Toyota-Pilot Lopez über WEC-Verkehr: "Wissen, dass wir manchmal stören"

Die neuen Hypercars verändern die Dynamik der WEC-Rennen: Drei Fahrer äußern sich vor den 8h Portimao über die neuen Herausforderungen im Verkehr

Toyota-Pilot Lopez über WEC-Verkehr: "Wissen, dass wir manchmal stören"

Der Start in die Hypercar-Ära der Langstrecken-WM WEC in Spa-Francorchamps ist holprig verlaufen. Die vier Klassen LMH, LMP2, GTE-Pro und GTE-Am sind durch die Ankunft der neuen Hypercars enger zusammengerückt. Das wirkt sich auch auf die Dynamik der Rennen aus.

Schon in Spa wurde ersichtlich, dass sich die Hypercars nun beim Überrunden deutlich schwerer tun als ihre LMP1-Vorgänger. Das Mehr-Gewicht und die relativ geringe System-Leistung der neuen LMH-Prototypen schlägt hier deutlich zu Buche.

Ergebnis war, dass Toyota und Alpine andere Fahrzeuge meist nur auf den Geraden passieren konnten. In den kurvigen Abschnitten hatten sie jedoch Mühe, den LMP2- und GTE-Fahrzeugen zu folgen. Ein Phänomen, das nur zum Teil durch die Streckencharakteristik in Spa erklärt werden kann. Denn auf der Ardennenachterbahn ist der Nachteil des vorgeschiebenen Le-Mans-Aerokits bei den kleinen Prototypen am geringsten.

Toyota-Pilot Lopez erwartet noch mehr Probleme im Verkehr

Das sollte sich an diesem Wochenende bei den 8h Portimao ändern. Trotzdem erwartet Toyota-Pilot Jose Maria Lopez in Portugal noch größere Probleme mit dem Überrundungsverkehr: "Ich bin noch nie in Portimao gefahren. Aber geht man nach der Streckencharakteristik, ist es sogar schwieriger als in Spa. Es wird hart. Wir müssen geduldig sein, aber wir müssen auch schauen, wie die Pace der anderen Fahrzeuge aussieht."

Eine Rolle wird dabei auch die neue BoP-Einstufung für das WEC-Rennen in Portimao spielen. Toyota und Alpine erhalten jeweils mehr als 20 Kilogramm Zusatzgewicht, gleichzeitig wird dem Toyota noch ein wenig Leistung weggenommen. Die Hypercars lassen sich so noch schwerer um langsame Kurven wuchten.

Lopez befürchtet deshalb, im Verkehr selbst zum Problem für die zu überrundenden Fahrzeuge zu werden: "Manchmal wissen wir auch, dass wir die anderen mit unseren Überholmanövern stören. Denn wir sind nicht mehr überall schneller. An manchen Stellen sind wir sogar langsamer."

Flörsch und Serra: GTE-Fahrzeuge sind relativ schnell

Doch das ist nicht der einzige Diskussionspunkt. LMP2-Pilotin Sophia Flörsch und Ferraris GT-Werksfahrer Daniel Serra rechnen damit, dass die GTE-Pro-Klasse sehr nahe an den kleinen Prototypen dran sein wird.

"Die GT-Fahrzeuge sind ehrlich gesagt sehr schnell. Schon in Spa haben wir gesehen, dass sie in gewissen Ecken in der Kurvenmitte schneller sind als wir", ist Flörsch aufgefallen. Als einen Grund hierfür macht sie die Reifen aus. Die Goodyear-Pneus an ihrem Fahrzeug würden einfach weniger Grip bieten als die Michelin-Walzen, argumentiert Flörsch.

Noch einmal anders stellt sich die Situation aus Sicht eines GT-Fahrers dar. Serra fügt zwar bestätigend hinzu: "Die LMP2 waren im Infield nicht viel schneller als wir." Doch da die GT-Fahrzeuge die langsamsten im Feld sind, geht es für ihn hauptsächlich darum, andere Fahrzeuge möglichst so vorbeizulassen, dass man kaum Zeit verliert.

Daher wandert sein Blick auch in die GTE-Am-Kategorie: "Die GTE-Am-Klasse muss keine Doppelstints mit ihren Reifen fahren, daher hatten sie die gleiche Pace. Deshalb ist es wirklich tricky, keine Zeit zu verlieren." Wer den Verkehr im WEC-Rennen von Portimao am besten meistert, zeigt sich im Rennen am Sonntag. Der Start des 8h-Laufes erfolgt um 12:00 Uhr MESZ.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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