Toyota-Crew #7 bei Bahrain-Sieg nervös: "Da waren viele Unbekannte dabei"

Der Sieg des Toyota #7 bei den 6h Bahrain sah leicht aus, doch dahinter steckte große Unsicherheit, wie Conway/Kobayashi/Lopez hinterher verraten haben

Toyota-Crew #7 bei Bahrain-Sieg nervös: "Da waren viele Unbekannte dabei"

Es war dann am Ende eine klare Sache für den Toyota #7. Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose Maria Lopez überquerten die Ziellinie 51,4 Sekunden vor ihren Teamkollegen Sebastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley, um die 6h Bahrain der WEC 2021 zu gewinnen. Doch es gab auch Grund zum Zittern für die Sieger. (Ergebnis WEC 6h Bahrain 2021)

"Da waren viele Unbekannte dabei. Wir sind in den Trainings nie so lange mit den Reifen unterwegs gewesen [wie im Rennen; Anm. d. Red.]. Es ging einfach nur darum, sie von Beginn an zu managen", sagt der Brite Conway nach dem dritten Sieg in Folge für die #7.

Teamkollege Lopez präzisiert: "Wir wussten nicht, wie es bei solchen Temperaturen laufen würde. Bisher sind wir nur höchstens 15 Runden hintereinander beim Testen gefahren." Folglich hatte die Toyota-Crew nur Erfahrung darin, wie sich die Reifen auf ihren immer noch brandneuen LMH-Prototypen über einen halben Stint verhalten würden.

Toyota-Team fehlen Erfahrungswerte mit den Reifen

Im Rennen beorderten die Japaner ihre Hypercars aber jeweils nach gut 30 Runden an die Box. Bei einem Doppel-Stint kam ein Reifensatz also auf eine Distanz von rund 60 Runden oder 325 Kilometer. Bei schweißtreibenden Temperaturen von bis zu 34 Grad Celsius in der Luft und bis zu 45 Grad Celsius auf dem Asphalt ist das keine einfache Aufgabe.

Dass der Toyota-Crew noch Erfahrungswerte fehlen, belegt auch folgende Aussage von Lopez, der den mittleren Rennabschnitt in der #7 absolvierte: "Am Anfang habe ich die Reifen wahrscheinlich zu sehr geschont. Das hat mir dann aber für den zweiten Stint geholfen. Da konnte ich wieder eine Lücke herausfahren und dann an Kamui übergeben."

Kobayashi brachte den Erfolg schließlich nach Hause. "Ich hatte schon genügend Vorsprung, also bin ich einfach ruhig geblieben, habe auf das Reifen-Management geachtet und die Lücke aufrechterhalten. Das lief alles sehr rund für mich", berichtet der Japaner.

"Wichtiger Erfolg" für das Auto #7

Rund läuft es für die Besatzung der #7 auch in Sachen Gesamtwertung. Durch den dritten Sieg in Serie und den insgesamt achten Toyota-Sieg in Folge ist auch der Vorsprung auf die Crew der #8 in der Fahrer-WM entscheidend angewachsen. In die 8h Bahrain am nächsten Wochenende gehen Conway/Kobayashi/Lopez mit einem Polster von 15 Punkten.

 

"Das ist ein sehr wichtiger Erfolg für das Team und auch für uns für die Fahrer-WM. Das verschafft uns einen guten Vorsprung. Wir haben zwar noch acht Stunden vor uns, was nicht wenig ist. Aber das ist ein wichtiges Resultat für uns", freut sich Lopez. Dem Trio reicht ein dritter Platz, sofern Buemi/Nakajima/Hartley nicht den Zusatzpunkt für die Pole holen.

Conway will sich beim Unternehmen Titelverteidigung keinesfalls darauf ausruhen: "Da ist nächstes Wochenende noch alles offen, deswegen müssen wir da hart dafür kämpfen." Einen Vorteil hat die Toyota-Crew am kommenden Wochenende aber.

Der Zeitplan für das 8h-Rennen in Bahrain sieht einen Rennstart um 12 Uhr MEZ vor. Große Teile finden daher bei kühleren Temperaturen in der Dunkelheit statt. Ganz so sehr wie beim zurückliegenden 6h-Lauf wird es also nicht auf das Reifen-Management ankommen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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