Toyota will mit Hypercar-Update 2026 zurück an die Spitze der WEC
Zum ersten Mal seit drei Jahren überarbeitet Toyota sein Hypercar GR010 Hybrid - Der Fokus liegt auf der Aerodynamik und einem klaren Ziel für Le Mans
Der Toyota GR010 Hybrid wird zur WEC-Saison 2026 auf weniger Luftwiderstand getrimmt
Foto: Toyota
Toyota arbeitet an einem Update seines GR010 Hybrid, das zur Saison 2026 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) eingeführt werden soll. Damit erhält das Le-Mans-Hypercar erstmals seit drei Jahren eine grundlegende Überarbeitung. Erste Teaserbilder zeigen eine radikal andere Optik als beim bisherigen Modell.
Bestätigt wurde dies von Kazuki Nakajima im einer Medienrunde im Rahmen des Fuji-Rennens. Der Fokus liegt auf aerodynamischen Verbesserungen. Bereits Anfang Oktober sollen die ersten Testfahrten mit dem überarbeiteten Fahrzeug beginnen - mutmaßlich auf dem Circuit Paul Ricard.
"Wir arbeiten aktiv an einem neuen Paket für nächstes Jahr", sagt Nakajima. "Das Ziel ist ganz klar, bei den 24 Stunden von Le Mans wieder ganz oben zu stehen. Dieses Jahr wurde uns schmerzhaft bewusst, dass wir bei der Höchstgeschwindigkeit deutlich hinter der Konkurrenz lagen. Innerhalb des Reglements gibt es noch viel Potenzial, das wir ausschöpfen müssen."
Toyota fällt ein wenig auf die Füße, ein "ehrliches" Hypercar für alle WEC-Strecken gebaut zu haben. Der GR010 Hybrid ist so gesehen der "Anti-Alpine". Seine Überlegenheit auf Strecken, auf denen viel Abtrieb gefragt ist, wurde spätestens ab Spa-Francorchamps dieses Jahr durch die Balance of Performance (BoP) außer Kraft gesetzt.
Zwar bekommt der Toyota schon seit geraumer Zeit über 250 km/h das Maximum an 520 Kilowatt (707 PS) zugestanden. Das reicht aber nicht aus, um die Nachteile zu kompensieren, wenn er bereits am Beginn der Geraden viel an Boden verliert. Außerdem hat der GR010 Hybrid viel Gewicht an Bord. Dieses lässt sich nach Gesetzen der Physik auf der Geraden nicht einfach abwerfen und in der Bremszone wieder aufnehmen.
Toyota hatte den Klassiker an der Sarthe zuletzt 2022 gewonnen. In der laufenden Saison 2025 gelang dem Werksteam bislang kein Podestplatz, beim Saisonhöhepunkt in Le Mans landete der GR010 auf Rang fünf und war nie in der Lage, das Tempo von Ferrari und dem Porsche #6 mitzugehen.
Hinzu kommen ungewohnte Fehler des Teams wie zuletzt in Fuji, als man das Reglement bei einem Emergency Service nicht befolgte und vor heimischer Kulisse eine 3-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam.
Kobayashi: "Brauchen ein verrückt schnelles Auto"
Auch Kamui Kobayashi, Teamchef und Fahrer, sieht dringenden Handlungsbedarf: "Wir müssen die Probleme, die wir haben, in den Griff bekommen und ein Auto bauen, das verrückt schnell ist - so schnell, dass es selbst mit maximalem Gewicht und minimaler Leistung durch die BoP noch gewinnen kann."
Die Weiterentwicklung wird im Rahmen der "Evo-Joker"-Regeln umgesetzt. Jede Marke darf bis 2029 maximal sieben solcher Joker ziehen. Wie viele davon Toyota bislang eingesetzt hat, ist unbekannt.
Die aerodynamischen Änderungen werden mit einer neuen Homologationsrunde im Windshear-Windtunnel in North Carolina abgestimmt, nachdem die bisher genutzte Sauber-Anlage in der Schweiz nicht mehr zur Verfügung steht.
Der GR010 hat bislang zwei Updates erfahren: 2022 wurden die Reifenmaße geändert - eine Anpassung, die nicht auf das Joker-Konto angerechnet wurde, da sie aus der Angleichung der LMH- und LMDh-Regularien resultierte. 2023 erfolgte ein Paket aus Gewichtsreduktion, Updates am Antriebsstrang und aerodynamischen Detailverbesserungen.
Mit dem Update 2026 unternimmt Toyota nun einen neuen Anlauf, um nach drei sieglosen Jahren in Le Mans wieder an die Spitze zurückzukehren.
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