Sophia Flörsch teilt gegen GTE-Amateure aus: "Sie sind verdammt nervig!"

Sophia Flörsch sorgt wieder mal für Aufsehen: Was sie den GTE-Amateuren am Portimao-Wochenende vorwarf und welchen Einfluss die LMP2-Regularien haben

Sophia Flörsch teilt gegen GTE-Amateure aus: "Sie sind verdammt nervig!"

Sophia Flörsch sorgt in ihrem neuesten YouTube-Video für Aufsehen: Sie leistet sich eine deftige Spitze gegen die GTE-Amateure im Feld der FIA Langstrecken-WM WEC. Dabei lacht und scherzt sie, als sie nach dem 2. Freien Training in Portimao sagt: "Ich hatte massiven Verkehr, denn hier fahren auch die GTE-Pro- und GTE-Am-Klasse, und ernsthaft: Die Amateure sind verdammt nervig!"

"Ich weiß nicht, ob sie dich einfach nicht sehen, oder ob sie ... ich weiß es nicht. Sie machen die ganze Zeit die Tür zu." Worte, die in den Ohren der Angesprochenen alles andere als lustig klingen dürften. Unmittelbar vor dem Rennen legt Flörsch nochmal nach: "Ich freue mich jetzt schon nicht auf die ganzen GTE-Amateure, denn sie sind einfach furchtbar."

Aussagen, die dafür sprechen, dass Flörsch mit ihrer relativ geringen LMP2-Erfahrung noch am "Traffic-Management" arbeiten muss. Denn die Deutsche ist in diesem Jahr neu als Stammfahrerin in der LMP2-Klasse der WEC unterwegs. Zusammen mit ihren Kolleginnen Beitske Visser und Tatiana Calderon steuert sie einen Oreca-07-Gibson für das Signature-Team, das von Richard Mille gesponsert wird, der gleichzeitig Präsident des FIA-Langstreckenkomitees ist.

Damit muss Flörsch auch mit einem Aspekt auskommen, der Langstrecken-Rennen so einzigartig macht: Das sogenannte "Multi-Class-Racing". Denn die LMP2-Klasse ist in der WEC (und übrigens auch in der ELMS und der IMSA-SportsCar-Championship) nicht alleine unterwegs. Sie teilt sich die Rennstrecke mit den Hypercars der LMH-Klasse, sowie den GTE-Boliden. Letztgenannte teilen sich auf in eine Pro-Kategorie für Werkseinsätze und in eine Am-Kategorie für Pro-Am-Kombinationen.

Sophia Flörsch kämpft mit GTE-Verkehr: Welche Rolle spielen die LMP2-Regeln?

In Sachen "Traffic-Management" kommen Flörsch allerdings auch die vorgeschriebenen Änderungen an den LMP2-Fahrzeugen für die WEC-Saison 2021 nicht unbedingt entgegen. Denn die kleine Prototypen-Klasse wurde im Zuge der Ankunft der Hypercars verlangsamt.

Einerseits geschah die Einbremsung durch eine Anpassung der Leistungsdaten: LMP2-Fahrzeuge sind in diesem Jahr mit 66 PS weniger und 20 Kilogramm mehr unterwegs. Andererseits ist in der WEC nur noch die Verwendung des auf Topspeed getrimmten Le-Mans-Aerokits erlaubt. Die kleinen Prototypen sind also auf den Geraden langsamer und in den Kurven schwerfälliger, wodurch ein Überholen der GTE-Fahrzeuge erschwert wird.

Sophia Flörsch erlangte vor allem durch ihren Horror-Unfall beim Macau-Grand-Prix 2018 Bekanntheit, als sie in der Formel 3 mit Topspeed gegen ein Podest für Fotografen krachte. Danach fuhr sie 2020 ein Jahr lang in der 2019 neugegründeten FIA-Formel-3, blieb aber punktelos. In diesem Jahr fährt sie neben der WEC auch als Stammfahrerin in der DTM, wo sie einen GT3-Audi mit elektronischer Lenkung einsetzt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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