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WEC 2026: AF Corse zeigt Ferrari 499P erstmals mit allen neuen Aero-Teilen

Bei der Präsentation des gelben AF-Corse-Ferrari bei ESA NanoTech wurden erstmals die für die Neuhomologation im Windkanal erforderlichen Modifikationen vorgestellt

WEC 2026: AF Corse zeigt Ferrari 499P erstmals mit allen neuen Aero-Teilen

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Foto: Francesco Corghi

Der 7. April 2026 war ein bedeutender Tag für AF Corse. In Mailand (Italien) wurde am Dienstag nicht nur der Ferrari 499P vorgestellt, mit dem das Privatteam in der Saison 2026 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) an den Start gehen wird. Im Rahmen der Präsentation wurde auch eine Zusammenarbeit zwischen AF Corse und ESA NanoTech verkündet.

Genau am Hauptsitz des von Leonardo Maria del Vecchio gegründeten Unternehmens nämlich wurde der gelbe Ferrari mit der Startnummer 83 der Öffentlichkeit präsentiert. Das Auto wird auch im dritten Jahr wieder von Robert Kubica, Yifei Ye und Phil Hanson gefahren.

Neben der Enthüllung der Lackierung für 2026 wies der 499P des von Amato Ferrari geleiteten AF Corse-Teams erstmals auch die neue Aerodynamik auf, die beginnend mit den 6 Stunden von Imola (17.-19. April) in diesem Jahr auf der Rennstrecke zu sehen sein wird.

Wie bekannt ist, haben sich FIA, ACO und IMSA auf eine Neuhomologation aller LMH- und LMDh-Prototypen geeinigt, die in diesem Jahr in der Hypercar- beziehungsweise GTP-Klasse antreten. Daher haben die Hersteller über den Winter an einer aerodynamischen Neukalibrierung gearbeitet.

Bereits während der Präsentation des Werksteams hatte Ferdinando Cannizzo, Leiter der Langstreckenabteilung bei Ferrari, die Schwerpunkte von Ferrari dargelegt. Diese gehen unter anderem zurück auf den Wunsch der FIA, die mit den neuen Parametern noch genauere und detailliertere Daten anstrebt, um die Balance of Performance (BoP) besser definieren zu können.

"Die neue Homologation umfasst im Wesentlichen drei Aspekte: Den Wechsel des Windkanals von Sauber zu Windshear, also von der Schweiz in die Vereinigten Staaten. Eine neue Datenerfassung und -analyse, also auch neue Messpunkte im Windkanal. Und eine Neupositionierung, eine Neudefinition, des Performance-Fensters", so Cannizzo.

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Foto: Francesco Corghi

"Dies erforderte, dass wir die Abstimmung unseres Autos überarbeiten mussten, um dem neuen Performance-Fenster gerecht zu werden. Wir haben das bewusst getan, ohne Evo-Joker einzusetzen. Denn diese wollen wir für die Zukunft aufheben. Wir haben uns daher auf Detaileingriffe konzentriert", erklärt der Ferrari-Ingenieur.

Aber was genau bedeutet die Änderung der Karosserie des 499P und damit die Änderung der Aerodynamik? Es lässt sich festhalten, dass einige Aspekte mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, da sie Teil des Strömungsmanagements unter dem Fahrzeug sind, während andere in Form und Größe leicht verändert wurden, ohne dabei das ursprüngliche Design zu verfälschen.

Was von vorne betrachtet sofort auffällt, ist das neue Design der aerodynamischen Anbauteile, die oberhalb des Splitters an den beiden Seiten - direkt unterhalb der Scheinwerfer - angebracht sind. Diese beiden Leisten - bekannt als "Flicks" - sind nun kürzer und stärker konturiert.

Den "Flicks" fehlt nun die kleine Stütze, die seit ihrer Einführung im Sommer 2024 vorhanden war, als der italienische Hersteller den ersten (und damals einzigen) Evo-Joker einsetzte. "Wir sind noch immer an der Front und haben an den Unterbodenschürzen und den Luftleitelementen gearbeitet, um die Balance des Autos zu optimieren", sagt Cannizzo.

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Foto: Francesco Corghi

Weiter oben hat sich die Art und Weise verändert, wie die Luft um die Radkästen strömt. Die beiden Anbauteile, die am schwarzen Carbonteil vor der Kotflügelöffnung befestigt waren, wurden auf Wunsch der FIA entfernt. Dieser Teil des Autos bildet nun eine echte aerodynamische Fläche, wie Ferraris Chefingenieur erklärt. Auch die beiden ähnlichen schwarzen Schürzen zwischen dem Ende des Radkastens und dem Cockpit haben ihre Form verändert.

Weiter zum mittleren Bereich des Auto gehend wurden die Lufteinlässe an den Seiten leicht überarbeitet. Doch das, was die Ferrari-Ingenieure als besonders wichtig hervorhoben, ist das neue Design der Motorenabdeckung, insbesondere deren hinterer Teil.

Dieser Bereich der Motorenabdeckung, zwischen dem Diffusor und dem Heckflügel, nimmt eine stärker konkave Form an und verfügt nicht mehr über die beiden langen Anbauteile (ähnlich denen an den vorderen Radkästen), wodurch effektiv mehr Abtrieb am Heck erzeugt wird.

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Ferrari 499P von AF Corse für die WEC-Saison 2026

Foto: Francesco Corghi

Betrachtet man die Enden des Heckflügels mit den größeren Streifen, so weisen die Stützen nun deutlich größere Anbauteile neben den im oberen Teil angebrachten Rücklichtern auf. Weiter unten wurden die Seitenwände hinter den Hinterrädern neu gestaltet und zeigen eine stärker gewölbte Form. Der Luftstrom musste in diesem Bereich des Autos optimiert werden.

"Dies sind die minimalen, aber wirksamen Eingriffsmöglichkeiten, die uns zur Verfügung standen, ohne die Hauptflächen des Autos zu verändern. Dadurch konnten wir uns weiterhin innerhalb des erwarteten Performance-Fensters positionieren", so Cannizzo.

Die neuen Aero-Teile wurden in der vergangenen Woche bei Testfahrten in Imola ausprobiert. Weitere nützliche Informationen werden anlässlich des Prologs in Imola (14. April) gesammelt, der als Aufgalopp zum ersten Rennwochenende im WEC-Kalender 2026 dient.

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