschaft über die gesamte Distanz zu motivieren, erfordere Energie - auch wenn das sportliche Ziel von vornherein begrenzt ist. "Wir sind nicht euphorisch, aber wir haben zumindest das Gefühl, den Job gemacht zu haben", so der Peugeot-Teamchef.

Paul di Resta
Foto: Tobias Kindermann
Ähnlich nüchtern fällt das Fazit von Paul di Resta aus, der den Peugeot #93 pilotierte. "Das einzige Wort, das ich finden kann, ist: einsam", so der Schotte. Man habe sich nicht in einem Kampf befunden, sei für sich geblieben und habe eine Position eingefahren, die allein auf eigener Zuverlässigkeit und den Problemen anderer basierte.
"Man muss den anderen Respekt zollen. Die Wagen, mit dem sie angetreten sind, haben deutlich mehr Leistung gezeigt als wir. Wir haben gekämpft, um mitzuhalten", bekennt di Resta. Den Rückstand auf die Spitze beziffert er auf rund drei Sekunden pro Runde - noch etwas mehr als im Qualifying.
"Wir haben gekämpft mit wenig Grip und leiden darunter stärker als die anderen." Unterschiedliche Strategieansätze habe man versucht, doch die erhofften Ereignisse im Rennen blieben aus. "Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Man hat sein Bestes gegeben, aber das Rennen ist nicht so gelaufen, wie man es sich vorgestellt hat. Das ist frustrierend", so der Peugeot-Werksfahrer.
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