Toyota-Technikchef über Zuverlässigkeit: "Ja, wir sind beunruhigt"

Pascal Vasselon will die Probleme, die die beiden Toyota GR010 Hybrid bei den 6 Stunden von Monza hatten, schnellstmöglich aufklären - Bis Le Mans rennt die Zeit

Toyota-Technikchef über Zuverlässigkeit: "Ja, wir sind beunruhigt"

Die Generalprobe zu den 24 Stunden von Le Mans verlief für Toyota alles andere als glatt. Trotz des Sieges des Toyotas #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) gibt Technikchef Pascal Vasselon zu, dass man "noch einiges an Arbeit zu erledigen" habe.

Probleme an beiden Autos warfen die #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) komplett zurück und sorgten auch für eine Schrecksekunde am siegreichen Fahrzeug #7. Den Sieg nimmt man natürlich gerne mit, aber in die 24 Stunden von Le Mans wäre Gazoo Racing Europe sicherlich lieber mit einer glatteren Generalprobe gegangen.

"Ja, wir sind besorgt", gibt Vasselon unumwunden zu. "Aber gleichzeitig ist es auch irgendwo 'business as usual' für ein Rennteam. "Wir müssen den beiden Problemen auf den Grund gehen."

Dem Franzosen zufolge handelte es sich bei der #7 um einen "Fehler im Steuergerät, der einen kompletten Reset notwendig gemacht" habe. Kobayashi, der sich mit einem solchen sogenannten Power Cycle schon aus Spa auskannte, führte diesen routinemäßig durch. Er hatte zuvor eine Fehlermeldung auf seinem Lenkraddisplay erhalten.

Der Fehler muss gefunden werden - schnell

Das Problem an der #8 hat Toyota noch nicht genau verstanden. Vasselon sagt, es sei "im Großen und Ganzen ein Problem mit der Benzinzufuhr, dessen Grund momentan nicht ganz feststeht. Wir wissen nicht, was das verursacht hat - es war jedenfalls kein elektronisches Problem."

Toyota tauschte die gesamte Spritzufuhr aus. Zu allem Überfluss wurde danach ein Rad nicht korrekt befestigt, was zu weiteren Problemen führte, unter anderem einem gewaltigen Verbremser. Vasselon spricht von einem "Nebeneffekt", der die Radnabe beschädigt hat. Das erklärt auch, warum beim Boxenstopp Metallspähne in der Felge zu sehen waren.

Toyota wird sich nun an die Analysearbeit begeben. "Wir müssen verstehen, was passiert ist, und dann die Bedingungen, von denen wir glauben, dass sie der Grund waren, auf dem Prüfstand nachstellen."

Zusätzliche Testfahrten wird Toyota mit dem GR010 Hybrid nicht durchführen. Es ist noch ein Test Anfang August in Spa-Francorchamps geplant, den Toyota immer im Vorfeld der 24 Stunden von Le Mans absolviert.

"Wir haben 30.000 Kilometer mit dem Auto absolviert. Man kann nicht davon ausgehen, dass dieses Problem beim Test auch auftauchen wird", so der 58-Jährige. Die Toyotas kamen bislang bei allen Einsätzen ins Ziel. In Spa gab es Set-up-Probleme und einen Reset an der #7, in Portimao liefen beide Autos problemlos durch. In Monza kam es dann an beiden Fahrzeugen zu Schwierigkeiten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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