WEC-Kolumne von Timo Bernhard: Porsche "unglaublich stark"

Porsche-Werksfahrer Timo Bernhard schreibt in seiner Kolumne bei Motorsport.com über den hervorragenden Auftritt seiner Marke beim WEC-Rennen in Mexiko.

WEC-Kolumne von Timo Bernhard: Porsche "unglaublich stark"
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
1. #2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley, #8 Toyota Gazoo Rac
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley

Am WEC-Wochenende in Mexico City war unser Porsche-LMP1-Team unglaublich stark. Die Dominanz gegenüber Toyota hatten wir so nicht erwartet. Ich habe großen Respekt davor, was die Entwickler in Weissach nach der Bekanntgabe des LMP1-Ausstiegs zum Saisonende noch aus unserem Porsche 919 Hybrid herausgeholt haben.

Wir kamen super vorbereitet an. Die besonderen Anforderungen durch die Höhenlage auf 2.250 Metern über dem Meeresspiegel waren komplett unter Kontrolle. Die dünne und sauerstoffarme Luft erschwert insbesondere die Kühlung von Antriebsstrang und Bremsen. Außerdem kostet sie natürlich Anpressdruck. Aber das Auto war von der 1. Trainingsrunde an sortiert. Wir mussten nur noch Feinheiten ändern. Training, Qualifying, Rennen – wir waren konstant überlegen und wiederholten vor einer tollen Kulisse mit 45.000 Fans unseren Vorjahressieg und bauten die Tabellenführung aus.

Die relativ kurze Strecke ist ein anspruchsvoller Mix aus einer permanenten Rennstrecke mit Stadtkurs-Elementen. An einigen Stellen kommt man den Mauern sehr nah, und auch der Überrundungsverkehr ist im letzten Sektor nicht ohne.

Porsche in einer eigenen Liga

Nachdem es tagelang geregnet hatte, fand das 1. Training Freitagabend auf nasser und dann abtrocknender Strecke statt. Die Streckenbedingungen waren nicht einfach, aber wir konnten durch die wechselnden Bedingungen alle verschiedenen Reifenspezifikationen von Regenpneus über Intermediates bis Slicks fahren. Dabei haben wir jeweils recht früh gewechselt, um wirklich den Punkt zu finden, ab dem die Reifen für trockenere Bedingungen die schnellere Alternative werden.

Entgegen aller Vorhersagen blieb die Strecke auch im Qualifying bis wenige Minuten vor Schluss trocken. Wir hatten die Abstimmung im 3. Training noch etwas verändert, was anscheinend gut war. Im Qualifying hat Brendon eine super Runde vorgelegt, und ich wusste, dass ich liefern musste. Meine Runde war bis auf einen kleinen Schnitzer sauber. Wir waren natürlich sehr happy mit der Pole-Position für Porsche, und es war auch das 1. Mal seit Le Mans 2016, dass wir wieder mit beiden 919 Hybrid in der 1. Startreihe standen.

Brendon war als Startfahrer im Einsatz und ging souverän in Führung. Earl war dann als 2. dran und baute unseren Vorsprung stetig aus. Bei einem seiner Boxenstopps musste das Team einen defekten Fuel-Flow-Meter-Sensor wechseln – das Messinstrument, mit dem der Kraftstoffverbrauch kontrolliert wird – aber das hat erstens nicht viel Zeit gekostet, und zweitens hatten wir da schon ein dickes Polster.

Unser Auto hatte wirklich einen tollen Speed. Zur Halbzeit des Rennens überrundete Earl den 1. Toyota und kurz darauf auch den 2. Wie gesagt: Mit einer solchen Überlegenheit hatten wir nicht gerechnet. Ich übernahm das Auto mit einem soliden Vorsprung und fuhr zum Schluss den letzten Doppelstint. Bei meinen beiden vorgezogenen Tankstopps nutzte das Team Neutralisationsphasen ("Full Course Yellow").

Es war klar, dass der Sprit unter normalen Umständen nicht bis ins Ziel reichen würde, aber wir erwarteten Regen. Der kam allerdings auch im Rennen nicht, und so musste ich 2 Runden vor Schluss noch einen Schluck Benzin holen. Aber wie gesagt: Der Vorsprung war so groß, dass ich damit sogar haushalten konnte. Es gab keinen Grund, etwas zu riskieren. Es war von A bis Z ein super Wochenende für unser Team. Brendon und ich haben jetzt jeweils 11 WEC Siege, und das wollen wir in den letzten Rennen natürlich noch weiter ausbauen.

Weiter geht's nach Austin

Schon in einer Woche sind wir unterwegs nach Austin. Der Circuit of The Americas ist toll – sehr modern, aber abwechslungsreich mit ganz unterschiedlich schnellen Passagen. Vor allem der 1. Sektor mit den S-Kurven ist unheimlich interessant.

Eine große Neuerung ist natürlich, dass wir nicht mehr vom Tag in die Nacht fahren. Das ist schade! Ich war immer sehr gerne in der Dunkelheit unterwegs, das ist eine besondere Stimmung. Und die durch den früheren Start zu erwartende andauernde Hitze wird auch eine zusätzlich Herausforderung für Fahrer und Material.

Wir werden wieder alles geben. Es gibt noch jede Menge Punkte zu holen, und Toyota wird garantiert zurückschlagen. Der Titelkampf ist noch lange nicht vorbei.

geteilte inhalte
kommentare
WEC 6h Mexiko: Das Rennergebnis in Bildern

Vorheriger Artikel

WEC 6h Mexiko: Das Rennergebnis in Bildern

Nächster Artikel

Comeback im WEC-Kalender? Silverstone darf hoffen, Nürburgring kaum

Comeback im WEC-Kalender? Silverstone darf hoffen, Nürburgring kaum
Kommentare laden