WEC ab 2021 nun doch mit Ferrari und McLaren?

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WEC ab 2021 nun doch mit Ferrari und McLaren?
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Gary Watkins
17.12.2018, 21:30

Die Langstrecken-Weltmeisterschaft darf nun doch auf zwei hochkarätige Neuzugänge hoffen: Ferrari und McLaren erwägen offenbar, ab 2021 einzusteigen

Das neue Hypercar-Reglement in der WEC trifft auf immer mehr Interesse bei den Herstellern: Informationen von 'Motorsport.com' zufolge erwägt McLaren, ab der zweiten Saisonhälfte der Saison 2020/21 einzusteigen. Und noch spektakulärer: 'Daily Sportscar' zufolge strebt Ferrari einen Einstieg in die LMP1-Nachfolgekategorie ab der Saison 2021/22 an. Dabei bezieht sich das britisch-amerikanische Portal auf mehrere Quellen aus der Autoindustrie.

Ferrari saß mit in der Arbeitsgruppe, die sich mit dem Hypercar-Reglement befasst hat, soll dort aber eine eher passive bis blockierende Haltung eingenommen haben. So sah es zwischenzeitlich so aus, als würde Ferrari die Arbeitsgruppe ausnutzen, um Druck auf den ACO in der GTE-Klasse auszuüben, wo sich AF Corse bei der Balance of Performance (BoP) benachteiligt fühlt. Zwischenzeitlich zog man sich sogar aus den Gesprächen zurück.

Umso überraschender nun die Kehrtwende: Ferrari selbst wolle das Projekt in die Hand nehmen, anders als beim GTE-Projekt, das über AF Corse läuft. Was für ein WEC-Engagement spricht, ist die wieder aktuelle Budgetobergrenze in der Formel 1 in den 2020er-Jahren. Und da die Hypercar-Klasse mit lediglich 25 Millionen Euro für zwei Autos zu Buche schlagen soll, könnte sich Ferrari dieses Nebenengagement locker leisten. Ob es bei einem solchen Hochkaräter wirklich bei den veranschlagten Kosten bleiben würde, wäre natürlich eine andere Frage.

Studie: McLaren-Hypercar für WEC und Le Mans 2020

Studie: McLaren-Hypercar für WEC und Le Mans 2020

Foto: FIA WEC

McLaren noch in der ersten Saison dabei?

Auch aus dem McLaren-Lager gibt es eine Kehrtwende. Hatte der britische Rennstall, der wie Ferrari ebenfalls in der Formel 1 aktiv ist, jüngst noch verkündet, in der ersten Saison nicht am Start zu stehen, könnte sich das nun ändern. Eine Teilnahme ab dem Jahr 2021, also in der zweiten Saisonhälfte des Hypercar-Premierenjahres, ist nun doch möglich.

Zak Brown sagt gegenüber 'Motorsport.com': "Das ist definitiv etwas, das wir in Erwägung ziehen, aber ich würde es noch keinen Plan nennen. Wir sind einer Entscheidung auf jeden Fall näher gekommen, jetzt wo die Regularien finalisiert sind. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, nun liegt der Spielball bei uns. Und wir arbeiten hart daran." Eine Entscheidung soll im Frühjahr 2019 fallen. Das würde zwei Jahre zur Vorbereitung ermöglichen.

Gesicherte WEC-Engagements ab 2020:

Angeblich macht der ACO im Hintergrund Druck, dass neue Hersteller ihre Hypercars schon zu den 24 Stunden von Le Mans 2021 fertig haben. Brown äußert sich zu diesen Gerüchten nicht. Klar ist aber, dass eine Teilnahme am Saisonfinale Vorbereitungsrennen erfordern würde: "Es wäre sehr riskant, das Debüt 2021 in Le Mans zu geben, deshalb müssten wir ein oder zwei Rennen Vorlauf haben. Ob wir bereit sind, im April oder Mai 2021 anzutreten, hängt davon ab, wie schnell wir eine Entscheidung treffen können."

Diese Entscheidung hänge vor allem davon ab, ob es McLaren möglich wäre, das Projekt technisch und finanziell zu stemmen, sagt er weiter. Außerdem gelte es, die Entwicklungen in der Formel 1 zu verfolgen, die weiter Priorität genießt. McLaren saß ursprünglich über den Technologie-Partner McLaren Applied Technologies am Verhandlungstisch.

Ferrari und McLaren sind die jüngsten Interessenten in einer positiven Entwicklung der WEC in den vergangenen Wochen. Während Toyota und Aston Martin in der noch namenlosen Hypercar-Klasse von erster Stunde an als gesetzt gelten, hat ByKolles jüngst verkündet, der WEC auch unter dem neuen Regelwerk treu zu bleiben und ein Hypercar zu entwickeln. Ein weiteres Bekenntnis hat US-Milliardär Jim Glickenhaus abgegeben. Mit am Verhandlungstisch saßen außerdem BMW (im Hinblick auf Brennstoffzellen) und Ford, die sich aber zwischenzeitlich wie Ferrari zurückgezogen hatten.

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